Markus Lanz (ZDF): Karl Lauterbach warnt eindringlich vor DIESEN „Fake-Zahlen“

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster

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Bei Markus Lanz ging es auch an diesem Donnerstag erneut um die Corona-Krise und den chaotischen Kurs der Bundesregierung.

Da darf SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nicht fehlen – und der wählte bei Markus Lanz deutliche Worte, um vor den Gefahren des Coronavirus zu warnen.

Markus Lanz (ZDF): Karl Lauterbach warnt vor „Fake-Zahlen“

Bei Markus Lanz erklärt der Gesundheitsökonom gleich zu Anfang, warum auch bei sinkender Corona-Fallzahlen keine Lockerungen stattfinden sollten – und bezeichnet diese als „Fake-Zahlen“.

Der Grund: „Sie sind einfach zu niedrig, es wird zu wenig getestet“, so Lauterbach. „Es sieht so aus, als ob sie sinken würden, sie sind aber nicht zutreffend.“

Daher solle man sich nicht „dumm stellen“ und sagen: „Die Zahlen sinken, also kann ich lockern.“

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Die Gäste bei Markus Lanz am 9. April:

Paul Ziemiak, CDU-Generalsekretär

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur der „Augsburger Allgemeinen“

Prof. Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrates

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Zudem sei es ein „Skandal“, dass es auch nach einem Jahr Corona-Krise nach den Feiertagen keine vernünftigen Zahlen gebe, sagt der 58-Jährige deutlich: „Auf den Intensivstationen kann auch niemand sagen, 'Es sind Feiertage, wir beatmen nicht'“.

Grundsätzlich nimmt der Bundestagsabgeordnete im Talk mit Markus Lanz kein Blatt vor den Mund. Als es um eine Aussage von Armin Laschet geht, wonach „wir alle die Hoffnung hatten“, dass die Corona-Zahlen mit wärmeren Temperaturen zurück gehen, muss Karl Lauterbach entschieden widersprechen: „Natürlich hatte kein Wissenschaftler diese Hoffnung.“

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Markus Lanz (ZDF): Karl Lauterbach mit dramatischem Vergleich

„Wir wissen halt, dass Sars-Cov sich nicht so sehr am Wetter stört, wie das zum Beispiel bei Erkältungsviren der Fall ist“ – und bei B117, also der Corona-Mutation „gilt das noch mehr“, führt der 58-Jährige aus.

Für Lauterbach ist klar: „Daher machen wir jetzt genau den gleichen Fehler wieder, den wir immer machen. Wir denken: 'Vielleicht kommt es ja doch nicht so schlimm', 'Vielleicht geht es doch nochmal von alleine en bisschen zurück', 'Vielleicht warten wir nochmal ab, vielleicht können wir uns nochmal etwas ersparen'“ – doch genau diese Denkweise ist das Problem.

Denn: „Wenn man die Behandlung zu spät macht, dann wird – genau wie bei einer Krebserkrankung – alles nur schlimmer. Und so ist es hier auch.“ Wenn es darum geht, Maßnahmen heraus zu zögern, denke man nicht an die anonymen Opfer, die noch erkranken und vielleicht nie wieder gesund werden, oder an die Menschen auf den Intensivstationen.

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„Niemand verlässt die Intensivstation so, wie er herein gekommen ist. Die Leute, die überleben, sind für den Rest ihres Lebens gezeichnet“, stellt Lauterbach klar. „Das ist keine Panikmache“, betont der Politiker. Vielmehr kann „jeder Praktiker“ bestätigen, dass Menschen nach mehreren Wochen an der Beatmungsmaschine um Jahrzehnte altern.

Besonders bitter: Diese Menschen tauchen in der Corona-Statistik als genesen auf, wirft Markus Lanz ein. Laut Lauterbach werden sich diese Personen zwar nicht beschweren, sind sie doch am Leben – sie sind aber teilweise genauso verbittert wie Personen, die während eines möglichen Lockdowns pleite gehen. Sie alle sind Opfer „einer Politik, die nicht rigoros ist“, klagt Karl Lauterbach in der Talkrunde an.

Die ganze Sendung von Markus Lanz kannst du in der ZDF-Mediathek nachschauen. (kv)