Maybrit Illner (ZDF): „Boah, ich krieg' echt fast Blutdruck!" – Wutrede von Unternehmerin

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster

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Im Corona-Talk bei Maybrit Illner bekommt Wirtschaftminister Peter Altmaier eine heftige Standpauke verpasst. Textil-Unternehmerin Sina Trinkwalder redet sich in Rage.

Es ist der emotionalste Moment der Debatte in der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner am Donnerstagabend.

Maybrit Illner (ZDF): Wutrede einer Unternehmerin wegen den Corona-Staatshilfen

Die 42-Jährige Sozialunternehmerin hat die ökosoziale Textilfirma Manomama gegründet, die hauptsächlich Menschen beschäftigt, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben. Sie musste zwar nicht auf Kurzarbeitergeld zurückgreifen, redete sich aber in Rage als es um die Staatshilfen ging.

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Die Gäste bei Maybrit Illner (ZDF) am 18. Februar:

  • Peter Altmaier: CDU-Bundeswirtschaftsminister
  • Sina Trinkwalder: Gründerin des Textilherstellers Manomama
  • Dagmar Rosenfeld: Chefredakteurin „Die Welt“
  • Katarina Witt: Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Eiskunstlauf
  • Claus Ruhe Madsen: Oberbürgermeister von Rostock
  • Siegfried Russwurm: Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie

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Maybrit Illner (ZDF): Wirtschaftsminister Altmaier im Kreuzfeuer der Kritik

Maybrit Illner konfrontiert Wirtschaftminister Peter Altmaier mit den Fakten: 40 Prozent der Novemberhilfen sind noch nicht bei den Antragsstellern angekommen, bei den Dezemberhilfen sind nur rund 50 Prozent bislang ausgezahlt worden. Droht Deutschland nach der zweiten Corona-Welle nun eine Insolvenzwelle bei Ladeninhabern und Kleinunternehmern?

Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld glaubt, dass viel Vertrauen kaputt gegangen sei. Es sei „unverzeihlich“, wie bürokratisch die Auszahlung ablaufe.

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Altmaier versucht sich und die Bundesregierung zu verteidigen. Als Illner über die schleppende Auszahlung hart urteilt („Versprochen - gebrochen!“), antwortet er energisch: „Nein, das ist falsch! Das ist einfach falsch!“ Es brauche Sicherungen, um Missbrauch zu verhindern. Beamte würden über Millionen-Beträge entscheiden und sich im Zweifelsfall haftbar machen für ihre Entscheidungen. „Ich bitte herzlichst um Verständnis, dass wir nicht alle Erwartung sofort erfüllen konnten!“ Es habe sich niemand in der Republik zugetraut, es anders und besser zu machen.

Unternehmerin bei Maybrit Illner: „Die Kleinen lassen wir wahnsinnig hängen“

Da reicht es der Unternehmerin Sina Trinkwalder: „Boah, ich krieg' echt fast Blutdruck. Warum kriege ich Blutdruck? Wir hatten gerade die Thematik, dass man niemanden gegeneinander ausspielen will und wir sollten das auch nicht. Aber wir tun es und die Politik tut es vorneweg. Wenn wir sehen: VW, 10 Milliarden Gewinne, trotz beschissenem Jahr. Heute sagt Daimler: Super, 50 Prozent mehr Gewinne. Alle waren voll auf Kurzarbeit. Und erzählen Sie mir nicht, dass Daimler und Konsorten acht Wochen auf Kurzarbeitergeld warten, die haben viele Anwälte und gute Connections. Der Kleine, und jetzt kommen wir wieder zum Friseur oder wir kommen auch übrigens zur Nagelpflegerin, die wissen noch nicht einmal, wie das gehen soll für ihre Mitarbeiter. Die müssen zum Steuerberater.“

Sie spricht sie 460 Millionen Euro Staatshilfen für Karstadt und Kaufhof an, „die sowieso schon immer wieder tot und pleite sind!“. Das Geld solle besser den Kleinen gegeben werden, die lasse die Politik „wahnsinnig hängen“. Dann attackiert Trinkwalder Altmaier direkt: „Also, ich habe das Gefühl, nur ein Einziger ist hier richtig voll im Lockdown und das ist das Wirtschaftsministerium und zum Zweiten das Finanzministerium.“

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Altmaier verteidigt sich bei Maybrit Illner (ZDF): „Dafür muss ich mich nicht schämen“

Altmaier lächelt die Standpauke zunächst weg, um dann wieder den Kurs der Regierung zu rechtfertigen. Auch bei Karstadt und Kaufhof würden Zehntausende Menschen mit zum Teil niedrigen Gehältern arbeiten. „Wenn es darum geht, diese Arbeitsplätze zu erhalten, dann muss ich mich dafür nicht schämen“, so Altmaier.