Krankenkasse zahlt 160 Euro zurück

Daniel Freudenreich

Berlin.  Auch im kommenden Jahr können Millionen Krankenversicherte in Deutschland mit Beitragsrückzahlungen rechnen. Als erste größere Kasse beschloss die Techniker (TK), ihren 6,2 Millionen Mitgliedern wie in diesem Jahr auch für 2014 bis zu 80 Euro zu erstatten.

Da die Prämien für beide Jahre im Frühjahr 2014 per Scheck gezahlt werden, erhält ein TK-Mitglied dann bis zu 160 Euro Dividende. Diese müssen die Versicherten noch versteuern. Die Techniker Krankenkasse schüttet so insgesamt rund eine Milliarde Euro aus. Damit baut sie einen Teil ihres Überschusses von 3,7 Milliarden Euro ab.

Ihre Überschüsse nutzen die Kassen unterschiedlich. Keine muss mehr einen Zusatzbeitrag erheben. Die einen erweitern ihre Leistungen für die Versicherten, die anderen schütten Prämien aus. Aktuell profitieren rund 7,5 Millionen Versicherte in 19 Kassen von Geldprämien. Sie reichen für dieses Jahr von 60 bis 125 Euro. Über die Prämien für 2014 entscheiden die meisten Kassen erst im Herbst. Angekündigt, aber noch nicht beschlossen hat zum Beispiel die hkk, ihre aktuelle Prämie von 100 Euro auch 2014 zu zahlen.

Da der Beitragssatz für alle Versicherten gleich ist, werben die Kassen mit Rückzahlungen um neue Kunden. Verbraucherschützer warnen aber vor einem Wechsel allein der Dividende wegen. „Wer sich eine andere Krankenkasse sucht, sollte nicht nur auf eine Prämie, sondern auch auf Zusatzleistungen achten“, sagte Dörte Elß von der Verbraucherzentrale Berlin. Denn seit Längerem übernehmen die Kassen immer mehr Extras, angefangen von der professionellen Zahnreinigung bis hin zu häuslicher Krankenpflege, Homöopathie, Osteopathie und Impfungen für Auslandsreisen.

So hat sich mit der Barmer GEK Deutschlands größte Kasse bisher gegen Geldgeschenke entschieden. Ebenso die AOK Rhein­land/Hamburg, AOK Nordwest, Knappschaft und KKH. Ihre Begründungen: Man biete lieber neue Extras an oder spare für schlechtere Zeiten. Dadurch gehe anders als bei den zu versteuernden Prämien kein Geld verloren.

Grund für die Rekordüberschüsse sind die wegen der guten Lage am Arbeitsmarkt sprudelnden Beitragseinnahmen. So schlummern im Gesundheitsfonds und bei den Versicherungen derzeit 29 Milliarden Euro an Reserven. Doch laut Gesetz soll eine Kasse nicht mehr als das 1,5-Fache einer Monatsausgabe als Polster horten.