Konfessions-Schulen immer beliebter

An Rhein und Ruhr..  Obwohl die Religion immer mehr an Bindungskraft verliert und die Zahl der Kirchenaustritte unvermindert hoch ist, bleibt die Anziehungskraft von Schulen in Trägerschaft der katholischen oder evangelischen Kirche groß. Das Bistum Essen als Träger von neun weiterführenden Schulen in der Region mit 7500 Schülern bestätigt den Trend. „Die Anmeldezahlen sind seit Jahren höher als die Zahl der verfügbaren Plätze“, sagt Bernd Ottersbach, Leiter des Dezernats Schule beim Bistum. Jedes Jahr müssten Hunderte Schüler abgewiesen werden.

Ähnlich sieht es an den staatlich geführten, aber konfessionell gebundenen Grundschulen aus. Auch hier übertreffen regelmäßig Anmeldungen die Zahl der freien Plätze. Bildungsexperten sehen vor allem zwei Ursachen für den anhaltenden Trend: Eltern erhoffen sich zum einen stärker werteorientierten und religiös fundierten Unterricht ihrer Kinder als an Schulen ohne konfessionelle Bindung. „Haltung, Respekt und Würde sind ihnen wichtig“, erklärt der Essener Erziehungswissenschaftler Klaus Klemm. „Das Erziehungskonzept konfessionell geprägter Schulen ist für Eltern offensichtlich attraktiv“, so der Bildungsforscher.

Zum anderen erwarteten sie, an einer konfessionellen Grundschule weniger Kinder mit Migrationshintergrund als an einer Gemeinschaftsgrundschule vorzufinden. Das Lernniveau, so die Hoffnung vieler Eltern, sei somit an konfessionellen Grundschulen höher und die Chance auf einen Übergang aufs Gymnasium größer.

Zusammen mit der Aufhebung verbindlicher Grundschulbezirke durch die damalige schwarz-gelbe Landesregierung geraten damit Gemeinschaftsgrundschulen unter Druck. Politiker und Bildungsexperten beobachten eine wachsende „Entmischung“ der Schülerschaft vor allem in sozial schwierigen Stadtvierteln.

Nordrhein-Westfalen ist das letzte Bundesland, in dem es flächendeckend staatliche Bekenntnisschulen gibt. Von den 2845 Grundschulen sind 854 katholisch, 90 evangelisch und zwei jüdisch. Die Verbreitung ist unterschiedlich. Während in manchen Gemeinden am Niederrhein alle Grundschulen katholisch sind, sind es in Essen 23 Prozent, in Oberhausen 24 Prozent und in Duisburg 14 Prozent. Übrigens: Auch konfessionelle Schulen nehmen ungetaufte oder Kinder einer anderen Konfession auf, wenn die Eltern mit der Erziehung im jeweiligen Glauben einverstanden sind.

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