Lehrer fordern mehr Sprachförderung

An Rhein und Ruhr..  Die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert verstärkte Anstrengungen der Politik, damit Kinder aus Zuwandererfamilien früh die deutsche Sprache lernen. Beim Ausbau der Kindertagesstätten sei in den vergangenen Jahren die Verbesserung der Sprachförderung vernachlässigt worden, kritisiert die Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Laut Zahlen des Landesamts für Statistik wächst mehr als ein Fünftel (22,4 Prozent) der Kinder in einer Kita in NRW in einer Familie auf, in der nicht oder kaum deutsch gesprochen wird. Im Ruhrgebiet trifft das mancherorts auf ein Drittel der Kinder zu.

Dieser Anteil hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert: 2010 kamen 21,8 Prozent der Kita-Kinder im Land aus Elternhäusern, in denen nicht oder nur wenig deutsch gesprochen wird. Allerdings nähmen die Anmeldezahlen für die Kindertagestagesstätten durch die Pflicht zur Sprachstandsfeststellung vor der Einschulung zu, so eine Sprecherin des Landesfamilienministeriums. Deswegen sei davon auszugehen, „dass der Anteil der Kinder mit verbesserten Deutschkenntnissen wächst“. Um die Kinder früh mit der deutschen Sprache vertraut zu machen, sei der Ausbau von Familienzentren in Stadtvierteln mit hohem Zuwandereranteil wichtig. Wie zielführend die bestehenden Sprachfördermaßnahmen sind, lässt sich laut Familienministerium nicht darstellen. Eine „flächendeckende Wirksamkeitsstudie für NRW“ existiert nicht, so die Sprecherin.

Der Anteil der Kita-Kinder, die in fremdsprachigen Haushalten aufwachsen, ist regional sehr unterschiedlich. So beträgt der Anteil in Duisburg 38,8 Prozent und ist gegenüber dem Jahr 2010 leicht gesunken. Leicht zurückgegangen ist der Anteil in den vergangenen drei Jahren auch in Mülheim auf 24,9 Prozent. Im Kreis Kleve hingegen ist der Anteil im gleichen Zeitraum von 12,7 auf 15,7 Prozent deutlich gestiegen. Ebenfalls gestiegen, aber deutlich moderater, ist der Anteil im Kreis Wesel auf aktuell 17 Prozent, in Oberhausen auf 26,8 Prozent und in Essen auf 28,3 Prozent.

Die GEW bemängelt, dass trotz dieser Zahlen der Personalschlüssel in den Kitas noch immer nicht ausreichend für eine intensive Sprachförderung sei: „Wir haben immer gesagt, dass Kitas keine Verwahrungsanstalten sein sollten, sondern Bildungseinrichtungen. Wir sind aber nicht gehört worden“, so die Landesvorsitzende Schäfer im Gespräch mit der NRZ. /

 
 

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