Maischberger: Minister greift Moderatorin plötzlich an die Füße – weil er DIESE Botschaft hat

Gerd Müller (CSU) war zu Gast bei Sandra Maischberger in der ARD.
Gerd Müller (CSU) war zu Gast bei Sandra Maischberger in der ARD.
Foto: ARD

Wer Gerd Müller reden hört, erkennt eher am Dialekt, dass er CSU-Politiker sein könnte, als am Inhalt. Der Bayer gilt durchaus nicht wenigen seiner Unions-Parteifreunde als ganz schön links und irgendwie grün.

Seit 2013 ist er Entwicklungsminister. Und was Müller am Mittwochabend beim Talkformat von Sandra Maischberger zu sagen hatte, hat enormes Aufrüttel-Potenzial. Das wird spätestens dann deutlich, als der Politiker der Moderatorin plötzlich an den Fuß packt. Doch dazu später.

„Maischberger. Die Woche“: „Gewisse Infantilisierung der Politik“

Natürlich ging es bei „Maischberger. Die Woche“ in der ARD auch um das Dreieck Davos-Trump-Thunberg. Im Vorgeplänkel der Sendung gab es aber nicht viel mehr als Meinungshülsen zum Thema.

+++ Greta Thunberg: Warum die 17-Jährige so sehr polarisiert +++

Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke befand: „Die Jugend hat das Recht zu einem heißen Herzen. Politik sollte nicht mit dem heißen Herzen gemacht werden.“ Er habe die Sorge vor einer „gewissen Infantilisierung der Politik“ durch Fridays for Future.

„Bei jeder Fridays-for-Future-Demo sind es immer die selben Worte“

Und ARD-Morgenmagazin-Moderatorin Anna Planken zeigte sich latent genervt von den Klimaaktivisten - aber auch von der ignoranten Gegenseite, deren Symbolsfigur spätestens nach Davos Donald Trump heißt: „Bei jeder Fridays-for-Future-Demo sind es immer die selben Worte, ja, haben wir gehört.“ Das Problem sei, dass beide Gruppen nicht miteinander redeten.

-------------

Sandra Maischberger

  • 1966 in München geboren
  • Erste Nachrichtenerfahrungen bei Tele 5
  • 2000: Interviewformat „Maischberger“ bei NTV
  • 2003 „Menschen bei Maischberger“ als Nachfolgeformat für „Boulevard Bio“

-------------

Gerd Müller liefert im Einzelgespräch dann Zahlen, die das aktuelle System Globalisierung - und seine Folgen für die Umwelt - gut verdeutlichen. „Bananen werden für 88 Cent pro Kilo verkauft. Die werden eingekauft für 14 Cent pro Kilo. Das bedeutet Versklavung der Menschen auf den Plantagen.“

Gerd Müller bei Maischberger: „Wer Kaffee für zwei Euro kauft, fördert Sklavenarbeit“

Ähnliches gelte für Kaffee: Wer ein Pfund davon für zwei Euro kaufe, fördere Sklavenarbeit. Jeder Verbraucher müsse beim Einkaufen wissen: „Am Anfang eines Produkts stehen Menschen und eben auch Natur.“

+++ WDR: Sender macht sich zum Weichei der Republik – ein Kommentar +++

Sandra Maischberger hakt nach: Er als Entwicklungsminister könne doch per Regulierung etwas ändern - die Erfahrung habe ja gezeigt, dass es über Freiwilligknna eit bei den Unternehmen nicht gehe. „Ja, weil die Verbraucher auf 'supergeil' abfahren.“ Maischberger insistiert: „Dann verbieten Sie doch solche Preise.“

Und das ist der Moment, in dem Gerd Müller Sandra Maischberger plötzlich an den Schuh fasst - um seine Idee vom „Lieferkettengesetz“ zu erklären, an dessen Anfang soziale und ökologische Mindeststandards stehen sollen. „Das ist gutes Leder“, sagt Müller - und die etwas überraschte Moderatorin erwidert: „Ich bin froh, dass Sie das sagen, ich war mir nicht sicher.“

+++ Markus Lanz (ZDF) schießt gegen Sascha Lobo: „Was ist bei euch los?“ +++

Minister greift Moderatorin an die Füße

Das Leder für solche Schuhe, die „100, 150, 250 Euro" kosten, müsse nun mal gegerbt werden, erklärt der CSU-Mann: „Das ist schwierigste Arbeit mit gefährlichen Chemikalien. Ich sah Kinder in Marokko ohne Schutz in dieser Brühe stehen.“

Einen Gerber aus Äthiopien habe er gefragt, was er für das Leder für ein Paar Schuhe bekomme: Zwischen vier und fünf Dollar, obwohl er sieben bis acht Dollar brauche, um seinen Angestellten faire Löhne und Schutzausrüstung bieten zu können. Also nur zwei bis drei Dollar mehr. „Das muss es uns wert sein, wenn wir in Deutschland ein Paar Schuhe für 100 Euro kaufen.“ Dafür gab es Applaus.

+++ AfD: SO log sich die Partei 2019 in die eigene Tasche +++

Hartz-4-Empfänger: Nicht immer das teurere Produkt

Maischbergers wichtiges Argument, dass Menschen mit weniger Geld, wie Hartz-4-Empfänger oder etwa manche Alleinerziehende, nicht immer zum teureren Produkt im Regal greifen könnten, um sozial und ökologisch richtig zu handeln, ging leider etwas unter: Müller versuchte es mit einem Konter: „Der Lederpreis ist vier Euro, der Schuh kostet 150 Euro. Es sind solche Spannen.“ Da könne man ansetzen.

Doch bevor sich eine Debatte entwickeln konnte, war schon das nächste Thema dran.

 
 

EURE FAVORITEN