Mehrheit der Deutschen für Video-Überwachung

Berlin. Zwei Drittel der Deutschen halten die Anstrengungen des Staates in der Kriminalitätsbekämpfung für unzureichend. 75 Prozent der Befragten in der Forsa-Studie "Sicherheit in Deutschland" halten eine Lockerung des Datenschutzes für zumutbar. Viele befürworten eine Video-Überwachung.

Zwei von drei Deutschen halten einer Umfrage zufolge die Bekämpfung der Kriminalität durch staatliche Stellen für unzureichend. Dies geht aus einer Forsa-Studie zur «Sicherheit in Deutschland» hervor, die der Deutsche Beamtenbund (DBB) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Auf die Frage, ob der Staat genug zur Bekämpfung der Kriminalität unternehme, antworteten demnach 66 Prozent mit Nein. Zudem hielten 75 Prozent der Befragten eine Lockerung des Datenschutzes für zumutbar, um gegen den Missbrauch des Internets etwa bei Kinderpornografie oder durch Rechtsextremisten vorzugehen.

Die Kritiker der staatlichen Kriminalitätsbekämpfung plädierten bei der Befragung vor allem für eine höhere Polizeipräsenz und härtere Strafen für Kriminelle. 73 Prozent der insgesamt 1009 befragten Bürger hielten außerdem eine vollständige Video-Überwachung von öffentlichen Plätzen und Gebäuden bis hin zu großen Einkaufszentren für richtig. 67 Prozent zeigten sich überzeugt, dass es in Deutschland zu wenig Polizei gebe.

Kriminalität habe gefühlt zugenommen

Nur 22 Prozent waren der Meinung, dass durch Maßnahmen zum Erhalt der inneren Sicherheit die Freiheitsrechte des Einzelnen zu sehr eingeschränkt werden, 75 Prozent hielten solche Einschränkungen hingegen zu zumutbar. Zwar äußerten 61 Prozent der Befragten die Einschätzung, dass die Kriminalität in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Zugleich waren jedoch knapp 90 Prozent der Auffassung, dass sich die Menschen an ihrem eigenen Wohnort sicher fühlen könnten.

Der Beamtenbund wertete die Umfrageergebnisse als Beleg, dass die Bürger vom Staat und seinen Institutionen eine wirksamere Bekämpfung der Kriminalität erwarteten. «Das sollte Politikern aller Parteien zu denken geben», mahnte DBB-Chef Peter Heesen. Besonders im Bereich der Internetkriminalität werde «das Sicherheitsbedürfnis der Menschen offenbar unterschätzt». «Hier rangiert bei den Bürgern Sicherheit vor Datenschutz», erklärte Heesen. Zudem untermauere die Einschätzung der Befragten, dass es hierzulande zu wenig Polizeibeamte gebe, die DBB-Forderung nach Einstellung von mindestens weiteren 10.000 Einsatzkräften. (afp)

 
 

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