Mehr Menschen in NRW sind ohne feste Wohnung

Laut Obdachlosenstatistik leben in NRW mehr Menschen auf der Straße: Seit 2011 ist die Zahl der Wohnungslosen um etwa 5000 Menschen gestiegen.
Laut Obdachlosenstatistik leben in NRW mehr Menschen auf der Straße: Seit 2011 ist die Zahl der Wohnungslosen um etwa 5000 Menschen gestiegen.
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In NRW leben rund 21.000 Menschen auf der Straße - das sind 5000 mehr als 2011. Sozialminister Schmeltzer kündigt an, Hilfsangebote auszubauen

Düsseldorf.. Rund 21.000 Menschen hatten im vergangenen Jahr in NRW keine Wohnung. Das sind etwa 5000 Wohnungslose mehr als im Jahr 2011 und 500 mehr als im Vorjahr. Diese Entwicklung geht aus der Obdachlosenstatistik 2015 hervor, die NRW-Sozialminister Rainer Schmeltzer (SPD) am Dienstag vorstellte.

Obdachlosigkeit ist demnach vor allem in den großen rheinischen Städten ein Thema, nicht so sehr im Ruhrgebiet. Mitte 2015 wurden in Düsseldorf 29 Wohnungslose je 10.000 Einwohner gezählt. Insgesamt waren dort 1750 Menschen betroffen. In Köln lebten 4683 Wohnungslose (45 je 10.000 Einwohner), in Bonn 683 (22 je 10.000 Einwohner). Zum Vergleich: In Duisburg hatten drei von 10.000 Einwohnern keine feste Wohnung, in Gelsenkirchen vier und in Essen 15. Relativ viele Wohnungslose gibt es in Münster und Bielefeld.

Der Flüchtlingszuzug spielt in dieser Statistik fast keine Rolle, weil die Kommunen bis zu diesem Zeitpunkt nur wenige Flüchtlinge aufgenommen hatten. Berücksichtigt wurden Personen, die in Obdachlosenunterkünften, in anderen Einrichtungen oder bei Bekannten untergekommen waren. Etwa jeder zwölfte Wohnungslose ist jünger als 18 Jahre. Drei Viertel der Betroffenen sind Männer. Etwa jeder Dritte hat einen Migrationshintergrund.

Land will Hilfsangebote ausbauen

„Wer heute seine Wohnung verliert, hat es gerade in den Ballungsräumen mit knappem Wohnungsangebot und steigenden Mieten schwer, eine Bleibe zu finden“, sagte Schmeltzer. Das Land werde seine Hilfsangebote ausbauen. Im Rhein-Sieg-Kreis und im Oberbergischen Kreis unterstützt die Regierung entsprechende Modellprojekte. Für das „Aktionsprogramm gegen Wohnungslosigkeit“ stelle das Sozialministerium 1,12 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung.

Der Anstieg der Wohnungslosenzahlen zwischen 2011 und 2015 ist aus Sicht der Landesregierung nicht so dramatisch, wie es die Statistik ausweist. Seit 2011 werden dort nicht nur jene Menschen erfasst, die von den Kommunen in Unterkünften untergebracht werden, sondern auch diejenigen, die von freien Trägern betreut werden. „Jedes Jahr kommen neue Träger hinzu, die ihre Daten übermitteln. Der Anstieg ist zum Teil damit zu erklären“, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

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