Kritik an Google wegen ausländerfeindlicher Grafik

DerWesten
So erscheint die NPD-Karte in der Ergebnisliste bei Google.
So erscheint die NPD-Karte in der Ergebnisliste bei Google.
Aufregung um eine NPD-Grafik, die Europa als überfremdeten Kontinent darstellt: Google listet sie bei der Bildersuche ganz weit oben. Zwei SPD-Politiker aus NRW protestieren dagegen.

Berlin. SPD-Abgeordnete haben dem Internetriesen Google vorgeworfen, rechtsextremistische Propaganda zu fördern. Die Mettmanner Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese und der NRW-Landtagsabgeordnete Stefan Zimkeit wiesen am Freitag darauf hin, dass mit dem Suchbegriff „Europa“ bei der Google-Bildersuche als zweiter Treffer eine Grafik der Göttinger NPD zur angeblichen Überfremdung Europas im Jahr 2015 erscheint. „Wer in einer Suchmaschine nach einer Europakarte sucht, darf nicht mit neonazistische Lügen behelligt werden“, erklärte Griese.

In der Grafik, die vorgibt, Europa im Jahr 2015 zu zeigen, wird Frankreich zum Beispiel als „Islamic Republic of New Algeria“ bezeichnet – also als „Islamische Republik Neu-Algerien“. Deutschland werde dann türkisch, Italien albanisch und Großbritannien pakistanisch sein, argwöhnen die Macher der Karte.

Google hat bislang nicht reagiert

Zimkeit hatte die Grafik nach eigenen Angaben bereits vor zehn Tagen bei Google als „anstößig“ gemeldet. Bislang habe es keine Reaktion gegeben. Auch gestern Nachmittag zeigte die Google-Ergebnisliste die Karte noch an Platz zwei.

Die beiden SPD-Politiker forderten das Unternehmen auf, die Europa-Karte umgehend aus ihren Ergebnislisten herauszunehmen. „Google darf keine Propagandaplattform der NPD sein“, erklärte Griese.

(afp)