Maischberger (ARD): Experte macht klar, wie simpel Corona aufzuhalten wäre

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster
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Am späten Mittwochabend geht es bei Sandra Maischberger um die neuesten Corona-Beschlüsse und den Dezember-Lockdown.

In der ARD-Talksendung Maischberger ist mit Dirk Brockmann auch ein Epidemiologe zu Gast, der klar macht, wie simpel es eigentlich wäre, das Virus zu besiegen.

Maischberger (ARD): Die Versäumnisse der deutschen Corona-Politik

Zunächst diskutiert Sandra Maischberger mit den Journalisten Hans-Ulrich Jörges und Markus Feldenkirchen sowie der Publizistin Lamya Kaddor über die neuen Corona-Maßnahmen.

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Die Gäste von Sandra Maischberger am 25. November 2020:

  • Manuela Schwesig: Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD)
  • Smudo: Musiker der "Fantastischen Vier"
  • Dirk Brockmann: Epidemiologe
  • Lamya Kaddor: Publizistin und Lehrerin
  • Markus Feldenkirchen: Redakteur bei "Der Spiegel"
  • Hans-Ulrich Jörges: Journalist
  • Cihan Celik: Lungenarzt

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Hans-Ulrich Jörges rechnet in der Sendung mit den Beschlüssen ab. „Mir erscheint die Corona-Politik kurzatmig und hilflos“, sagt das ehemalige Mitglied der Stern-Chefredaktion. Er nehme auch den Politikern ihre gespielte Souveränität nicht ab, sie hätten selbst ihre Zweifel an der Wirksamkeit, mutmaßt er.

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Die alten Strategien, Abstand zu halten und auf die Hygiene zu achten, würden die Corona-Entwicklung nur dämpfen, aber die Welle nicht brechen. Jörges: „Ich dachte, ich höre nicht recht, als die Kanzlerin sagt, man soll nicht mehr mit Bahnen und Bussen fahren, obwohl man dort eine Maske tragen muss. Das reicht offenbar nicht.“

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Auch die Publizistin Lamya Kaddor urteilt kritisch über den neuen Corona-Gipfel und die politische Kommunikation: „Es ist schon eine Kraftprobe gewesen heute wieder mal so viele Stunden auf Ergebnisse zu warten, die dann eigentlich gar nicht so weltbewegend waren, aber erwartbar aus meiner Sicht.“ Die Islamwissenschaftlerin hat vor allem für die Zielperspektive Weihnachten wenig Verständnis, denn für 40 Prozent der Bevölkerung habe dieses Fest keine besondere Bedeutung.

Das sieht Spiegel-Redakteur Markus Feldenkirchen ganz anders: „Ich glaube schon, dass vielen Leuten, und man muss kein Christ sein, Weihnachten sehr viel bedeutet. Es ist ein soziales Event.“ Man dürfe auch die sozialen und psychischen Aspekte dieser Pandemie nicht außer Acht lassen.

Deutschland stehe in der Corona-Krise besser da als die meisten anderen Ländern, doch Feldenkirchen kritisiert, dass die deutsche Politik die Organisation von Hilfsmitteln versäumt habe. Sei es FFP2-Masken für Risikogruppen, Updates der Corona-Warnapp oder ausreichend viele Schnelltests.

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Maischberger (ARD): Virus-Experte erklärt, wie einfach Corona-Pandemie aufzuhalten wäre

Im späteren Verlauf der Sendung befragt Moderatorin Sandra Maischberger dann den Epidemiologen Dirk Brockmann, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin und am Robert Koch-Institut.

Auch aus seiner Sicht reichen die bisherigen Beschlüsse der Politik nicht aus, um die Corona-Neuinfektionen deutlich zu senken. Man bewege sich auf einem Plateau. Doch das Coronavirus sei „keine Naturkatastrophe wie ein Tornado, den man nicht aufhalten kann“, sondern man könne diese Pandemie in den Griff kriegen.

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„Belgien ist ein super Beispiel“, sagt Brockmann. „Die hatten Ende Oktober 23.000 Fälle bei elf Millionen Einwohnern. Wenn man das hochrechnet auf Deutschland, sind das 160.000 tägliche Neuinfektionen.“ Dann habe das Nachbarland durch einem „sehr intensiven Lockdown" die Trendwende geschafft, weil „sehr restriktiv Kontakte eingeschränkt worden sind“. Nun sei man bei täglichen Neuinfektionen von rund 1000, man habe das Infektionsgeschehen also innerhalb weniger Wochen massiv eingedämmt.

Doch Brockmann sieht nicht nur die Politik in der Verantwortung. „Wir als Wirt für das Virus bestimmen die Dynamik der Pandemie“, erklärt er. Die Herausforderungen der Pandemie sei eigentlich eine „psychologische Frage“, es gehe darum das Verhalten anzupassen. Die bisherigen Maßnahmen hätten die Infektion ausgebremst, wenn das aber noch nicht ausreiche, müsse man noch mehr machen, „und noch mehr heißt ja nicht nur politische Maßnahmen“. Den Menschen müsse bewusst sein, dass man „im Kollektiv das Ding in die Knie zwingen“ könne, so der Experte.

Als Brockmann dann noch weiter über Kontaktreduktionen sprechen wollte, kommt es zu einer ARD-Panne. Für rund vier Minuten gibt es einen Bildausfall der Übertragung. Es nichts zu sehen und zu hören. Schade!

 
 

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