Maischberger: Als Frank Thelen diesen Satz sagt, schnauzt ein Gast ihn wütend an

Maischberger: Journalist Kai Strittmatter schoss gegen Investor Frank Thelen: „Das ist großer Unsinn."
Maischberger: Journalist Kai Strittmatter schoss gegen Investor Frank Thelen: „Das ist großer Unsinn."
Foto: ARD

China war bis zuletzt immer noch der große Unbekannte. Eine Weltmacht, aber so vermeintlich fremd, dass die meisten Menschen tief im Westen nur eine eher diffuse Vorstellung davon hatten.

Spätestens seit den Protesten in Hongkong ist das anders. Bei „Maischberger“ diskutierte die Runde am Mittwochabend in der ARD über die Frage: „Die unheimliche Weltmacht: Wie bedrohlich ist China?“

Maischberger: Schlagabtausch zwischen Frank Thelen und Kai Strittmatter

Wirtschaftsjournalistin Katja Dofel machte bei „Maischberger“ klar: „Die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands ist enorm, vor allem bei der Autoindustrie. Und das ist letztendlich unsere wichtigste Industrie.“ Sprich: An China kommen wir aus wirtschaftlicher Sicht nicht vorbei.

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Maischberger - das waren die Gäste:

  • Frank Thelen, Investor aus „Die Höhle der Löwen“
  • Norbert Röttgen (CDU), Chef des Auswärtigen Ausschusses
  • Hao Gui, Asien-Experte der "Deutschen Welle"
  • Kai Strittmatter, langjähriger China-Korrespondent
  • Bernhard Alschert, Bürgermeister von Hoppstädten-Weiersbach ("Chinatown von Rheinland-Pfalz")
  • Katja Dofel, Wirtschaftsjournalistin

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Wie schwierig das aus ethischen Gesichtspunkten sein kann, wurde anhand der Ausführungen von Kai Strittmatter deutlich. Der langjährige China-Korrespondent der „SZ“ sprach von einer Diktatur in China, von Unterdrückung, Überwachung und Repressalien. Etwa durch das Sozialpunktesystem: Wer aus Sicht der kommunistischen Volksrepublik ein gutes Leben führt, wird belohnt. Wer in Ungnade fällt, wird hingegen schwer bestraft.

Frank Thelen bei Maischberger: „Was ist im Chinesen drin?“

Unternehmer Frank Thelen, den man vornehmlich aus der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ kennt, scheint China trotzdem als Vorbild wahrzunehmen. Das Sozialpunktesystem sei schon ein Problem. Aber: „Man muss sehen, was ist im Chinesen drin? Der sagt: Dass es der Allgemeinheit gut geht, ist besser als dass es mir als Individuum gut geht.“

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Ein Satz, der bei Kai Strittmatter für Entsetzen sorgte: Der China-Kenner wollte einhaken, trommelte ungeduldig auf sein Bein - doch Moderatorin Sandra Maischberger ließ ihn erst mal zappeln.

Frank Thelen schwärmt von China

Thelen durfte weiter reden - und von China schwärmen: „Was die sich trauen, ist ein 300-Jahres-Plan. Dabei ist ein Plan, dass sie mit zero Footprint bei Co2 dabei sind. Bisher haben die das, was die angekündigt haben, sehr gut umgesetzt.“ Ja, lenkte er ein, das System müsse schon kritisch betrachtet werden. „Aber das, was die da machen, das funktioniert. China macht das einfach, das find' ich einfach großartig.“

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Frank Thelen

  • 1975 in Bonn geboren
  • Abgebrochenes Informatikstudium
  • Geschäftsführer von "Freigeist Capital" (ehemals "e42")
  • Mit seiner Firma unterstützt er diverse Start Ups
  • Er ist einer der Investoren in der Vox-Show "Die Höhle der Löwen"

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Strittmatter wollte das so nicht stehen lassen. Er schoss hart gegen Thelen: „Das, was Herr Thelen gesagt hat, das ist, mit Verlaub, großer Unsinn.“

Streit bei Maischberger: „Der Partei nachgeplappert“

Thelen, der alle Gäste duzte, ging in Verteidigungsstellung: „Also komm, wir sind alle keine Natives. Jetzt zu sagen, das, was ich gesagt habe, ist Blödsinn, das ist ein bisschen weit hergeholt.“

Das sah Strittmatter anders. Es gebe nicht „den Chinesen“, in dem irgendwas drinstecke. „In Taiwan und Hongkong sehen Sie, wie 30 Millionen Menschen leben, denken, fühlen und handeln, die nicht unter der Gehirnwäsche der kommunistischen Partei Chinas aufgewachsen sind. So etwas zu sagen, ist ganz einfach die Propaganda der kommunistischen Partei nachgeplappert.“

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Das saß. Frank Thelen erwiderte ohne langes Nachdenken: „Ich plapper' da überhaupt nichts nach. Ich hab auch gesagt, das Punktesystem ist nicht in Ordnung. Aber es ist so, dass sie sich mehr der Allgemeinheit verpflichtet fühlen. Wir haben ja einen Chinesen hier, vielleicht kannst du ja einfach mal deine Meinung sagen“, sagte er in Richtung Hao Gui, der China-Experte bei der „Deutschen Welle“ ist.

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Maischberger

  • Sandra Maischberger moderiert die Talksendung seit 2003
  • Ursprünglicher Titel war "Menschen bei Maischberger"
  • Die Talkshow trat die Nachfolge der Sendung "Boulevard Bio" an
  • Die Sendung wird einmal pro Woche in der ARD ausgestrahlt

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Maischberger: „Alle Bonner duzen sich“

Sandra Maischberger konnte sich eine Spitze nicht verkneifen: „Sie duzen sich, weil Sie sich kennen, oder wie?“ Frank Thelen fand das zum Lachen: „Das ist doch hier … Er ist ein Bonner.“ Und Maischberger süffisant: „Ok, alle Bonner duzen sich.“

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Journalist Gui versuchte sich an einer Erklärung: „Das hat mit der Bildung zu tun. Erst mal das Vaterland zu lieben.“ Das werde schon Schulkindern in China von Anfang an eingetrichtert. „Hier ist es komplett anders: Erst das Ich, dann die anderen.“

Wie bedrohlich China nun ist oder eben nicht ist, erfuhr der Zuschauer am Ende nicht. Klar aber ist: Wir müssen anfangen, über unseren Umgang mit dieser diktatorischen Wirtschaftsmacht, von der wir abhängig sind, nachzudenken.

 
 

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