Maischberger (ARD): Glühender Trump-Anhänger zu Gast – auf einmal verliert er die Beherrschung

Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen über das Präsidentschafts-TV-Duell in den USA. Trump-Anhänger Weinberg verteidigt den Präsidenten eisern.
Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen über das Präsidentschafts-TV-Duell in den USA. Trump-Anhänger Weinberg verteidigt den Präsidenten eisern.
Foto: ARD-Mediathek

Das TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden wurde am Mittwochabend in der ARD-Talksendsendung von Sandra Maischberger aufgearbeitet.

Besonders spannend bei „Maischberger. Die Woche“: Zu Gast hat sie auch einen glühenden Fan von Donald Trump und einen absoluten Gegner des amtierenden Präsidenten. Beide sind US-Amerikaner, wirken aber wie von verschiedenen Planeten.

Maischberger (ARD): Trump-Fan vergleicht US-Präsidenten mit Bayern München

George Weinberg ist Sprecher der „Republicans Overseas", sozusagen der Auslandsvertretung der Republikanischen Partei in Deutschland. Bereits in der Sendung „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg trat Weinberg in der ARD als bekennder Trump-Fan auf.

Das chaotische TV-Duell in den USA hat an seiner Meinung über Trump nichts verändern. Im Gegenteil: Es habe sich gezeigt, dass Joe Biden „nicht der liebe nette Onkel" ist, sondern gegenüber dem US-Präsidenten ausfällig geworden sei. Dass der 77-jährige Biden aber überhaupt 90 Minuten durchgehalten habe, habe Weinberg erstaunt. Es habe ihn an ein „Fußballspiel zwischen Bayern München und einem Drittligisten" erinnert, wenn der unterklassige Verein ein 0:0 erreicht und das als ein Sieg des Außenseiters gewertet wird.

Maischberger will vom Trump-Anhänger Weinberg trotzdem wissen, ob er denn mit dessen Stil völlig einverstanden sei. „Trump ist nun mal Trump, wenn er eine auf die Nase kriegt, dann schlägt er auch zurück“, verteidigt er ihn eisern. Immerhin räumt er noch ein: „Er hat eine Kommunikationsart, die vielleicht diskussionswürdig ist.“ Aber dafür sei er ein erfolgreicher Präsident.

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US-Wahlkampf und TV-Duell zwischen Trump und Biden:

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Biden-Anhänger bei Maischberger (ARD): Trump trete auf wie ein „unerzogener Halbstarker

Eine völlig andere Sicht auf das TV-Duell hat Biden-Anhänger Ron Williams. Der ehemalige Lindenstraßen-Schauspieler meint, Trump habe sich mit den ständigen Unterbrechungen und seinem ganzen Auftritt in der Debatte „selber ins Knie geschossen“. Alles, was der US-Präsident gesagt habe, seien Lügen gewesen. Er habe sich verhalten wie ein „unerzogener Halbstarker“.

Auch abseits der Analyse des TV-Duells kommen die beiden nicht zusammen. Es sitzen zwei Amerikas im Maischberger-Studio. Für den einen, Williams, ist Trump bloß „ein Bluffer und ein Trickser", der den ganzen wirtschaftlichen Aufschwung nur von seinem Vorgänger Barack Obama geerbt habe. Für den anderen, Weinberg, ist Trump der Präsident des Wirtschaftsbooms vor der Corona-Krise, was natürlich sein Verdienst sei.

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Das ist Moderatorin Sandra Maischberger:

  • Die 54-jährige Moderatorin stammt aus München.
  • Ihre Karriere begann beim Bayerischen Rundfunk.
  • Seit 2003 moderiert sie ihre eigene Sendung im ARD-Programm, die zunächst nur „Maischberger“ hieß, dann „Menschen bei Maischberger“ und nun „maischberger. die woche“.
  • Sie ist seit 1994 mit dem Kamermann Jan Kerhart verheiratet und hat einen Sohn.

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Trump-Diskussion bei Maischberger schaukelt sich immer weiter hoch – dann wird es laut

Williams meint, Trump habe in der Corona-Krise versagt, ihm klebe das Blut von Hunderttausenden Toten in den USA an den Händen. Dagegen findet Weinberg es ist richtig, dass Trump in der Pandemie ruhig gehandelt habe. Die Diskussion schaukelt sich immer weiter hoch, ähnlich wie beim dem TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten.

Als Maischberger den Rassismus in den USA anspricht, droht ihr die Diskussion zu entgleiten. Weinberg behauptet, Trump habe so viel für Afroamerikaner getan, wie kein Präsident vor ihm. Für den Schauspieler ist er dagegen ein Rassist, der einen Keil zwischen Schwarze und Weiße treibe, das Problem des systemischen Rassismus in den USA leugne und Schwarze von der Wahl abhalten wolle.

Die Gesprächspartner geraten vollends aneinander, als Williams zu Weinbergs Ausführungen sagt: „Lügen mag ich nicht!" Weinberg, der in der Sendung von Frank Plasberg noch beherrscht und ruhig argumentierte, plustert sich nun auf: „Also bitte respektieren Sie meine Meinung! Lassen Sie diese Unterstellungen! Lassen Sie das!“, echauffiert er sich und wird laut.

Verhärtete Fronten bei den amerikanischen Gästen von Maischberger (ARD)

Maischberger wirkt jetzt ernüchtert, als sie fragt, ob die beiden gespaltenen Lager in den USA, die hier bei ihr im Studio stellvertretend sitzen, irgendwann wieder ins Gespräch kommen können.

„Fragen Sie mich oder soll er wieder antworten?“, entgegnet Weinberg immer noch angegriffen. Dann erklärt, er dass eine gute wirtschaftliche Lage des Landes helfen kann, „wenn die Schwarzen Jobs haben und sich bilden können“. Für Williams dagegen ist klar, dass eine Wende nur möglich ist, „wenn der Krebs Rassismus endlich mal ehrlich und offen angesprochen wird.“ (mag)

 
 

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