„Maischberger“ (ARD): Armin Laschet wird auf Lacher-Fauxpas angesprochen – der CDU-Chef reagiert ausgerechnet SO

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster

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Nach dem Wahl-Debakel vom 26. September 2021 ist Armin Laschet (60) nun vor den Kameras im Interview bei „Maischberger“ in der ARD zu sehen. Erstmals nach der Niederlage bei der Bundestagswahl spricht der scheidende CDU-Vorsitzende über seine Fehler und die seiner Partei.

Sandra Maischberger diskutiert in der gleichnamigen Talkshow mit ihren Gästen zunächst über die CDU. „Wer ist der Verlierer der Woche?“, will sie von Ralf Möller wissen.

„Maischberger“: Armin Laschet blickt auf die Wahlniederlage zurück – „Wehmut“

Der Schauspieler entgegnet frei heraus: „Die CDU. Weil sie keinen Charakter hat, nicht zu ihrem Mann steht. Man kann nicht alles auf Armin Laschet schieben. Wie mit ihm umgegangen wird, das ist respektlos.“ Seit Angela Merkel ihren Rücktritt erklärt habe, haben immer wieder viele um ihn herum - er wolle keine Namen nennen - „versucht ihm einen reinzuwürgen“, erklärt der deutsche Auswanderer.

„Er hat sich vielleicht nicht richtig verhalten, als er gelacht hat“, aber der ehemalige NRW-Ministerpräsident stehe seit Monaten unter Druck und da könne so etwas passieren, nimmt der CDU-Unterstützer den 60-Jährigen in Schutz. Das taten nicht viele. Viele CDU-Anhänger sollen sich sogar von der Partei abgewandt haben gerade wegen des Kanzlerkandidaten, weiß Anna Mayr, Redakteurin im Hauptstadtbüro der „Zeit“.

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Sigmund Gottlieb, ehemaliger Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, findet, dass Leidtun in der Politik nichts zu suchen habe. Aber die Medien hätten in der Summe mit so viel Häme über den CDU-Vorsitzenden berichtet, dass es nicht mehr akzeptabel war.

Und dann stellt der Mann, der schlussendlich nach der verlorenen Wahl eingestand, es seien seine Fehler gewesen, sich den Fragen von Sandra Maischberger. Unter Applaus betritt Armin Laschet den Saal.

„Sie sind 60 geworden, sie waren NRWs Ministerpräsident, sind Vorsitzender der CDU und deren Kanzlerkandidat geworden. Und dann plötzlich: alles weg. Haben Sie das eigentlich schon verarbeitet?“, fragt die Moderatorin eingangs.

„Es war in der Tat ein turbulentes Jahr“, beginnt der 60-Jährige, erzählt von Erfolgen und von Auf und Abs während des Wahlkampfes. „Nordrhein Westfalens Ministerpräsident tut Ihnen doch mehr weh als den Parteivorsitz zu verlieren oder?“ will Maischberger dann wissen.

Plötzlich wird der CDU-Chef emotional. „Ja“ sagt er und atmet schwer. „Es ist ein wirklich schönes Amt. Man ist Regierungschef, aber auch Repräsentant eines großen Landes. [...] Das hat mir viel Spaß gemacht.“ Und weiter führt er aus: „Wenn man das dann abgibt, dann hat man Wehmut“ .

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Das ist Sandra Maischberger:

  • Die 55-Jährige stammt aus München.
  • Seit 2003 hat sie ihr eigenes Talkformat im Ersten.
  • Ihren Durchbruch hatte sie mit den TV-Shows „Live aus dem Schlachthof“ (BR) und „Talk im Turm“ (Sat.1).
  • Sie ist seit 1994 mit einem Kamermann verheiratet. 2007 wurden sie Eltern eines Sohnes.

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Die Fragen werden nicht leichter und verharren bei den Emotionen. „Wie enttäuscht sind Sie von sich selber?“, fragt die Moderatorin. Wieder atmet Laschet schwer. „Ja, bin ich auch. Ich hab Fehler gemacht, Fehler sind passiert, die nicht hätten passieren müssen. Aber ich hab gegeben, was ich geben konnte.“

Und dann kommt es, wie es kommen musste. Der größte Fehler im Wahlkampf wird erneut aufgerollt. Als eines von vier Bildern prangt der Lacher bei einem Termin vor Ort inmitten der Flut-Katastrophe an der Wand des Talkshow-Studios.

„Das Lachen ist das Schlimmste“, gibt er frei heraus zu, als er die Fotos betrachtet. Auch diesmal entschuldigt er sich für die Entgleisung. „Es ist wirklich ein großer Fehler gewesen.“ Doch wieder verteidigt er sich: Die Regeln an dem Tag lauteten, dass er nicht neben dem Bundespräsidenten hätte stehen dürfen.

Armin Laschet rechtfertigt seinen Lacher im Flutgebiet

Rund 80 bis 90 Meter weit weg habe er in der Halle gestanden „und natürlich hab ich kein Wort verstanden“, rechtfertigt er sich. Und zeigt dann auf andere: Der Bundespräsident sei bei seiner Rede im Anschluss „auch im Gespräch mit seinen Nachbarn gewesen ... freundlich“, so der CDU-Vorsitzende. Irgendwer habe eine Bemerkung gemacht und dann sei dieses Bild entstanden. „Es sind Zehntelsekunden. Punkt. Es darf nicht sein. Man hätte sich konzentrieren müssen. Es ärgert mich bis heute“, presst er heraus.

Die gesamte „Maischberger“-Sendung sowie die drei anderen fotografischen Szenen vom Wahltag gibt es hier in der ARD-Mediathek. (js)