Maybrit Illner: Ex-General hält Grünen Standpauke im ZDF – „Das ist doch verrückt!“

USA sagen Ukraine Waffen für zusätzlich 800 Millionen Dollar zu

USA sagen Ukraine Waffen für zusätzlich 800 Millionen Dollar zu

Die USA haben der Ukraine weitere Waffenlieferungen im Umfang von 800 Millionen Dollar (knapp 740 Millionen Euro) zugesagt. US-Präsident Joe Biden sagte im Weißen Haus, es werde dem russischen Präsidenten Wladimir Putin "niemals gelingen, die ganze Ukraine zu dominieren und zu besetzen".

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Ausgerechnet ein Ex-Bundeswehrgeneral nimmt sich die Grünen wegen ihrer militärischen Rhetorik im Ukraine-Krieg vor! Erich Vad hält Politikern wie Toni Hofreiter eine Standpauke in der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner.

Dabei warnt der Bundeswehr-Experte im ZDF auch vor den nuklearen Gefahren, die von Putin ausgehen.

Maybrit Illner: Ex-General hält Grünen im ZDF eine Standpauke – „Das ist doch verrückt!“

Es sei von der politischen Seite falsch, wenn man sage, dass man den „Sieg der Ukraine“ wolle, kritisiert Vad. Ein „baldiges Ende dieses Konfliktes“ mit einer politischen Lösung müsse das Ziel bleiben.

„Mich stört es, wenn deutsche Politiker von den Grünen, eine militärische Lösung als ultimatives Ziel darstellen. Das ist doch verrückt! Und das machen Politiker, die mit Militär nichts am Hut hatten, die den Wehrdienst verweigert haben, die von der Bundeswehr nichts wissen. Das geht doch nicht!“, redet sich Vad bei Maybrit Illner regelrecht in Rage.

Das sind auch Attacken auf Toni Hofreiter, der sich plötzlich stark für die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine einsetzt und bisher als Parteilinker galt.

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Mehr zum Ukraine-Krieg:

  • Der russische Überfall auf die Ukraine begann am 24. Februar 2022
  • Russland wird unterstützt von Milizen der sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk, islamistische tschetschenische Söldner sowie von Belarus.
  • Die Ukraine erhält Militärhilfen der NATO und EU.
  • Vorläufer des Angriffkrieges war der russisch-ukrainische Krieg von 2014 mit der Annexion der Krim und den seitdem fortdauernden Kämpfen im Donbas.

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Ex-General bei Maybrit Illner: „Da müssen wir vorsichtig sein mit Waffenlieferungen“

Aus Sicht des Ex-Generals müsse das Ziel ein Waffenstillstand sein und nicht die Rhetorik eines militärischen Sieges. Zwar müsse man Putin zu Verhandlungen zwingen, aber das Ende anders denken. „Wir können in Zentraleuropa keinen Stellvertreterkrieg auf Jahre gebrauchen, der das Potential hat, zu einem Nuklearkrieg zu eskalieren.“

Russland sei nicht Serbien, Irak, Afghanistan oder Libyen, Russland habe die meisten Nuklearwaffen auf der ganzen Welt. „Das ist ein Unterschied. Und da müssen wir vorsichtig sein mit Waffenlieferungen. Und vor allen Dingen mit unserer Kriegsrhetorik.“

+++ News-Blog zum Ukraine-Krieg +++

Die Standpauke des Generals kommt bei den Zuschauern höchst unterschiedlich an – das zeigen Reaktionen im Netz. Einige loben, dass Vlad mit kühlen Verstand argumentiere. So schreibt ein Zuschauer: „Vielsagend, wenn ausgerechnet ein Militär in der allgemeinen Kriegslust zu Besonnenheit aufruft.“

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Kritik am Ex-General bei Maybrit Illner: „Er war aber auch überzeugt, Russland würde nicht einmarschieren“

Andere dagegen können nur den Kopf schütteln, besonders darüber, dass der ehemalige General bestimmte Politiker dafür attackiert, nicht selbst gedient zu haben und nun vorzupreschen. Das sei eine Ansicht von vorgestern.

Weitere halten Vad vor, dass es allein Sache der Ukraine sei, ob sie Zugeständnisse an Putin machen wolle, denn es sei ihr Recht, das eigene Territorium zu verteidigen.

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Grünen-Politikerin Marina Weisband, die selbst an der Talkrunde bei Maybrit Illner teilnahm, erinnerte nach der Sendung zudem an Fehlprognosen des Generals und stellte damit in Frage, ob er wirklich ein Experte ist: „Vad denkt, die Ukraine kann gar nicht gewinnen. Er war aber auch überzeugt, Russland würde nicht einmarschieren. Er war dann überzeugt, Kiew würde in drei Tagen fallen. Er publiziert auch in rechtsradikalen Verlagen (JF, Sezession). Ich vertraue seinem Urteil also bedingt.“