Legionellen-Sanierung in Warstein kostet Millionen

Warstein/Düsseldorf..  Die Sanierung und dauerhafte Sicherung der mit Legionellen belasteten Anlagen in Warstein kostet etwa sieben Millionen Euro. Diese Zahl nannte Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) gestern erstmals im Umweltausschuss des Landtags. Sie beruht auf Schätzungen des Ruhrverbandes. 1,8 Millionen Euro entfallen demnach auf die Sanierung des „Brauereikanals“, der mit druckdicht verschlossenen Revisionsschächten versehen werden soll. Der Kanal führt direkt durch die Warsteiner Kernstadt.

Remmels Angaben zufolge wollen der Ruhrverband, die Brauerei und die beteiligten Behörden in „drei bis vier Monaten“ mit den Bauarbeiten beginnen.

Der Umweltminister gab gestern einen Sachstandsbericht zur aktuellen Situation in Warstein ab. Darin räumte er ein, dass die Lage nach wie vor problematisch sei, da in Warstein erstmals Abwasser als Vermehrungsquelle für Legionellen identifiziert worden sei. „Ein Problem stellt dar, dass zur Zeit keine Erfahrungen vorliegen, wie aus einem Bioreaktor (Belebungsbecken der Kläranlage...), der Legionellen als Aufwuchsbecken dienen kann, wenn sie bereits in hoher Konzentration vorhanden sind, Legionellen entfernt werden können“, sagte Remmel laut dem unserer Zeitung vorliegenden Ausschuss-Sprechzettel. „Eine komplette Außerbetriebnahme und Desinfektion von betrieblicher Kläranlage, Kanalisation und kommunaler Kläranlage ist aus technischer und finanzieller Hinsicht derzeit nicht darstellbar.“

Noch im Januar seien im Belebungsbecken der Betriebskläranlage der Brauerei sehr hohe Konzentrationen gemessen worden, und zwar im „Millionen-Bereich“, wie Remmel dieser Zeitung sagte. Die zuletzt gemessenen Legionellen-Konzentrationen in den Flüssen Wäster und Möhne seien dagegen unkritisch. Das seit September geltende Wasserentnahmeverbot für diese Flüsse gelte jedoch grundsätzlich weiter. Bevor dieses aufgehoben werden könne, seien weitere Untersuchungen erforderlich.

 
 

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