Minister fordert Deutschpflicht bei Twitter und Facebook

Der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) spricht sich für eine Deutschpflicht im Internet aus. Eine Idee, die für viele völlig an der Realität vorbei geht.
Der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) spricht sich für eine Deutschpflicht im Internet aus. Eine Idee, die für viele völlig an der Realität vorbei geht.
Foto: dpa
  • Minister aus Baden-Württemberg fordert von Migranten, dass sie auf Deutsch posten
  • Die Reaktionen reichen von Häme und Spott bis zu echter Anfeindung
  • Das Ministerium des CDU-Politikers bemüht sich um Schadensbegrenzung

Heilbronn/Mannheim.  Eine Deutschpflicht für soziale Netzwerke – klingt ziemlich schräg. Genau das hat aber jetzt Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) gefordert. „Wer in unserem Land lebt, sollte in der Landessprache kommunizieren. Das gilt auch für soziale Medien“, sagte der Minister der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“. Das sorge für mehr Transparenz, so der Politiker.

Da scheint sich ein Minister auf Neuland zu bewegen. Bei der Forderung erinnern sich jedenfalls einige Twitterer an eine Aussage von Kanzlerin Angela Merkel, für die sie viel Spott einstecken musste. „Das Internet ist für uns alle Neuland“, hatte sie vor drei Jahren in einer Rede zum Besuch des US-Präsidenten Barack Obama gesagt.

In den sozialen Netzwerken machen sich User auch über Hauks Vorschlag lustig: „Keine Tweets mehr auf Englisch für mich, schätze ich“, twittert einer.

Andere reagieren verärgert und verbinden seine Aussagen nicht mit Hauks CDU, sondern mit einer anderen Partei.

Eine Sprecherin des Ministeriums bemühte sich um Schadensbegrenzung: Hauk wolle mit seiner Forderung verhindern, dass der innertürkische Konflikt in Deutschland über das Internet weiter angeheizt werde, sagte sie: „Was öffentlich zu lesen ist, das sollte auf Deutsch zu lesen sein.“ (dpa/kge)