Milchpreise im freien Fall

Berlin.  Der Milchpreis fällt immer weiter. Nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zahlten einige Molkerein nur noch 18 oder 19 Cent pro Kilogramm Frischmilch – und damit 30 Prozent weniger als noch vor wenigen Wochen. Um kostendeckend wirtschaften zu können, bräuchten die 75 000 Milchbauern in Deutschland aber einen deutlich höheren Erzeugerpreis: Sie nennen selbst 40 Cent als „fairen Preis“.

Wegen eines Überangebots sind aktuell die Milchpreise in ganz Europa im Keller. Die Bundesregierung will den Landwirten mit einem mindestens zweistelligen Millionenbetrag helfen, über den Ende des Monats bei einem Milchgipfel gesprochen werden soll. Agrarminister Schmidt (CSU) betonte erneut, dass die Überproduktion den Preis drücke und auch dort die Lösung liege: „Es gibt nur einen Weg, wir müssen die Produktion eindämmen“, sagte Schmidt der „Süddeutschen Zeitung“.

Eine Rückkehr zu einer Quotenregelung, um die Milchmenge zu verringern, lehnt Schmidt allerdings ab, stellte aber zugleich Hilfen für die Bauern in Aussicht. „Wir werden den Bauern mit Steuererleichterungen und Liquiditätshilfen zur Seite stehen“, sagte Schmidt. Denkbar seien etwa Bürgschaften für Kredite.

Die EU hatte im März unter anderem den Weg für freiwillige, zeitlich begrenzte Mengenreduzierungen in den EU-Staaten für Milchprodukte freigemacht. Produzenten können sich bei den Produktionsmengen absprechen, ohne kartellrechtlich in Probleme zu geraten. Diese freiwillige Marktstabilisierung habe jedoch noch nicht gegriffen, sagte der österreichische Landwirtschaftsminister Rupprechter bei einem Treffen der EU-Agrarminister in Brüssel.

 
 

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