Lobbyisten wird man nie ganz los

Lobbyist ist ein hässliches Wort. Der Ruf des Lobbyisten ist kaum besser als der des Drogenhändlers oder Steuerbetrügers. Lobbyisten gelten als Einflüsterer, Manipulierer, Schattenherrscher. Politiker gehen ihnen auf den Leim, Journalisten zuweilen auch. Denkt man jedenfalls.

Die Wahrheit ist komplizierter. Es gibt die Pharma- und die Auto-Lobby, aber auch die Radfahrer- und die Bio-Lobby. Sind die einen nur böse, die anderen nur gut?

Lobbyisten sind Interessenvertreter. Die werden wir nie ganz los. In den USA gibt es längst „Lobbyregister“. Aber kann man deshalb sagen, in Washington hätten Lobbyisten wenig zu melden? Transparenz ist wichtig. Es ist gut, dass Politiker ihre Nebeneinkünfte offenlegen müssen. Es wäre gut, wenn es eine längere Wartezeit für den Wechsel von Politikern in die Wirtschaft gäbe. Aber den Lobbyismus schafft das nicht aus der Welt.

Das würde helfen: Wenn Bürger ihren Abgeordneten auf die Finger schauen. Wenn sie nachfragen, wer am Programm, am Gesetz mitgeschrieben hat. Wenn sie bewusst ­jene wählen, die Lobbyismus-resistent sind. Ein frommer Wunsch, wo doch immer weniger wählen gehen.

 
 

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