Merkel wohl gegen weitere Beitrittsverhandlungen mit Türkei

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Recep Tayyip Erdogan geben gemeinsam eine Pressekonferenz (Archivbild).
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Recep Tayyip Erdogan geben gemeinsam eine Pressekonferenz (Archivbild).
Foto: imago/Stefan Zeitz
Das könnte für weitere Spannungen sorgen: Kanzlerin Merkel ist laut einem Bericht dagegen, den EU-Beitritt der Türkei voranzutreiben.

Berlin.  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich einem Zeitungsbericht zufolge gegen die Eröffnung weiterer Kapitel bei den Beitrittsverhandlungen der Europäischen Union mit der Türkei ausgesprochen. In der Sitzung der Unionsfraktion habe Merkel am Dienstag empfohlen, dies auch in den Wahlkreisen bei Fragen zum Umgang mit der Türkei so zu erklären, berichtete die „Bild“-Zeitung laut Vorabbericht unter Berufung auf Teilnehmer der Fraktionssitzung.

Das Europäische Parlament hatte vergangene Woche wegen des Vorgehens der türkischen Regierung nach dem Putschversuch im Juli dafür gestimmt, die Beitrittsgespräche einzufrieren. Es solle mit der Türkei nicht weiter über offene Verhandlungskapitel gesprochen werden, empfahlen die EU-Parlamentarier. Auch neue Kapitel sollten nicht eröffnet werden. Die Entscheidung darüber treffen allerdings die Staats- und Regierungschefs der EU.

Erdogan: Empfehlung des Europaparlaments hat Türkei gekränkt

Für Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich das Thema EU-Beitritt dagegen vorerst noch nicht erledigt. Die Empfehlung des Europaparlaments zum Einfrieren der Beitrittsverhandlungen habe die Türkei gekränkt.

„Dennoch haben wir im Moment – seht, ich sage im Moment – das Kapitel Europäische Union noch nicht abgeschlossen“, sagte Erdogan am Dienstag in Istanbul. Er mahnte zugleich, die derzeitige Situation rufe keine positiven Erwartungen hervor. „Für die Türkei gibt es immer eine Vielzahl an Alternativen“, sagte Erdogan. (dpa/rtr)

 
 

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