Landtagswahl Baden-Württemberg: So verbringt Kretschmann den letzten Tag vor der Wahl – er kam seit Wochen nicht dazu

Das ist Winfried Kretschmann

Das ist Winfried Kretschmann

Wir stellen den ersten grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann vor.

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Am 14. März 2021 findet die Landtagswahl in Baden-Württemberg statt. Es ist mit der der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, die zeitgleich stattfindet, der heiß erwartete Auftakt zum Superwahljahr 2021. Beste Aussichten in den Umfragen haben die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

In diesem News-Blog informieren wir über die aktuellen Entwicklungen im Endspurt des Wahlkampfes vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

+++ Landtagswahl in Baden-Württemberg im Ticker +++

News-Blog zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021

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Mehr zur Landtagswahl in Baden-Württemberg:

  • Gewählt wird am 14. März, zeitgleich mit der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) regiert das Ländle seit 2011.
  • Zunächst in einer grün-roten Koalition, seit 2016 mit der CDU.
  • Wahrscheinlich ist laut Umfragen eine Fortsetzung von Grün-Schwarz oder eine Ampel-Koalition.

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News-Blog zur Landtagswahl in Baden-Württemberg

13. März: So verbringt Kretschmann den letzten Tag vor der Wahl

Im Endspurt zur Landtagswahl hat Winfried Kretschmann seine Großvaterpflichten vernachlässigen müssen. Doch an diesem Samstag besuchten ihn die beiden Enkel zuhause in Laiz im Kreis Sigmaringen, erzählte der 72-jährige Ministerpräsident am Freitagabend bei einer virtuellen Wahlkampfdebatte der Grünen.

„Morgen kommen die Enkel, die habe ich auch schon ein paar Wochen nicht gesehen“, sagte Kretschmann.

Das seien für ihn „Herzensphasen“, weil die Enkel unbefangen sagten, was sie von ihm hielten. Allerdings müsse er in seinem Alter gucken, dass er beim Spiel mit ihnen keine falsche Bewegungen mache. „Was mir vor drei Wochen leider passiert ist.“ Deswegen habe er zur Physiotherapie gemusst, damit der Schmerz wieder wegging. Kretschmann hat drei Kinder und zwei Enkel.

Am Wahltag sei er dann ganz „Traditionsmensch und guter Katholik“ und gehe erstmal in die Kirche und dann ins Wahllokal. „Dann fahre ich nach Stuttgart und bereite mich auf die Stunde der Wahrheit vor.“

Die wird für ihn vermutlich ziemlich erfreulich. Letzte Umfragen sehen Kretschmanns Grüne deutlich vor den anderen Parteien >>

12. März: „Zitruskoalition“ als neue Option für Ministerpräsident Kretschmann?

Bekommt der Grüne Winfried Kretschmann nun auf einmal eine ganz neue, unerwartete Koalitionsoption? Politikwissenschaftler und ZDF-Experte Karl Rudolf Korte bringt über seine Instagram-Seite die „Zitruskoalition“ ins Spiel.

Gemeint ist damit ein Bündnis aus Grünen und den Gelben von der FDP! Tatsächlich erscheint es im Bereich des Möglichen, dass beide Parteien zusammen eine eigene Mehrheit schaffen könnten, Nach den jüngsten Umfragen der „Forschungsgruppe Wahlen“ (ZDF) und von „INSA“ (Bild) dürfe die Liberalen auf 11 Prozent hoffen. Die FDP ist momentan im Aufwind und wäre dann sogar stärker als die SPD (10 Prozent)! Laut der „Forschungsgruppe Wahlen“ könnten die Grünen 34 Prozent erreichen.

Kommt es so, wäre zumindest rechnerisch Grün-Gelb möglich. Allerdings ist fraglich, ob die beiden Parteien auch inhaltlich genug Schnittmengen finden könnten, um so ein Bündnis einzugehen, schließlich ist Kretschmann besonders Stabilität wichtig. Es wäre auf jeden Fall eine Sensation in der Bundesrepublik, wenn sich auf Länderebene eine Koalition ganz ohne Union und SPD bilden würde.

+++ Wahl-O-Mat für Baden-Württemberg: Große Überraschung – DAS kommt heraus +++

11. März: Sonneborn amüsiert sich über Wahlplakat-Streich auf Kretschmanns Kosten

Die Satirepartei "Die Partei" tritt auch bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Natürlich mit Provokationen!

Parteichef Martin Sonneborn amüsierte sich nun köstlich über einen Wahlplakat-Scherz auf Kosten von Winfried Kretschmann. Direkt unter dessen Wahlplakat "Bewahren heißt verändern" konterten Wahlkämpfer mit dem Plakat "Verändern heißt ihn loswerden".

Das Foto teilte Martin Sonneborn über Instagram. Seine Partei spielt dabei auf den konservativen Regierungsstil des grünen Ministerpräsidenten an.

10. März: Winfried Kretschmann umschmeichelt auffällig die CDU

Wie geht es nach der Landtagswahl weiter in Baden-Württemberg? Es fällt auf, dass Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann die CDU „umschmeichelt". Gleich zwei Statements bieten Raum für Spekulationen, ob dem Landesvater eine Fortführung der Koalition mit der Union am liebsten wäre.

Zum einen nahm Kretschmann die Schwarzen in der Maskenaffäre in Schutz. Während alle anderen politischen Gegner hart mit den Raffke-Skandalen in der Unionsfraktion ins Gericht gehen, warb er um Nachsicht: „Keine Partei ist davor gefeit, dass sie solche Leute in den eigenen Reihen hat“, sagte er. Dabei werfen Kritiker der CDU/CSU ein strukturelles Problem vor und verweisen auch auf andere Fälle, wie Philipp Amthor. Nicht so Kretschmann. Für ihn ist das ein Fehlverhalten Einzelner und man solle „nicht rumspekulieren“, so Kretschmann bei einem Rededuell der „Südwest Presse“ mit seiner Herausforderin Susanne Eisenmann.

Die Aussagen sind besonders deshalb auffällig milde, weil die CDU in Baden-Württemberg mit dem Mannheimer Ex-Abgeordneten Nikolas Löbel direkt mit der Affäre zu tun hat.

Doch damit nicht genug der Charme-Offensive: Kretschmann wirbt auch für Schwarz-Grün nach der Bundestagswahl. Im ZDF-„Morgenmagazin" sagte Kretschmann am Dienstag auf die Frage, ob er ein Bündnis mit der Union empfehlen könne: „Ja.“ Es sei nicht das Schlechteste, wenn zwei Parteien aus verschiedenen Lagern in diesen Zeiten zueinander fänden, um große politische Probleme wie die Corona- und die Klimakrise anzugehen.” Der Kampf gegen den Klimawandel werde „kein Zusckerschlecken“.

Sollte Kretschmann nun von einem solchen Bündnis auf Bundes-Ebene ausgehen, wäre es ratsam, auch im Ländle auf die Farbenkombinantion zu setzen. Das für Schwarz-Grün bzw. Grün-Schwarz auch bessere Aussichten für Mehrheiten im Bundesrat verschaffen.

Gleichzeitig verpasste er indirekt einer Ampel fast schon eine Absage. Bei einem Rededuell mit Eisenmann, das von der „Stuttgarter Zeitung“ veranstaltet wurde, bejahte er die Frage, ob eine Ampel-Koalition ein Experiment sei. Wichtig sei ihm, insbesondere in diesen Zeiten, eine stabile und verlässliche Regierung. Auch das könnte eher für eine Neuauflage von Schwarz-Grün sprechen.

8. März: Mannheimer CDU-Mann tritt zurück!

Im Zuge der Bereicherung an Masken-Deals war der Mannheimer CDU-Politiker Niklas Löbel bereits aus der CDU-Fraktion geflogen. Nun hat er offenbar auch persönliche Konsequenzen gezogen: Löbel legt sein Amt als Bundestagsabgeordneter nieder.

Weniger als eine Woche, dann öffnen in Baden-Württemberg die Wahllokale zur Landtagswahl. Für die CDU sieht es in Umfragen düster aus. Vielleicht auch deswegen versucht Kretschmann-Herausfordererin Susanne Eisenmann (CDU) nun mit allen Mitteln noch auf Stimmenfang zu gehen.

In einem Interview mit dem "Spiegel" verteidigte sie ihr eigenes Auftreten als Klartextpolitikerin. Die Politik sei heute viel zu glatt: "Alles, was nicht voll dem Mainstream entspricht, wird ja in übelster Weise angegriffen, gerade im Internet." Zudem ging sie den Ministerpräsident Baden-Württembergs und seine Partei mit deutlichen Worten an. Kretschmann verhalte sich öffentlichkeitswirksam, sei jedoch bei großen Themen nie "tief in den Details drin" und an deren Umsetzung nur "sporadisch interessiert". In der Corona-Pandemie sei nun die richtige Politik gefordert.

Eigentlich koalieren Grüne und CDU in Baden-Württemberg aktuell in der Landesregierung gemeinsam. Doch von Zuneigung an den Koalitionspartner kann keine Rede mehr sein. Eine Grüne Grundhaltung sei es, "den Menschen vorschreiben zu wollen, wie sie leben sollen", die Partei zeichne sich durch eine "belehrende Attitüde aus", so Eisenmann im Kontext zur Debatte um Einfamilienhäuser.

5. März: Mannheimer CDU-Abgeordneter sorgt für Skandal – Belastung für den Wahlkampf der Christdemokraten?

Als wären die neuesten Umfragen nicht schon bitter genug für die CDU in Baden-Württemberg, kommt jetzt auch noch diese Meldung: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel bereicherte sich im Frühjahr 2020 mit einem Coronamasken-Deal. Die Projektmanagement-Firma des Hinterbänklers soll 250.000 Euro in der Krise kassiert haben, berichtet der "Spiegel". Zuvor kam schon der Masken-Deal des CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein ans Tageslicht.

Heftige Kritik kommt vom Koalitionspartner SPD. „Wer sich persönlich bereichert und in einem Notstand in der Gesundheitswirtschaft seine politische Stellung ausnutzt, benimmt sich wie ein skrupelloser Aasgeier. Der moralische Kompass ist anscheinend vollkommen kaputt“, so der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Carsten Schneider.

Löbel selbst verteidigt den Deal als marktübliche Vergütung. Seine Firma sei der Bundestagsverwaltung bekannt. Dennoch dürfte der Fall der CDU in Baden-Württemberg im Schlussspurt des Wahlkampfs eher schaden.

2. März: Spott nach dem TV-Duell für Kretschmann-Herausforderin Susanne Eisenmann

Nach dem TV-Duell vor dem Landtagswahl in Baden-Württemberg machen sich viele SWR-Zuschauer über den Auftritt der CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann lustig. Der Spott dreht sich vor allem darum, dass die CDU-Politikerin ständig gegrinst und gelacht habe, selbst an wenig passenden Stellen im TV-Duell. Manche meinen, das habe zu aufgesetzt gewirkt.

„Was bei mir vom TV-Duell hängen geblieben ist: #eisenmannlacht“, postete ein Twitter-User im Anschluss an die SWR-Debatte. Tatsächlich trendete der fiese Hashtag in den Stunden nach der Ausstrahlung. Manche posteten Zusammenschnitte der Lacher der CDU-Spitzenkandidatin.

Währenddessen wurde im TV-Duell auch über den möglichen Nachfolger von Winfried Kretschmann als Ministerpräsident gesprochen. Der Grüne brachte zuvor einen Namen ins Spiel, fühlt sich aber nun falsch verstanden.

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Wahlforscher Matthias Jung, Chef der Forschungsgruppe Wahlen, stellt der CDU vor der Landtagswahl Baden-Württemberg ein mieses Zeugnis aus. Er sagt: „Die CDU macht es Kretschmann besonders leicht, ihr die bürgerlichen Wählerinnen und Wähler abspenstig zu machen.“ Die Christdemokraten hätten höchstens nur noch die Möglichkeit, stärker gegen eine Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP mobil zu machen und für eine Fortsetzung von Grün-Schwarz zu werben.

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