Ministerpräsident spottet bei Facebook über Chemtrails

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich bei Facebook mit Verschwörungstheoretikern angelegt.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich bei Facebook mit Verschwörungstheoretikern angelegt.
Foto: dpa
Weil er sich bei Facebook über Chemtrails lustig machte, zog sich Thüringens Ministerpräsident Ramelow den Zorn von Verschwörungstheoretikern zu.

Essen/Berlin.. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow legt sich bei Facebook mit Änhängern von Verschwörungstheorien an. Der Linken-Politiker postete auf seiner Seite ein Bild von einem Flugzeug mit Kondensstreifen, dazu stand der Text: "Gefährliche Chemtrails am Himmel? Chemtrails? Nein Kondensstreifen. Kondensstreifen entstehen in hinreichend kalter Atmosphäre als der Wasserdampfemissionen aus Flugzeugtriebwerken."

Anhänger von Chemtrails behaupten hingegen, dass Flugzeuge heimlich Chemikalien oder andere Stoffe ausstoßen, weil die Regierung oder andere Organisationen damit bewusst die Umwelt manipulieren wollen. Allerdings gibt es keinerlei glaubwürdige Hinweise, die diese Behauptung bestätigen würden. Das ist den Chemtrail-Anhängern allerdings ziemlich egal. Ramelows Post zog zahlreiche Verschwörungstheoretiker an, viele User beschimpften den 59-Jährigen.

Ramelow kontert Chemtrail-Anhänger mit Satire aus

"Wie kann man so lügen mit dem Bewusstsein, dass man selbst auch vergiftet wird. Hauptsache Geld fließt", polterte ein User. Andere warfen Ramelow vor, er stecke auch mit "denen" unter einer Decke: "Nur mal so. Wettermodifikationen sind seit 1947 genauestens dokumentiert. Künstlich erzeugte Zirren sind daher nichts Neues", schreibt ein User und erklärt, dass die Chemtrails durch toxische Aerosole und Nanopartikeln verursacht würden. Doch anstatt den Verschwörungstheoretikern die Diskussion zu überlassen, schaltete Ramelow sich immer wieder ein.

Außerirdische hätten seinen Hund entführt und ihn gezwungen dieses Bild zu posten, kommentierte Thüringens Ministerpräsident sarkastisch. Und auf die Behauptung eines Users, der Himmel sei voll mit Chemtrails antwortete er: "Letztens kreuzten die [Chemtrails] sich mit drei Regenbögen - aber das war in Israel und da steckte bestimmt der Mossad dahinter." Bis zum Montagmittag hatten etwa 300 Menschen den Post kommentiert, überwiegend Anhänger der Chemtrail-Verschwörungstheorie.

Am Sonntagabend verkündete der 59-Jährige immerhin ein kleines Happy-End. Die Außerirdischen hätten seinen Hund freigelassen. Nun werde er mit "Attila" den Tatort ansehen. (fel)

 
 

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