Mehr Untersuchungen für Jugendliche

Berlin.  Grundschüler und Teenager sollen künftig regelmäßig zur Vorsorge beim Kinderarzt gehen: Gesundheitsminister Gröhe (CDU) will das Untersuchungsprogramm für Kinder und Jugendliche ausweiten. Dazu sollen bis zu drei neue Vorsorgeuntersuchungen zu Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden - die U10 und die U11 für Grundschüler sowie die J2 für Jugendliche.

„Wir wollen, dass die bewährten U- und J-Untersuchungen beim Kinder- oder Hausarzt künftig bis zum 18. Lebensjahr regelmäßig möglich sind“, erklärte Gröhe gegenüber dieser Zeitung. Die Weichen für ein gesundes Leben würden im Kindes- und Jugendalter gestellt: „Deshalb ist es wichtig, dass auch die Früherkennung von gesundheitlichen Risiken schon bei den Kleinsten beginnt und in allen Altersgruppen gestärkt wird.“

Bislang sind nur die Untersuchungen im Vorschulalter (U1 bis U9) und die Jugenduntersuchung J1 für 12- bis 14-Jährige gesetzliche Kassenleistungen. Im Grundschulalter und im späteren Teeanger-Alter klafft dagegen eine Lücke: Zwar übernehmen immer mehr Kassen freiwillig die Kosten für die U10, die U11 und die J2 – doch nach Angaben des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte gehen nach wie vor etliche Familien leer aus: „Jedes dritte gesetzlich versicherte Kind hat keinen Anspruch auf diese Untersuchungen“, sagte der BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann aus Kreuztal gegenüber dieser Zeitung.

Die Stärkung der Kinder-Untersuchungen ist Teil des neuen Präventionsgesetzes der Großen Koalition, dass am 17. Dezember ins Kabinett kommt und ab 2016 gelten soll. Das letzte Wort bei der Ausgestaltung des Vorsorgeprogramms hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Kassen. Intern aber rechnet man damit, dass alle drei Untersuchungen (U10, U11 und J2) künftig zu Regelleistungen werden.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte schätzt die Mehrkosten für diejenigen Kassen, die die drei Untersuchungen bislang nicht bezahlen, auf 100 Millionen Euro. Durch die Stärkung des Untersuchungsprogramms erhoffen sich die Kinderärzte eine Verbesserung bei den Impfquoten von Kindern im Schulalter: „Wir wissen“, erläutert Hartmann, „wenn Impfungen mit Vorsorgeuntersuchungen zusammen fallen, werden sie auch gemacht.“

 
 

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