Kriminalbeamte kritisieren geplantes Waffengesetz

Berlin. Die Bundesregierung ist nach Einschätzung von Kriminalbeamten ggenüber der Waffenlobby eingeknickt. Das sagte der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen. Ein zentrales Waffenregister etwa sei ein "unsinniger Plan".

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) kritisiert das politische Gezerre um ein verschärftes Waffengesetz. BDK-Chef Klaus Jansen sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus» laut Vorabbericht, die Politik habe sich dem Druck der Waffenlobby gebeugt. Der Gesetzesentwurf der Regierungskoalition beinhalte lauter unsinnige Pläne, etwa die Forderung nach einem zentralen Waffenregister. Dabei seien die bisherigen Amokläufe gerade mit legalen Waffen begangen worden.

Jansen kritisierte, die Politik argumentiere an den objektiven Sicherheitsbedürfnissen der Menschen vorbei und beschäftige sich mit Piraten, dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan und Terrorismusbekämpfung. In Deutschland habe es jedoch schon rund 30 Tote durch Amokläufe gegeben, aber noch keinen durch das Terrornetzwerk Al-Quaida.

Jansen forderte, Waffen und Munition müssten sofort getrennt werden. Außerdem gebe es kein Recht auf Waffenbesitz oder Waffensport. «Wer nicht zu den kleinsten Zugeständnissen bereit ist, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann das totale Verbot kommt. Und dann wird es eben bestimmte olympische Disziplinen nicht mehr geben», sagte er. Es sei vielleicht ohnehin eine Fehlentwicklung gewesen, das Schießen mit großkalibrigen Waffen als Sport zuzulassen. (ddp)

 
 

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