Moria: Flugzeug gelandet! Erste Minderjährige kommen HIER in Deutschland an

Am Mittwoch sind die ersten Minderjährigen aus dem abgebrannten Moria in Hannover gelandet.
Am Mittwoch sind die ersten Minderjährigen aus dem abgebrannten Moria in Hannover gelandet.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Nach dem Feuer in Griechenlands größtem Flüchtlingslager auf der Ägais-Insel Lesbos sind Tausende Menschen obdachlos. Zelte, Container und Sanitäranlageen liegen in Schutt und Asche. Wir halten dich in unserem News-Blog über die Situation in Moria auf dem Laufenden.

Flammeninferno in Moria: Essenerin mittendrin
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Mittwoch, 30. September:

12.55 Uhr: Flieger gelandet! Erste Kinder kommen in Deutschland an

Sie sind endlich da! Am Mittwoch sind die ersten von bis zu 150 minderjährigen Kinder aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria in Deutschland angekommen. Das Bundesinnenministerium hat mitgeteilt, dass ein Flugzeug aus Griechenland am Vormittag in Hannover gelandet ist. An Bord des Fliegers sind laut Ministerium 51 unbegleitete Minderjährige aus Moria gewesen. Sie sollen jetzt auf mehrere Bundesländer verteilt werden.

Auch kranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familien sind im gleichen Flugzeug gewesen. Es handelt sich um insgesamt 88 Personen. Deutschland hat die Aufnahme von Minderjährigen zugesagt, die zunächst aus dem abgebrannten Lager auf der Insel Lesbos auf das griechische Festland gebracht worden waren.

Sonntag, 20. September:

21.55 Uhr: Feuer in Lager in Samos

Im Lager auf Samos ist am Sonntagabend ein erneuter Brand ausgebrochen. Wie die WDR-Journalistin Isabel Schayani twitterte, sei der Brand im Bereich ausgebrochen, in dem unbegleitete Minderjährige wohnen. Zwei Menschen sollen verletzt sein, der Brand aber inzwischen unter Kontrolle sein.

Im Lager gibt es bis jetzt 21 Corona-Fälle.

Bereits vergangene Woche hatte es in Samos im Wald nahe des Lagers gebrannt.

Freitag, 18. September:

16.00 Uhr: SPD-Chef will noch mehr Flüchtlinge aufnehmen

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat sich für eine nochmals ausgeweitete Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria ausgesprochen. „Ginge es nach der SPD, könnten Bundesländer und Städte ungehindert helfen und Flüchtlinge aufnehmen. Aber CDU und CSU blockieren hier“, sagte Walter-Borjans der „Passauer Neuen Presse“.

Der SPD-Vorsitzende machte die Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus Griechenland jedoch davon abhängig, dass andere EU-Staaten „dem deutschen Beispiel“ folgen und ebenfalls Flüchtlinge aufnehmen. Wenn die EU-Partner mit ins Boot kämen, sei auch Deutschland bereit, „gemessen an seiner Größe weitere Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen“.

9.14 Uhr: 43 Prozent für bedingungslose Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria

Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, Flüchtlinge aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria aufzunehmen. Vier von zehn Wahlberechtigten (43 Prozent) sind der Ansicht, dass Deutschland auf jeden Fall Flüchtlinge aus Moria aufnehmen sollte. 44 Prozent finden dagegen, Flüchtlinge aus Moria sollten in Deutschland nur aufgenommen werden, wenn sich die EU-Staaten auf eine europaweite Verteilung der Hilfssuchenden einigen. Damit sprechen sich mehr als 85 Prozent prinzipiell für die Aufnahme aus. Nur jeder Zehnte ist prinzipiell gegen eine Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria. Das ergab eine Umfrage im „DeutschlandTrend im ARD-Morgenmagazin“.

Mittwoch, 16. September:

6.58 Uhr: Erneut Brand in der Nähe eines Flüchtlingslagers ausgebrochen

Auf der griechischen Insel Samos ist nahe dem dortigen Flüchtlingslager am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. „Es brennt am Rande des Registrierzentrums“, sagte der Bürgermeister der Ortschaft Vathy, Giorgos Stantzos, der Deutschen Presse-Agentur. Die Feuerwehr konnte den Brand noch am Dienstag halbwegs unter Kontrolle bringen, wie das Insel-Onlineportal „Samos Today“ berichtete. Das Lager sei nicht in Gefahr, sagte Stantzos dem Radiosender Thema 104.6. Zuvor hatte er sich besorgt gezeigt und befürchtet, dass auch die Zelte der Migranten in Brand geraten könnten.

Medien berichteten zudem von ersten Festnahmen: Mehrere Männer seien von der Polizei wegen des Verdachts der Brandstiftung festgesetzt worden. Um wen es sich bei den Männern handelte und welche Motive sie verfolgten, war zunächst nicht klar.

Dienstag, 15. September:

9.44 Uhr: Deutschland nimmt 1.500 Flüchtlinge auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) haben sich darauf verständigt, zusätzlich rund 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Innenpolitikern erfuhr, handelt es sich dabei um Familien mit Kindern. Nach dem Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos waren mehr als 12 000 Migranten obdachlos geworden.

9.35 Uhr: Niedersachsen will 500 Menschen aus Moria aufnehmen

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat sich jetzt dazu geäußert, wie viele Geflüchtete das Bundesland aufnehmen könnte. Er würde bis zu 500 Menschen aufnehmen.

08.38 Uhr: 800 Migranten in neuem Lager - Zahl der Corona-Fälle steigt

Die Aufnahme von Migranten in einem provisorischen Zeltlager auf der griechischen Insel Lesbos kommt nur mühsam voran. Bis Dienstagmorgen sind nur rund 800 Menschen in das Camp Kara Tepe wenige Kilometer nördlich der Hauptortschaft der Insel Mytilini gegangen, wie der staatliche Rundfunk (ERT) unter Berufung auf das Migrationsministerium berichtete. 21 Migranten seien positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Sie seien isoliert worden.

Im ehemaligen Camp Moria, das am vergangenen Mittwoch bei einem Großbrand zerstört worden war, hatten sich mehr als 12.000 Migranten gelebt.

Mit Flugblättern in sieben Sprachen werden die Migranten jetzt informiert, dass es keinen anderen Weg für sie gibt, die Insel zu verlassen, als Asyl zu bekommen. Den Asylprozess könne man aber nur im neuen Lager durchlaufen.

Nach wie vor machen unter Migranten Gerüchte die Runde, wer ins Lager gehe, werde eingesperrt wie in einem Gefängnis. Radikale Migranten, in ihrer Mehrheit Afghanen, deren Asylanträge abgelehnt worden seien, sähen dagegen in diesen chaotischen Zuständen die letzte Möglichkeit, doch noch zum Festland Griechenlands und danach nach Westeuropa gebracht zu werden, sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Viele dieser Migranten drohten ihren Landsleuten, nicht ins Lager zu gehen, anderenfalls könne ihnen Schlimmes zustoßen, hieß es. „Wir wissen genau, wer sie sind“, sagte der griechische Bürgerschutzminister Michalis Chryssohoidis am Montagabend im Staatsfernsehen (ERT). Sollten radikale Migranten ihre Taktik fortsetzen, werde es harte Strafen für diese Menschen geben, hieß es.

Montag, 14. September:

16.02 Uhr: Angela Merkel will bis Mittwoch über Aufnahme von Geflüchteten entscheiden

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will bis zur Sitzung des Kabinetts an diesem Mittwoch über die Aufnahme weiterer Migranten aus dem abgebrannten griechischen Flüchtlingslager Moria entscheiden. Sie sei in diesem Zusammenhang in Abstimmung mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), sagte Merkel am Montag nach Angaben von Teilnehmern in der CDU-Präsidiumssitzung in Berlin. Die Bundesregierung strebe weiterhin eine europäische Lösung an.

Merkel plant nach diesen Angaben auch ein Treffen mit Bürgermeistern aus Deutschland, die sich für die Aufnahme von Geflüchteten einsetzen. Einen Termin gebe es aber noch nicht, machte sie demnach deutlich. Mehrere Teilnehmer der CDU-Sitzung hätten erklärt, einige Städte und Landkreise wollten Migranten aufnehmen, dann fänden Bürgermeister aber keine Unterkünfte für die Asylbewerber. Hier widerspreche man sich etwas.

SPD-Chefin Saskia Esken hatte am Sonntagabend im ZDF gefordert, noch am heutigen Montag eine Entscheidung über die Aufnahme einer hohen vierstelligen Zahl von Migranten aus dem Lager Moria aufzunehmen.

Sonntag, 13. September:

8.58 Uhr: 300 Migranten ziehen in neues Zeltlager

Etwa 300 Migranten sind in ein neues Zeltlager eingezogen. Bei den meisten handelt es sich um Familien, wie der staatliche griechische Rundfunk ERT am Sonntag berichtete. Vor ihrer Aufnahme ins neue Lager mussten alle einen Coronavirus-Schnelltest machen. Dabei sei bei sieben Flüchtlingen das Virus entdeckt worden, berichtete der Sender unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Alle sieben seien zur Isolation in einen abgelegenen Teil des Zeltlagers von Kara Tepe gebracht worden.

Die Lage auf der Insel war auch am Sonntag höchst angespannt. Mehrere Tausende Migranten harren auf den Straßen aus. Es könnte Wochen dauern, bis nach dem Brand am vergangenen Mittwoch alle Menschen wieder ein Dach über dem Kopf bekommen. Die Behörden suchen nach weiteren Orten, wo Zeltlager eingerichtet werden können. Zahlreiche Migranten forderten, nach Westeuropa weiterziehen zu dürfen.

Samstag, 12. September:

13.54 Uhr: Polizei geht mit Tränengas gegen Migranten vor

Schreckliche Szenen auf Lesbos! Am Samstag protestierten rund 2000 Migranten nach der Brandkatastrophe im Flüchtlingslager Moria.

Die Flüchtlinge gegen nahe der Inselhauptstadt Mytilini auf die Straße, um gegen ihre schlimme Notlage zu protestieren.

Dabei ging die Polizei mit Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Mehr als 11.000 Migranten sind nach dem schlimmen Brand auf Lesbos obdachlos.

Freitag, 11. September:

16:30 Uhr: Auf Lesbos wird ein provisorisches Zeltlager aufgebaut

Wie die „dpa“ berichtet, haben die griechischen Behörden auf der Insel Lesbos mit dem Bau eines provisorischen Zeltlagers begonnen. Dieses soll in der Nähe der Inselhauptstadt Mytilini auf einem Schießübungsfeld der griechischen Armee entstehen. Das Lager soll dann einen Großteil der mehr als12.000 Migranten aufnehmen können.

Trotz der aktuell schon starken Polizeipräsenz auf der Insel, erhält die Polizei noch weitere Einheiten und auch Wasserwerfer. Sie fürchtet die Reaktion der Inselbewohner auf den Bau des neuen Zeltlagers, da diese die Abreise aller Migranten fordern und kein neues Zeltlager auf der Insel haben möchten.

Im Laufe des Tages demonstrierten zwischenzeitlich mehrere Hundert Migranten auf der Insel und riefen unter anderem: „Wir wollen gehen, lasst uns frei!“ Die Polizei löste die Demonstrationen auf.

10.20 Uhr: Horst Seehofer äußert sich zur Aufnahme von Minderjährigen

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat angekündigt, dass Deutschland zwischen 100 und 150 Minderjährige aus dem Flüchtlingslager Moria aufnehmen werden. Zehn EU-Staaten hätten sich dazu bereit erklärt, etwa 400 Minderjährige aus dem abgebrannten Lager unter sich aufzuteilen. Laut Seehofer würden Deutschland und Frankreich „den Hauptteil tragen“.

Donnerstag, 10. September:

22.47 Uhr:

Nach dem Großbrand im griechischen Migrantenlager Moria auf Lesbos bieten zehn deutsche Städte der Bundesregierung in einem Brief an, Menschen ohne Obdach hierzulande aufzunehmen. „Wir sind bereit, Menschen aus Moria aufzunehmen, um die humanitäre Katastrophe zu entschärfen“, heißt es in einem Schreiben der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister von Hannover, Potsdam, Freiburg, Oldenburg, Düsseldorf, Göttingen, Gießen sowie Köln, Bielefeld und Krefeld. Der Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) lag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag) vor.

22.09 Uhr: Athen bedankt sich bei Macron und Merkel

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat sich bei Deutschland und Frankreich für die Bereitschaft bedankt, nach den Bränden im griechischen Flüchtlingslager Moria minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. „Wir werden alles unternehmen, diese Krise auf menschliche Weise anzugehen“, sagte Mitsotakis am Donnerstagabend in Ajaccio auf Korsika nach einem informellen EU-Südstaaten-Gipfel.

18.00 Uhr: Die Linke fordert Aufnahme von Tausenden Flüchtlingen

Auf Antrag der Linken wird der Bundestag am Freitag über die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Flüchtlingslager Moria debattieren. Die Fraktion fordert, „in einem ersten Schritt die rund 13.000 Menschen, die durch die Brände in Moria obdachlos geworden sind, aufzunehmen, soweit diese nicht in andere aufnahmebereite Länder möchten“.

15.12 Uhr: EU will 400 minderjährige Flüchtlinge aufnehmen

Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen nach den Bränden im griechischen Flüchtlingslager Moria in einer gemeinsamen Aktion mit anderen EU-Ländern 400 unbegleitete Minderjährige übernehmen. Die Zahl gilt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin für alle teilnehmenden Länder - wieviele davon Deutschland übernehmen würde, stehe noch nicht fest, hieß es.

9.25 Uhr: Mindestens 3500 Unterkünfte in Moria abgebrannt

Nach Behördenangaben brannten die Unterkünfte von mindestens 3500 der 12.700 Menschen im Lager Moria ab. Die humanitäre Lage verschärft sich weiter. Ein Teil der Flüchtlinge soll jetzt vorübergehend auf zwei griechischen Marineschiffen untergebracht werden, die am Donnerstag auf Lesbos eintreffen sollen. Auch eine Fähre ist als Notunterkunft vorgesehen, wie Griechenlands Migrationsminister Notis Mitarachis mitteilte. Zudem sollen neue Zelte aufgebaut werden.

+++ „Moria brennt“: Flüchtlingslager in Flammen ++ NRW will bis zu 1.000 Menschen aufnehmen +++

9.10 Uhr: Brandursache weiter unklar

Die Ursache der Brände von Dienstag ist weiter unklar. Griechenlands Migrationsminister Notis Mitarachis sagte, die Feuer seien ausgebrochen, „als die Asylbewerber gegen die verhängte Quarantäne protestierten“. Der Minister ließ offen, ob es sich um Brandstiftung handelte. Wenige Stunden vor dem Ausbruch der Feuer hatte das Migrationsministerium mitgeteilt, dass 35 Lagerbewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden seien.

Auch am Mittwochabend randalierten einige Migranten wieder und skandierten „Bye Bye Moria!“. Griechischen Medienberichten zufolge wurden mehrere kleine Feuer gelegt. Die Feuer hätten unbeschädigte Zelte und andere provisorische Unterkünfte von Moria zerstört, berichtete das Staatsfernsehen. Weiter heißt es, die Polizei habe unter Einsatz von Tränengas einige jugendliche Migranten gestoppt, die versuchten, in die Hauptstadt von Lesbos zu kommen.

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Mehr zum Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

  • Das Flüchtlingslager besteht seit 2015.
  • Es befindet sich im Landesinneren der Insel Lesbos nahe des Dorfes Moria (Gemeinde Mytilini).
  • Es ist Griechenlands und damit auch Europas derzeit größtes Flüchtlingslager.
  • Die griechische Insel Lesbos liegt in der Agäis vor der türkischen Küste.
  • Ausgelegt ist das Lager für eine Kapazität von 2800 Menschen. Zuletzt lag die Belegung bei etwa 12.600.

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8.40 Uhr: Druck auf Bundesinnenminister Seehofer wächst

Der Druck auf die EU und die deutsche Politik nimmt zu. In mehreren deutschen Städten kamen am Mittwochabend Tausende zu Demonstrantionen unter dem Motto „Wir haben Platz“ zusammen. Die Demonstranten forderten die Aufnahme der Moria-Flüchtlinge in Deutschland und Europa.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sprach von einer „humanitären Katastrophe“ und forderte die Verteilung der Betroffenen auf aufnahmewillige Staaten in der EU. Mehrere deutsche Bundesländer erklärten sich zur Aufnahme bereit, das von Horst Seehofer geführte Bundesinnenministerium wies jedoch solche Vorstöße erneut zurück. Ohne Zustimmung des Bundesministerium ist eine Aufnahme von Flüchtlingen in einzelnen Bundesländern nicht möglich. Seehofers Ministerium besteht auf eine europäische Verteilung.

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SPD-Vizechefin Serpil Midyatli übte deshalb scharfe Kritik an Seehofers „Blockadehaltung“. Für die Betroffenen auf Lesbos sei das Vorgehen des Ministers „lebensgefährlich“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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Weitere Politik-Nachrichten:

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Moria: Rückendeckung für Seehofer von Armin Laschet – „Nicht damit gelöst, dass alle nach Deutschland kommen.“

Hessens CDU-Europaministerin Lucia Puttrich warnte in der Bild-Zeitung dagegen davor, Migranten aus Moria aufzunehmen, und bezog sich darauf, dass der Großbrand offensichtlich bewusst gelegt wurde. „Dieser Gewaltausbruch einiger darf nicht belohnt werden. Weder durch eine Verlegung in andere europäische Länder noch bei der Dauer oder dem Ergebnis des Asylverfahrens“, sagte sie.

Rückendeckung für Horst Seehofer kam von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: „Hier wird man eine viel größere Lösung brauchen als nur einen deutschen Alleingang“, sagte Laschet im ZDF. „Das ist nicht damit gelöst, dass alle nach Deutschland kommen.“ Sonst sei wenige Wochen später das Problem wieder da, und die anderen EU-Länder zögen sich zurück, erklärte er in der ARD.

+++ Auch spannend: Nach Abbruch in Flüchtlingslager trifft Laschet überraschende Entscheidung – die nimmt ihn sichtlich mit +++

Moria-Streit in der CSU: Ministerpräsident Söder und Entwicklungshilfeminister Müller gegen Seehofer

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) plädierte für die Aufnahme von 2000 Flüchtlingen aus Moria in Deutschland. Innerhalb der EU müsse Deutschland in einer „Koalition der Willigen“ vorangehen, sagte der CSU-Minister im ARD-Fernsehen.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stellt sich nun offen gegen seinen Vorgänger. Er twitterte am Mittwoch: „Die schrecklichen Ereignisse aus Moria lassen niemanden kalt und erfordern rasche Hilfe und Solidarität. Ganz Europa und auch Deutschland müssen handeln und helfen. Sollte die Bundesregierung entscheiden, Menschen aufzunehmen, wird sich Bayern selbstverständlich daran beteiligen.“

Dieser Tweet führte prompt zu einer Reaktion von SPD-Vize und Juso-Chef Kevin Kühnert. Er fleht Söder fast schon an: „Leider ist Herr Seehofer nicht mehr auf Twitter. Bitte rufen Sie ihn an. Es drängt.“ (mag, js, mg)

 
 

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