„Maischberger“ in der ARD: FDP-Politiker liefert sich üblen Fehltritt gegen CDU-Newcomer Amthor

Helmut Markwort (FDP) ließ einen unpassenden Spruch in Richtung des 26-jährigen Philipp Amthor (26) ab.
Helmut Markwort (FDP) ließ einen unpassenden Spruch in Richtung des 26-jährigen Philipp Amthor (26) ab.
Foto: WDR / Max Kohr
  • Jahresrückblick bei Maischberger in der ARD
  • Runde diskutiert über Gewinner und Verlierer des Jahres 2018
  • Bei einigen Themen erhitzen sich die Gemüter

Ein wildes Potpourri an Themen beackerten am Mittwochabend die Gäste bei „Maischberger“. Über die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer, Umweltverschmutzung bis hin zur Rassismus-Debatte um Mesut Özil war alles dabei.

Den Fehltritt des Abends leistete sich Helmut Markwort, ehemaliger Focus-Herausgeber und jetzt FDP-Politiker im bayrischen Landtag. Er bezeichnete den Polit-Newcomer Philipp Amthor (26) als „Harry Potter der CDU“. Auch sonst lieferte sich die Runde unterhaltsame Diskussionen.

Die Gäste beim Jahresblück bei Maischberger in der ARD:

  • Johannes B. Kerner (Fernsehmoderator)
  • Tina Hassel (Leiterin ARD-Hauptstadtstudio)
  • Katrin Göring-Eckardt, B’90/Grüne (Fraktionsvorsitzende)
  • Helmut Markwort, FDP (ehem. Focus-Herausgeber)
  • Philipp Amthor, CDU (Bundestagsabgeordneter)

Thema der Sendung: 2018 – Höhenflüge, Abstürze, geplatzte Träume.

Rückblick bei Maischberger in der ARD: Die Gewinner und Verlierer

Sandra Maischberger hatte sich einige Themen an diesem Abend vorgenommen, die sie mit ihren Gästen abarbeiten wollte. Die politischen Verlierer des Jahres 2018: Die CDU und CSU, die sich im Duell Horst Seehofer gegen Angela Merkel aufrieben. Die SPD, die derbe Schlappen in allen Umfragen einstecken mussten. Ebenfalls auf dem absteigendem Ast: Die deutsche Nationalelf, Großbritannien, der Klimawandel.

Der Gewinner: Die Grünen, die sich als „neue Volkspartei der Mitte“ feiern dürfen.

„Der Brexit ist ein Verrat an der europäischen Idee“

Stichwort Brexit. Hier bezieht Helmut Markwort Stellung: „Ich glaube, dass Schulz' großkotzige Art als Parlamentspräsident in Brüssel etliche Engländer verschreckt hat." Journalistin Tina Hassel sieht „ein Rest Vernunft in diesem Brexit Irrsinn.“ Denn: „Die Rebellen, die gegen sie angetreten sind, die hatten keinen Plan, keinen echten Kandidaten.“ Sie wirft den Anstiftern des Misstrauensvotums gegen Theresa May vor, dass sie keine Verantwortung mehr für das Land gehabt hätten. „Sie hatten vor allen eins: Ein großes Ego.“

Grünen-Fraktionsvorsitzende Göring-Eckhardt meint: „Der Brexit ist ein Verrat an der europäischen Idee. Nationalismus ist immer Chaos. Seither ist ganz viel schlechter geworden.“ Vom Höhenflug der Grünen ist in der Talkrunde übrigens wenig zu spüren. Göring-Eckhardt sitzt nämlich zwischen Amthor und Markwort. Letzter nutzt die Chance, um ihre Kompetenz öffentlich in Frage zu stellen.

Markwort (FPD) sorgt für Fehltritt des Abends

Beim Thema Merkel-Nachfolge mäkelt er: „Die Frau Grüne unterbricht mich.“ In Richtung Maischberger bittet er: „Können Sie mir helfen, dass ich meinen Punkt zu Ende bringen kann?“ Zuvor hatte Göring-Eckhardt die neue CDU-Parteivorsitzende in Schutz genommen. Denn Markwort hatte Annegret Kramp-Karrenbauer vorgeworfen, dass sie nie in einem Betrieb gearbeitet und daher keine wirtschaftliche Erfahrung hätte.

„Nur Ministerin? Nur das Saarland? Nur drei Kinder großgezogen?“, entgegnet Göring-Eckhard. Sie nervt es gewaltig, dass die Erfolge von AKK klein geredet werden.

Markwort ist aber noch nicht fertig. Bei seinem Rundumschlag erläutert er, dass er Amthor gerne in der Position des Generalsekretärs gesehen hätte. „Den Harry Potter der CDU“, wie er den jüngsten Bundestagsabgeordneten lapidar bezeichnet. Amthor lässt das kalt. Markworts Kommentar ist nicht nur despektierlich, er offenbart auch das veraltete Denken einer überholten Politelite.

Bei Twitter hingegen ließen die hämischen Kommentar nicht lange auf sich warten:

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Der CDU-Newcomer verrät: „Ich habe im ersten Wahlgang Jens Spahn gewählt, im zweiten aber Annegret Kramp-Karrenbauer.“ Letztlich sei es für ihn um die Frage gegangen: „Wer hilft eigentlich der Partei?“

Amthor: „Grüne eine kleinkarierte Verbotspartei“

Er schießt später lieber zurück, allerdings gegen die Grünen. Nennt sie „eine kleinkarierte Verbotspartei“, die ihre Schwerpunkte auf gendergerechte Toiletten, Veggie-Days und Plastikstrohhalme setze. Der Steilvorlage passt Markwort wiederum sehr gut, der die Grünen als Hauptfeind der FDP sieht. Das Klimaproblem beispielsweise könne man nicht alleine lösen, in dem Diesel-Fahrverbote verhängt werden. Amthor nickt eifrig, trotz anderer Parteizugehörigkeit.

Zum Schluss: Rassismus-Dabatte um Mesut Özil

Was zum Ende natürlich nicht auf der Agenda fehlen durfte: Die Rassimus-Debatte um Mesut Özil. „Es hat mich wirklich überrascht, dass in dieser Angelegenheit alle Beteiligten zu jeder Zeit falsch gehandelt haben“, befindet Kerner. Amthor wendet ein: „Bei Özil ist das Problem, dass er auf dem Spielfeld mehr Übersicht hat als auf der politischen Landkarte. Insofern ist er auch eine tragische Figur."

Auf die Frage, ob Jogi Löw nach dem ganzen WM-Wirrwarr den Hut hätte nehmen sollen, hat Kerner eine einfache Antwort: „Das ist einer der schönsten Teilzeitjobs, die man in Deutschland haben kann!"

Was bleibt von dieser Sendung?

Der Versuch, die Themen eines ganzes Jahres abzufrühstücken, scheint beinahe unmöglich. Auf jeden Fall in einem Talkformat wie bei Maischberger. Häufig ging es vom Hölzchen aufs Stöckchen, beinahe keine Fragestellung konnte hinreichend diskutiert werden. Alleine jede Thematik hätte eine oder mehr Sendungen füllen können.

Dennoch sorgte die bunte Runde für einen unterhaltsamen, weil nie langweiligen, Jahresabschluss.

 
 

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