Minister Jäger: Raser hart bestrafen

Mike Fiebig und Tobias Blasius

Hagen.  NRW-Innenminister Jäger (SPD) hat mit Bestürzung auf die dramatischen Folgen des illegalen Autorennens in Hagen reagiert. „Es macht mich fassungslos, dass es immer noch Menschen gibt, die sich im Straßenverkehr Rennen liefern und dadurch das Leben anderer leichtfertig aufs Spiel setzen“, sagte Jäger dieser Zeitung. Die Fahrer müssten jetzt „die ganze Härte unserer Gesetze zu spüren bekommen“, so Jäger weiter.

In Hagen waren am Donnerstagabend fünf Menschen schwer verletzt worden, darunter eine unbeteiligte Mutter mit zwei kleinen Kindern. Ein sechsjähriger Junge schwebte gestern noch in Lebensgefahr. „Wir machen uns sehr große Sorgen“, sagte Michael Hoffmann, Leiter der Verkehrsdirektion der Hagener Polizei.

Die Polizei wirft einem 46-jährigen Autofahrer vor, sich mit einem 33 Jahre alten Mann ein Beschleunigungsrennen geliefert zu haben. Schwester und Mutter des Sechsjährigen sowie der Fahrer eines weiteren Wagens wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Der 33-Jährige flüchtete zunächst, stellte sich aber später. Die Geschwindigkeit der beiden Fahrzeuge lag Schätzungen der Polizei zufolge bei „knapp unter 100 km/h“. Erlaubt ist auf der Straße Tempo 50.

Laut NRW-Innenministerium registrierte die Polizei im ersten Quartal 2016 landesweit 32 illegale Autorennen. Dabei sei es zu einem Verkehrsunfall mit Sachschaden gekommen. Trotz der jüngsten dramatischen Ereignisse sei in diesem Jahr keine Zunahme bei illegalen Autorennen zu verzeichnen. Die Polizei beobachte das Phänomen gleichwohl vorwiegend in Großstädten sehr genau und halte mit Geschwindigkeitskontrollen und „maßgeschneiderten lokalen Konzepten“ dagegen.

Jäger betonte, dass die Straßenverkehrsbehörden systematisch über Fahrer informiert würden, die sich an illegalen Rennen beteiligt haben. Die Behörden prüften automatisch „deren charakterliche Eignung zum Führen von Fahrzeugen“.