Markus Lanz (ZDF): Eklat um Hans-Georg Maaßen – Moderator platzt der Kragen: „Sie machen mich fertig!“

Markus Lanz war von seinem Talk-Gast Hans-Georg Maaßen zeitweise verärgert.
Markus Lanz war von seinem Talk-Gast Hans-Georg Maaßen zeitweise verärgert.
Foto: Screenshot ZDF

„Haben Sie Fehler gemacht?“, fragt Markus Lanz seinen Talk-Gast Hans-Georg Maaßen, der nach seinen umstrittenen Aussagen im Fall Chemnitz 2018 aus seinem Amt als Chef des Verfassungsgerichts enthoben wurde.

Es ist der Anfang einer hitzigen Diskussion, an dessen Ende Markus Lanz mehrfach der Kragen platzt.

Markus Lanz (ZDF): Hans-Georg Maaßen bringt den Moderator zur Weißglut

Maaßen windet sich zunächst heraus. „Ich würde nicht sagen Fehler. Im Nachhinein ist man immer schlauer.“ Doch Lanz gibt sich damit nicht zufrieden. „Aber nochmal: Sie haben aus ihrer Perspektive keinen Fehler gemacht?“

Maaßen stockt. Sein gefasster Gesichtsausdruck schwankt. „Jetzt meinen Sie Chemnitz.“ Er trinkt erstmal einen Schluck Wasser. „Man macht jeden Tag hunderte Fehler. Sei es, das man sich verschreibt oder ein Komma nicht setzt“, sagt Maaßen. Lanz lacht. Wie sei es mit den großen Fehlern?

Maaßen gesteht sich keine ein. „Es geht nicht um Fehler, es geht um Risiken. Nahezu jeder Vorgang, den ich da in meinem Pilotenkoffer hatte, war ein Risikovorgang.“

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„Man muss nicht permanent über Fehler berichten“

Die Medien hätten die Sache aufgebauscht. „Selbst, wenn der Präsident des Verfassungsschutzes einen Fehler macht, muss man nicht permanent über ihn berichten.“ Fehler mache schließlich jeder.

Für einen Fehler hält Lanz eine Aussage Maaßens zu seiner Mitgliedschaft in der CDU „Sie sagten: Ich bin nicht vor 30 Jahren in die CDU eingetreten, damit dann irgendwann 1,8 Millionen Araber in dieses Land kommen. Was ist das für ein Satz?“

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In den 70ern sei er der Jungen Union, später dann der CDU beigetreten. „Und da hatte die CDU eine ganz andere Ausländerpolitik. Und nun muss ich zur Kenntnis nehmen, dass 2,07 Millionen Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind.“

Die „1,8 Millionen Araber“ seien bloß eine überspitzte Formulierung dessen gewesen, spielt er die Aussage herunter.

Markus Lanz platzt der Kragen

Da platzt Lanz zum ersten Mal der Kragen, diese Überspitzung klinge nach „AfD-Sprech“, und auch Maaßens Formulierung vom „Shuttleservice für Flüchtlingsboote“ gehöre dazu.

Maaßen: Es komme demnach auf das „Framing“ an, also der Bedeutungszuschreibung von Begriffen. Flüchtlingsboote seien nicht in Seenot, „sondern vorsätzlich werden Leute da ausgesetzt mit dem Ziel, dass NGOs oder das Militär sie da abholt und das ist ein Shuttleservice“, erklärt Maaßen.

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An diesem Punkt verliert Lanz erneut die Geduld: „Das ist eine Sprache, die jemand Ihrer Intelligenz nicht benutzen sollte.“ Das Publikum applaudiert. „Genießen Sie den Beifall“, sagt Maaßen höhnisch.

Streit um Wörter

Die Medien würden bewusst von Flüchtlingen sprechen, weil das schutzbedürftig klinge, entgegnet Maaßen. Korrekterweise handele es sich allerdings um Asylsuchende. Die Medien „versuchen, eine bestimmte Weltsicht zu generieren“, beschwört der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes.

„Sie erwischen da gerade den Falschen“, erbost sich Lanz. Maaßen spreche von Framing, und benutze selbst das Wort 'Flüchtlinge'.“ Maaßen wird laut: „Es sind ja keine Flüchtlinge, es sind Migranten“.

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Lanz atmet hörbar laut aus, ist sichtlich genervt. „Shuttleservice für Flüchtlingsboote. SIE haben dieses Wort genutzt.“

Lanz: „Geht darum, welches Bild wir vermitteln wollen“

Er erklärt: „Es geht darum, welches Bild von Menschen und auch von unserer Humanität wir eigentlich vermitteln wollen, wenn wir solche Wörter benutzen.“ Die falschen Wörter würden zur Verrohung der Sprache führen und tiefe Gräben durch die Gesellschaft ziehen.

Für Maaßen ist das Thema längst erledigt: „Das Problem liegt einfach auch an Ihrem Framing.“ „An Ihrem nicht?“, will Lanz wissen. Maaßen antwortet nur ausweichend.

„Sie machen mich fertig“, sagt der Moderator. (vh)

 
 

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