Linke beschwert sich über Ausgrenzung bei RTL-Wahlberichterstattung

Der Linke-Politiker Hubertus Zdebel beklagt sich über RTL. Foto: Clemens Bilan/ddp
Der Linke-Politiker Hubertus Zdebel beklagt sich über RTL. Foto: Clemens Bilan/ddp
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Ärger um die RTL-Landtagswahlberichterstattung: Die SPD darf ins Fernsehen, auch die CDU, die Grünen, die FDP und selbst die Piraten - nur die Linkspartei bekommt keine Sendezeit in der Reihe „10 Minuten Klartext“eingeräumt. Die Linke wettert.

Köln/Bochum. Die Linken fühlen sich bei der Berichterstattung zur Landtagswahl im Regionalfernsehen von RTL West ungerecht behandelt. Indem bis auf die Linke alle im Landtag vertretenen Parteien sowie die Piraten in der Fernsehreihe „10 Minuten Klartext“ Sendeplatz erhielten, erlaube sich RTL eine „Vorauswahl in der politischen Willensbildung“ der Bürger, sagte der Landesvorsitzende Hubertus Zdebel am Dienstag in Bochum. „Wir akzeptieren diese Entscheidung des Senders nicht.“ RTL West verstoße gegen journalistische Spielregeln, die auch für private Sender gälten.

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat reagierte ebenfalls mit Unverständnis. „Man kann diese Entscheidung nur als eine Politische werten“, schrieb der Politiker in einem offenen Brief an den Fernsehsender. Bei dem Vorgehen entstehe der Eindruck einer „zensorischen Maßnahme“.

Noch keine offizielle Beschwerde bei der Medienanstalt

Der nordrhein-westfälische Linke-Chef Zdebel forderte von den journalistischen Berufsverbänden und der zuständigen Aufsichtsbehörde, „im Sinne einer fairen Berichterstattung Stellung zu beziehen“. Ein Sprecher der Landesanstalt für Medien in NRW (LfM) sagte, es lägen bislang keine Beschwerden vor. Sollte die Linke den Fall melden, werde sich die LfM damit befassen.

RTL West weist den Vorwurf der unfairen Berichterstattung zurück. Für die fünf Ausgaben des Politikformats seien die fünf Parteien SPD, CDU, Grüne, FDP und Piraten ausgesucht worden. „Kriterien waren die landespolitische Bedeutung und die möglichen Auswirkungen des Wahlergebnisses auf den Bund“, sagte Programmchef Jörg Zajonc und fügte hinzu. „Das ist keine Entscheidung gegen die Linke, sondern für ein Wochenformat.“ Mit den Linken stehe der Sender im Austausch über eine begleitende Berichterstattung zur Wahl. (dapd)