Merkel-Ministerin schäumt vor Wut: „Widerlicher Dreck“ – jetzt gibt es Rücktritt von Tichy

Sind entsetzt: SPD-Politikerin Sawsan Chebli und CSU-Kollegin Dorothee Bär.
Sind entsetzt: SPD-Politikerin Sawsan Chebli und CSU-Kollegin Dorothee Bär.
Foto: imago images / Metodi Popow, imago images / Christian Spicker

Neuer Eklat um die SPD-Politikerin Sawsan Chebli. Die Berlinerin mit palästinensischen Wurzeln gilt als Feindbild der Rechten. Nun bekommt sie sogar Solidarität von der Merkel-Ministerin Dorothee Bär.

Es geht um einen gehässigen Zeitschriftenbeitrag über Sawsan Chebli und ihre Kandidatur für den Bundestag.

UPDATES 24. September 2020:

11.30 Uhr: Tichy gibt Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung ab

Nachdem auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sowie der Vorsitzende der Mittelstandsunion, Carsten Linnemann, mit sofortiger Wirkung ihre Mitgliedschaft in der Ludwig-Erhard-Stiftung ruhen ließen, gibt es nun personelle Konsequenzen. Der Vorsitzende Roland Tichy gibt nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Handelsblattes den Vorsitz der Stiftung ab.

Die beiden CDU-Politiker hatten zuvor erklärt: „Die Ludwig-Erhard-Stiftung ist eine Institution mit langer Tradition und dem Erbe des Namensgebers verpflichtet. Leider ist seit geraumer Zeit eine Debattenkultur von führenden Vertretern der Stiftung festzustellen, die dieser Verantwortung nicht gerecht wird. Das schadet dem Ansehen Ludwig Erhards."

8 Uhr: Dorothee Bär verlässt aus Protest die Ludwig-Erhard-Stiftung

Aus Protest gegen die sexistische Äußerung gegen SPD-Politikerin Sawsan Chebli zieht sich Dorothee Bär nun aus der Ludwig-Erhard-Stiftung zurück. Der Vorsitzender der Stiftung ist der Publizist Roland Tichy, der das Magazin „Tichys Einblick“ herausgibt, in dem die Zeilen über Chebli erschienen.

„Grund für diese Entscheidung ist eine Publikation in dem Magazin 'Tichys Einblick', die frauenverachtende und in höchstem Ausmaß sexistische Äußerungen gegenüber meiner Kollegin Sawsan Chebli enthält“, erklärt Bär dem Handelsblatt. Und weiter: „Derartige Ausfälle sind unerträglich und mit den Zielen der Stiftung absolut unvereinbar. Ludwig Erhards Ansinnen wäre heute sicher nicht die Herabwürdigung von Frauen, sondern das Fördern weiblicher Karrieren.“

Erstmeldung 23. September 2020: Merkel-Ministerin stellt sich nach Sexismus-Beitrag auf die Seite von Sawsan Chebl

Die SPD-Politikerin Chebli teilte den Ausschnitt, der offenbar in der Rubrik Blackbox in der rechtskonservativen Zeitschrift „Tichys Einblick“ veröffentlicht wurde. Für Sawsan Chebli ist es ein „besonders erbärmliches, aber leider alltägliches Beispiel von Sexismus gegen Frauen in der Politik.“

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Mehr über SPD-Politikerin Sawsan Chebli

  • Chebli war von 2014 bis 2016 stellvertretende Sprecherin von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, seitdem ist sie Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engegement und Internationales in der Senatskanzlei.
  • Ihre Familie hat palästinensiche Wurzeln und wurde als Kind von Flüchtlingen in Berlin geboren.
  • Chebli ist praktizierende Muslim.
  • Nun will Chebli bei der Bundestagswahl 2021 im Wahkreis Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf kandidieren. In einer parteiinternen Vorwahl tritt jedoch der Regierende Bürgermeister Michael Müller gegen sie an.

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SPD-Politikerin Sawsan Chebli: Feindbild von Konservativen und Rechten - Dorothee Bär solidarisiert sich

Journalist Stephan Paetow hatte dort bezüglich ihrer Kandidatur gegen den Regierenden Bürgermeister Müller für einen Bundestags-Wahlkreis geschrieben: „Was spricht für Sawsan? Befreundete Journalistinnen haben bislang nur den G-Punkt als Pluspunkt feststellen können in der Spezialdemokratischen Partei der alten Männer.“

Nicht nur Chebli empört sich über diese Frauenverachtung. Auch Politikerinnen anderer Parteien solidarisieren sich mit ihr. Die stellvertretende Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang twittert: „Habe schon viel Schmarrn gesehen, wenn es um Frauen in der Politik geht, aber das ist wirklich ein neues Tief. Vollste Solidarität!" Ex-Ministerin Renate Künast meldet sich ebenfalls zu Wort: „Das ist unterirdisch!"

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Mehr Politik-Nachrichten:

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Auch von CSU-Politikerin Dorothee Bär kommt eine deutliche Meinung zu diesem Beitrag. Die Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung schreibt: „Das ist widerlicher Dreck!"

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