Laschet kündigt in den USA Werbekampagne für TTIP an

New York..  Für Taxifahrer in New York wird der sparsame Armin Laschet zur Herausforderung. Mitten in Manhattan springt der Besucher aus NRW mehrfach mutig in den dichten Berufsverkehr, um ein gelbes Auto zu kapern. Akzeptiert der Chauffeur aber keine fünf Fahrgäste, platzt der 15-Dollar-Deal. Minuten später jongliert der CDU-Politiker beim weltweit größten Vermögensverwalter Black­Rock, Larry Fink, mit Milliarden. Fink und Laschet machen klar, dass bei einem Scheitern des deutsch-amerikanischen Freihandelsabkommens TTIP Investitionen und Handel gefährdet sind. In NRW ist Black­Rock an Firmen wie Eon, RWE, Thyssen, Telecom und Bayer beteiligt.

Nach einem Gespräch mit dem Wirtschafts-Guru Nouriel Roubini im Big Apple rechnet Laschet vor, dass 25 der 28 EU-Länder kein Problem mit TTIP sehen. „Den größten Widerstand gibt es ausgerechnet bei uns, obwohl der deutsche Export am meisten profitiert“, klagt der CDU-Mann. Laschet kündigt eine verspätete Kampagne in allen Wahlkreisen an, damit die Menschen wissen, welche Jobs an ihrem Ort von TTIP abhängen. Roubini, der als „Untergangsprophet“ die großen Finanzkrisen der letzten Jahre vorhersagte, plagt die Sorge, dass das Abkommen erst nach der US-Präsidentschaftswahl 2016 unterzeichnet wird. Bis dahin haben die USA aber einen Vertrag mit Asien über niedrigere Standards vereinbart. „Jetzt haben wir die letzte Chance, weltweit unsere hohen Sozialstandards durchzusetzen“, warnt Laschet.

Auch wenn Landespolitiker aus Übersee in den USA keine Rolle spielen, öffnet die Parteifunktion als Merkel-Vize Türen. Laschet hat Termine mit Ex-Außenminister Henry Kissinger, trifft zum 50.Jahrestag der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen den UN-Botschafter Ron Prosor. Auch der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ron Lauder, nimmt sich Zeit.

Zum Ende seines US-Besuchs hat Laschet einen Tornister voll Erkenntnisse für NRW gesammelt. Nicht alles ist übertragbar. „Wir brauchen kein deutsches Google. Stattdessen müssen wir unsere Weltmarktführer durch Digitalisierung noch stärker machen“, glaubt der CDU-Politiker. Stabile und günstige Energiekosten gewinnen aus Sicht Laschets an Bedeutung. Deshalb mahnt der Christdemokrat zum Verzicht auf neue Abgaben, die Strom aus Braunkohle teurer machen.

Laschet will in USA sein Profil als Kraft-Herausforderer schärfen. Er sucht Zukunftsthemen, mit denen er die Ministerpräsidentin 2017 verdrängen will. Beim Twittern in den Netzwerken ist er Hannelore Kraft (SPD) jedenfalls schon überlegen. Keine Stunde vergeht, in der Laschet nicht neue Tweets absetzt oder liest.

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