Mehr Lebenspraxis im Unterricht - Rot-Grün will Fach Hauswirtschaft entstauben

Theo Schumacher
Der Stundenplan soll praxistauglicher werden. Dazu soll das Fach Hauswirtschaftslehre "entstaubt" werden und Themen wie Konsum und Ernährung auf den Lehrplan kommen.
Der Stundenplan soll praxistauglicher werden. Dazu soll das Fach Hauswirtschaftslehre "entstaubt" werden und Themen wie Konsum und Ernährung auf den Lehrplan kommen.
Foto: Natalie Maag-Waniek
Um junge Leute fit fürs Erwachsenenleben zu machen, soll das Schulfach Hauswirtschaft in NRW entstaubt und weiterentwickelt werden. Auch der Umgang mit Geld, gesunde Ernährung oder Gesundheit sollen künftig auf dem Lehrplan stehen.

Düsseldorf. Praxisnahe Themen und Verbraucherbildung sollen vermehrt Eingang in den Schulunterricht finden. „Fragen, die uns im Alltag beschäftigen, müssen sich stärker in den Schulen wiederfinden“, forderte Sigrid Beer, Fraktionsgeschäftsführerin der Landtags-Grünen. Dazu solle das Fach Hauswirtschaft, das es in vielen Schulen gibt, „entstaubt“ werden.

Beer schlug vor, Hauswirtschaft zu einem Fach „Konsum, Ernährung, Gesundheit“ weiterzuentwickeln. Es müsse „zentrale Kompetenzen vermitteln“. Dazu zählte sie die Kalkulation, „was ich mir leisten kann oder was ein Konto kostet“. Aber auch der Umgang mit Lebensmitteln solle unterrichtet werden.

"Für das Leben lernen"

Geplant sei, die Lehrkräfte schulintern fortzubilden, heißt es in dem rot-grünen Antrag. Beer machte weitere Verbesserungsvorschläge. So könnten im Deutschunterricht Gebrauchsanweisungen und Versicherungsverträge thematisiert werden. Fragen von Wirtschaftskreisläufen oder regionaler Erzeugung könnten Lehrer in Politik oder Sozialwissenschaften besprechen.

„Für das Leben zu lernen, macht doppelt Spaß“, so Beer. Vor allem an Ganztagsschulen sehen SPD und Grüne die Chance, mit Experten zusammenzuarbeiten. Auch Lehrerverbände setzen sich dafür ein, die „Lebensbefähigung“ der Schüler stärker in den Blick zu nehmen. „Lehrpläne sind zu stark auf reine Wissensvermittlung ausgerichtet“, kritisiert Udo Beckmann, Chef des Verbands VBE.