Mehr als 300.000 minderjährige Flüchtlinge in Deutschland

In Deutschland kommen viele Flüchtlinge an. Mehr als 300.000 von ihnen sind minderjährig.
In Deutschland kommen viele Flüchtlinge an. Mehr als 300.000 von ihnen sind minderjährig.
Foto: dpa
Mehr als 100.000 Flüchtlinge in Deutschland sind jünger als sechs Jahre. Das teilte das Bundesinnenministerium Anfrage der Grünen mit.

Berlin..  Laut Bundesregierung halten sich mehr als 300.000 minderjährige Flüchtlinge in Deutschland auf. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Mehr als 100.000 Flüchtlinge sind jünger als sechs Jahre: 46.153 Kinder zwischen null und zwei Jahren, 55.505 Kinder zwischen drei und fünf Jahren.

In Berlin gibt es insgesamt 21.267 minderjährige Flüchtlinge. Mehr leben zum Beispiel in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (76.056), Baden-Württemberg (38.818), Bayern (35.438) oder Niedersachsen (32.995), weniger etwa in Thüringen (8444) oder Hamburg (11.927). Die jungen Flüchtlinge kommen vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Nicht gezählt werden in dieser Statistik die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden.

Kritik für Umgang mit Flüchtlingskindern

Die Grünen kritisieren die Bundesregierung für ihren Umgang mit den Flüchtlingskindern – unter anderem dafür, dass während der Anhörung der Eltern durch Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) keine Kinderbetreuung zur Verfügung steht. „Die Antworten sind in sich widersprüchlich: An einer Stelle betont die Bundesregierung ausdrücklich die große Bedeutung von Schutz- und Spielräumen für geflüchtete Kinder“, sagte Franziska Brantner, Kinder- und familienpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, unserer Redaktion.

Dann aber käme ein glattes Nein auf die Frage, ob während der Anhörung der Eltern eine Kinderbetreuung organisiert werden soll. „Diese Haltung ist unfassbar unsensibel; sie nimmt in Kauf, dass ohnehin schon traumatisierte Kinder die oftmals schrecklichen Schilderungen ihrer Eltern mitanhören müssen – oder, dass die Eltern aus Rücksicht auf ihre Kinder bei Befragungen zu Gräueltaten schweigen“, sagte Brantner. (ak)

 
 

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