Maischberger (ARD): Streeck und Lauterbach treffen aufeinander – es kommt zum Knall!

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster

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Brisanter Corona-Schlagabtausch zwischen Virologe Hendrik Streeck und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei Sandra Maischberger. In ihrer ARD-Sendung bemühen sich beide zwar um eine sachliche Diskussion, doch besonders bei einer Frage kracht es dann doch heftig!

Die beiden Corona-Experten streiten in der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger über die Gefahren der Corona-Mutationen und die weiteren Schutzmaßnahmen.

Sandra Maischberger (ARD): Karl Lauterbach und Hendrik Streeck liefern sich brisanten Corona-Talk

Dabei tritt Karl Lauterbach erneut als Mahner auf, während Hendrik Streeck oftmals die Befürchtungen des Politiker als zu übertrieben darstellt. An einigen Stellen der Debatte geraten aneinander.

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Die Gäste bei „Maischberger.Die Woche“ 27. Januar:

  • Robert Habeck: Vorsitzender der Grünen
  • Karl Lauterbach: SPD-Gesundheitsexperte
  • Hendrick Streeck: Virologe
  • Eva Schulz: Video-Journalistin, Podcasterin
  • Cherno Jobatey: Journalist und Fernsehmoderaator
  • Claus Strunz: Mitglied der Bild-Chefredaktion

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Lauterbach bei Maischberger (ARD): Trickreiche Mutationen müssen uns „wirklich Sorge machen“

So malt Karl Lauterbach bei den Corona-Mutationen ein düsteres Szenario an die Wand: „Dass es so eine Art der Mutation gegeben hat, dass fast 20 Aminosäuren ausgetauscht wurden an einer Stelle, die ausgerechnet dem Virus hilft, schneller in die Zelle zu kommen – und das passiert an vielen Orten gleichzeitig, das weist darauf hin, dass das Virus sich evolutionär anpasst“, warnt der SPD-Politiker. Diese „trickreichen“ Veränderungen müssten „wirklich Sorge machen". Aus diesem Grund müssten die Fallzahlen niedrig gehalten werden, weil zu befürchten sei, dass sich sonst Mutationen entwickeln könnten, gegen die die bisherigen Impfungen wirkungslos seien.

+++ Karl Lauterbach: Heftige Aussage bei Stern TV +++

Virologe Hendrik Streeck lächelt und drängt darauf zu sprechen. Er sieht die Situation etwas gelassener. Auch bei der Influenza seien „extreme Variantenbildungen“ bekannt, deswegen müssten die Impfungen jährlich angepasst werden. „Das ist für mich jetzt nichts Ungewöhnliches.“ Doch die Immunantwort werde durch Mutationen nicht ganz wirkungslos werden. Zudem werde das Virus gerade bei den Geimpften versuchen, sich anzupassen und auf die bessere Immunantwort eine Lösung zu finden.

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Mehr Informationen über Sandra Maischberger:

  • Die 54-jährige TV-Journalistin ist in Frascati bei Rom und Garching bei München aufgewachsen.
  • Bekannt wurde sie mit Anfang 20 als Nachfolgerin von Günther Jauch in der BR-Jugendsendung "Live aus dem Schlachthof"
  • Seit 2003 moderiert Maischberger ihre eigenen Talkshows in der ARD.
  • Verheiratet ist sie mit dem Kameramann Jan Kerhart. Seit 2007 sind sie Eltern eines Sohnes.

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Maischberger (ARD): Virologe Streeck will „Stresstest“ für Intensivstationen

Für Streeck sollten die Neuinfektionszahlen nicht der einzige Parameter sein, zumal es bald mehr Geimpfte geben wird, die das Virus noch kurzfristig im Rachen tragen und somit einen positiven PCR-Test erhalten könnten. Relevanter sei dagegen die Zahl der tatsächlich Erkrankten. „Ich als intensivmedizinischer Laie stelle mir die Frage: Wenn wir bei 5000 belegte Intensivbetten schon an die Schmerzgrenze kommen, was ist denn eigentlich unsere maximale Kapazitätsgrenze? Was kann das Gesundheitssystem leisten? Bis wohin müssen wir diese Kurve runterkriegen?“, so Streeck. Ihm fehle ein „Stresstest“, wie es ihn ähnlich bei Banken gibt.

Streeck bei Maischberger: „Ach, Herr Lauterbach!"

Hier zieht Lauterbach eine klare Grenze: „Ich will jetzt nochmal sagen: Ich bin hier absolut anderer Meinung!“ Die Frage sei nicht an der Zahl der Intensivbetten festzumachen. Da grätscht Streeck sofort dazwischen: „Ach, Herr Lauterbach, Sie dürfen mich da nicht wieder aus dem Kontext zitieren.“ Er ärgert sich, dass Lauterbach ihn falsch wiedergebe. Streeck bekommt nochmal die Gelegenheit sich zu erklären. Ihm gehe es um mehrere Faktoren, etwa auch die geografische und demografische Verteilung des Infektionsgeschehens.

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Lauterbach zieht bei Maischberger klare Grenze: „Egal, wie viele Intensivbetten wir haben. Das ist schrecklich!“

Dann ist Lauterbach wieder dran: Die Zahl der Neuinfektionen sei bei der deutschen Altersstruktur eben deshalb relevant, weil nach neuen Auswertungen 1,1 Prozent der Infizierten sterbe. „Bei den jetzigen Neuinfektionszahlen habe ich um die 1000 Tote am Tag. Und da ist es mir ehrlich gesagt egal, wie viele Intensivbetten wir haben. Das ist schrecklich!“ Zumal viele Infizierte direkt in den Pflegeheimen sterben würden, weil es sinnlos sei, sie noch auf Intensivstationen zu bringen.

Corona-Talk bei Maischberger: „Völlig falsche Idee davon, wer dran stirbt“

Lauterbach warnt außerdem, dass viele Patienten des mittleren und höheren Alters an Spätfolgen leiden, weil das Virus nicht nur die Lunge, sondern beispielsweise auch die Nieren angreife. Man habe eine „völlig falsche Idee davon, wer dran stirbt“, denn man müsste auch die Menschen hinzurechnen, die eine verkürzte Lebenserwartung durch die Langzeitfolgen haben.

+++ Karl Lauterbach spricht Corona-Klartext: „So bleibt großes Restrisiko“ +++

Nur ein Drittel der Toten stamme aus Pflegeeinrichtungen. Das sei zwar überproportional am Anteil der Bevölkerung, die meisten Toten stammen aber eben nicht aus Heimen. Deshalb plädiert Lauterbach für das Ziel eines 7-Tages-Inzidenz von 25. Für Streeck dagegen schließe es sich nicht aus, sowohl vulnerable Gruppe besser zu schützen, als auch für den Lockdown zu sein.

Sowieso, so appelliert Streeck, dürfte man „diese Diskussion nicht emotional führen“, denn es gebe immer „Totschlagargumente“, die aber nicht helfen. Man habe in Deutschland zu wenig erforscht, welche Berufe gefährdeter sind, oder wie es mit dem Infektionsgeschehen in Schulen und Kaufhäusern ist. Auch hier stimmt Lauterbach „absolut nicht zu“. In Deutschland sei zwar zu wenig untersucht worden, doch dafür gebe es internationale Studien, die klare Auskünfte bieten würden.

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