Markus Lanz (ZDF): Gast verrät dieses pikante Detail über Angela Merkel: „Wer die Kanzlerin kennt, weiß ...“

Markus Lanz: Als Reinhold Messner das Stichwort „Jamaika“ gab, kam FDP-Vize Wolfgang Kubicki in Fahrt.
Markus Lanz: Als Reinhold Messner das Stichwort „Jamaika“ gab, kam FDP-Vize Wolfgang Kubicki in Fahrt.
Foto: ZDF/Screenshot

Zu Beginn ist Wolfgang Kubicki überraschend zahm. Dabei hatte Markus Lanz ihn als den „letzten deutschen Macho der deutschen Politik“ vorgestellt.

Das kann man je nach Eigensicht als Beleidigung oder als Auszeichnung werten. FDP-Urgestein Kubicki, der für direkte Ansagen und Sprüche bekannt ist, die manchmal haarscharf am Herrenwitz vorbeischrappen, sprach bei Markus Lanz (ZDF) erst einmal sehr artig über sein neues Buch und seinen Parteifreund Christian Lindner.

Markus Lanz (ZDF): Reinhold Messner als Stichwortgeber

Stichwortgeber war dann Bergsteigerlegende Reinhold Messner, der gemeinsam mit seinem Sohn zu Gast bei Markus Lanz war.

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Markus Lanz - das waren die Gäste:

  • Wolfgang Kubicki, FDP-Vize
  • Elisabeth Niejahr, Journalistin
  • Reinhold Messner, Bergsteiger
  • Simon Messner, Bergsteiger

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Nachdem FDP-Vize Kubicki über Reformen lamentiert hatte, die Deutschland nötig habe, warf Messner ein: „Aber wenn man ein Land reformieren will, muss man in die Regierung gehen. Und alles tun, um zu regieren. Der große Fehler war, die Koalition, die möglich war, nicht anzunehmen.“

Markus Lanz: Mehr von Jamaika

Dafür gab es Applaus, viele sehen im Scheitern der Jamaika-Verhandlungen eine verpasste Chance. 2017 war die FDP mit Christian Lindner nach wochenlangen zähen Verhandlungen plötzlich aus Sondierungen zu einer möglichen Koalition aus CDU, Grünen und FDP ausgestiegen. „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“, sagte Christian Lindner damals.

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Wolfgang Kubicki ging bei Markus Lanz in Abwehrhaltung, verteidigte den Schritt: „Wenn ich feststelle, dass ich meine Reformideen nicht umsetzen kann, macht eine Koalition keinen Sinn.“

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Wolfgang Kubicki

  • 1952 in Braunschweig geboren
  • 1971: Eintritt in die FDP
  • 1992 wird er Chef der Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein
  • Ein Jahr später tritt er nach der "Deponie Schönberg"-Affäre zurück
  • 2017: Wahl zum Bundestagsvizepräsidenten
  • Kubicki ist stellvertretender Vorsitzender der FPD

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„Wirschaftswoche“-Journalistin Elisabeth Niejahr pflichtete Kubicki bei - und wollte gern ein anderes Thema aufs Tapet bringen. Doch Markus Lanz, der offenbar nur auf das Stichwort Jamaika gewartet hatte, wollte mehr davon hören.

Markus Lanz: „Da ist eine Sache, die ich gar nicht gewusst habe“

„Da ist eine Sache, die ich gar nicht gewusst habe“, setzte er an - und meinte einen Aspekt bei den Sondierungsgesprächen, der in der Tat den meisten Menschen unbekannt sein dürfte.

Kubicki kam jetzt allmählich in Fahrt, die gescheiterten Gespräche sind wohl immer noch ein Reizthema. Die FDP habe Angela Merkel eine Liste mit neun Punkten vorgelegt, auf die sie bei einer Koalition nicht verzichten könnten, erzählte Kubicki.

Angela Merkel nickte Forderung ab, sagt Kubicki

Die Kanzlerin habe in einem Vorgespräch alle Punkte abgenickt: „Kriegen wir hin.“ Nur vier Stunden später, im Beisein der anderen potenziellen Koalitionspartner, habe sie dann plötzlich alles abgelehnt. „Da fällt einem der Unterkiefer runter“, sagte der FDP-Mann.

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Markus Lanz fragte: „Warum wollte sie das nicht?“ Kubicki gab sich erstmal ratlos: „Das müssen Sie sie fragen.“ Doch Lanz hakte nach: „Sie saßen doch da, es war an Ihnen, diese Frage zu stellen.“

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Markus Lanz:

  • „Markus Lanz“ ist eine Talkshow im ZDF, benannt nach Moderator Markus Lanz.
  • Die 75-minütige Sendung wird dienstags bis donnerstags am späten Abend ausgestrahlt.
  • Meistens wird die Sendung einige Stunden vor der Ausstrahlung in einem TV-Studio in Hamburg-Altona aufgezeichnet, mitunter gibt es auch Live-Übertragungen.
  • In jeder Ausgabe der Show empfängt Marku s Lanz vier bis fünf (meist prominente) Talk-Gäste, mit denen er zu einem pro Sendung jeweils neuen Thema spricht.
  • Seit über zehn Jahren moderiert der deutsch-italienische Moderator die Talkshow. Seit 2008 wird sie ausgestrahlt

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In der Tat ist es schwer nachzuvollziehen, dass die FDP-Köpfe das angeblich wortlos hinnahmen und anschließend ihren Ausstieg aus den Verhandlungen verkündeten. Wolfgang Kubicki versuchte sich an einer Erklärung: „Wenn Sie viereinhalb Wochen zusammensitzen, fallen Sie in einen sedierenden Halbschlaf. Sie sind teilweise auch sprachlos.“ Eine eher unbefriedigende Erklärung: Ein Nachhaken durch Markus Lanz blieb leider aus.

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FDP-Mann über Merkel: „Wer die Kanzlerin kennt, weiß, dass sie vom Ende her denkt“

Erst in der Rückschau habe er das Verhalten von Angela Merkel analysieren können, sagte Kubicki bei Lanz. „Die Kanzlerin wollte diese Konstellation nicht.“ Sie habe um jeden Preis die Große Koalition fortführen wollen. „Wer die Kanzlerin kennt, weiß, dass sie vom Ende her denkt. Machttaktisch.“

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Reinhold Messner:

  • 1944 in Brixen geboren
  • Studium der Vermessungskunde in Padua
  • In den 1970ern revolutioniert er das Höhnbergsteigen
  • Messner gilt als einer der letzten lebenden klassischen Abenteurer

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Jetzt holte der FDP-Mann richtig aus - zu einem verbalen Kinnhaken in Richtung des CDU-Politikers Peter Altmaier. Der war damals Finanzminister. „Der Kollege Altmaier hat angefangen, uns zu belügen“, so Kubicki. „Zu belügen?“, fragte Markus Lanz verdutzt nach. Immerhin wiegt dieser Vorwurf äußerst schwer.

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Krasser Vorwurf gegen CDU-Politiker Peter Altmaier

Aber Kubicki blieb dabei: „Die Frage war, wie viel Geld in der Finanzplanung noch übrig ist, für Investitionen. Peter Altmaier sprach von 14,7 Milliarden Euro.“ Später habe sich herausgestellt, dass noch 64 Milliarden Euro zur Verfügung gestanden hätten.

„Was machen Sie mit einem Partner, der Sie belügt“, fragte Kubicki rhetorisch. Und setzte mit einer Spitze gegen Altmaier nach: „Vielleicht wusste er es auch nicht besser. Das weiß man bei Peter Altmaier nie, ob er weiß, was er tut.“

 
 

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