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Mit 31 Jahren Bundeskanzler von Österreich? Das musst Du über Sebastian Kurz wissen

Kurz spricht von "historischem Tag" für die ÖVP

Nach dem Sieg der konservativen Volkspartei (ÖVP) in Österreich hat Spitzenkandidat Sebastian Kurz vor Anhängern in Wien von einem "historischen Tag" für die Partei gesprochen.

  • Sebastian Kurz ist erst 31 Jahre alt
  • Er könnte nun aber der nächste Bundeskanzler von Österreich sein
  • Das musst Du über den Mann mit den zurückgegelten Haaren wissen

Wien. 

Er ist erst 31 Jahre alt, Polit-Jungstar und Hoffnungsträger der Konservativen. Nach der Wahl in Österreich kann Sebastian Kurz jetzt Bundeskanzler werden. Dann wäre er der jüngste Regierungschef in Europa!

Das musst Du über Kurz wissen:

• Sein Elternhaus:

Kurz kommt aus recht einfachen Verhältnissen. Seine Mutter ist Lehrerin, sein Vater Techniker. Als Einzelkind wuchs er im Wiener Arbeiterbezirk Meidling auf. Zu Schulzeiten teilte er das Klassenzimmer mit vielen Migranten, als dieses Wort noch nicht in aller Munde war. „Ich war mit Integrationsfragen früh konfrontiert“, sagte er in einem seiner ersten Interviews als Außenminister. Seine Eltern nahmen zeitweise Flüchtlinge aus Bosnien auf. In Meidling lebt der 31-jährige noch heute.

• Seine Freundin:

Viel weiß man nicht über sein Privatleben. Sebastian Kurz hat eine Freundin, sie heißt Susanne. Beide sind seit 13 Jahren liiert. Sie ist auch 31 und arbeitet im Finanzministerium.

• Seine Hobbys:

Der 31-Jährige geht gerne zum Wandern und Klettern in die Berge. Er fährt auch Mountainbike.

• Sein Look:

Kurz sieht aus wie der „perfekte Schwiegersohn“. Ein wenig schnöselig, zurückgegelte Haare, enge modische Anzüge ohne Krawatte. Vom Männermagazin „GQ“ wurde er unter die Top 5 der stylishsten Österreicher gewählt.

• Seine Social-Media-Kanäle:

Sebastian Kurz ist auf Facebook und Twitter vertreten. Auch auf Instagram gibt es ein Profil.

• Seine Karriere:

Als 16-Jähriger bot sich Sebastian Kurz zur Mitarbeit in der ÖVP-Bezirksstelle in Meidling an – und wurde abgewiesen. Das hat sich wenig später geändert. Die Konservativen formten den jungen Mann zu einem Hoffnungsträger.

Mit 24 Jahren wurde Kurz Staatssekretär für Integration. Diese Zeit hat ihn geprägt. Er habe damals Hohn und Spott wegen seines Alters aushalten müssen. Er ließ teils prominente Integrations-Botschafter, darunter die TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer, in Schulen für Eingliederung werben. „Integration durch Leistung“ war seine Überzeugung und sie ist es bis heute geblieben.

Mit 27 Jahren wurde Kurz dann Außenminister. Er trat auch im Kreis altgedienter Top-Diplomaten selbstsicher auf und vermied gekonnt diplomatische Fettnäpfchen. Kurz bevorzugt Economy-Plätze im Flieger, ohne daraus ein beifallheischendes Thema zu machen. Sein Auftreten schwankt zwischen Lässigkeit und Beherrschtheit. Sein Meisterstück war die Öffnung der ÖVP für politische Quereinsteiger, die in den Augen der Bürger aus der lahmen Partei eine flotte Bewegung fast wie bei Emmanuel Macron gemacht hat.

Im Juli 2017 wurde er zum Vorsitzenden der ÖVP gewählt. Nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl am Sonntag könnte Kurz mit nur 31 Jahren Bundeskanzler werden. Sein Jura-Studium hat er übrigens nie abgeschlossen. (jha/dpa)