Klimaschutz und Freihandel: Vor dem G20-Gipfel stichelt Russland gegen USA

Russlands Präsident Wladimir Putin trifft beim G20-Gipfel am Wochenende in Hamburg erstmals auf US-Präsident Donald Trump.
Russlands Präsident Wladimir Putin trifft beim G20-Gipfel am Wochenende in Hamburg erstmals auf US-Präsident Donald Trump.
Foto: Alexei Druzhinin / imago/ITAR-TASS
„Russland hat nicht vor, den Klimavertrag zu verlassen“. Auch in der Handelspolitik grenzt sich Putins G20-Scherpa klar von den USA ab.

Berlin.  Wenige Tage vor Beginn des G20-Gipfels in Hamburg hat sich Russland voll zum Pariser Klimavertrag und zum Freihandel bekannt und damit einen Kontrapunkt zur US-Regierung gesetzt. „Russland hat nicht vor, den Pariser Klimavertrag zu verlassen oder in irgendeiner Weise die Verpflichtungen infrage zu stellen, die wir übernommen haben. Der Vertrag ist unterschrieben, er ist in Kraft“, sagte die russische G20-Chefverhandlerin Swetlana Lukasch dieser Redaktion.

„Wir sind überzeugt, dass Russland zu den Führern des Klimaschutzes gehört, weil wir schon unsere Vorgaben im Rahmen des Kyoto-Protokolls übererfüllen.“ Es sei „sehr bedauerlich“, dass die USA entschieden hätten, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen. Ende 2015 hatten sich 195 Staaten darauf geeinigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Russland bekennt sich zum Freihandel

In der internationalen Wirtschaftspolitik wies Russland die von US-Präsident Donald Trump geäußerten Protektionismus-Bestrebungen zurück. „Wir sind überzeugt, dass Protektionismus am Ende nur die Bereiche und Entwicklungen hemmt, zu deren Schutz solche Maßnahmen getroffen werden“, betonte Lukasch.

„Ich denke, auch die amerikanische Regierung wird auf den Weg zum freien internationalen Handel zurückkehren.“ Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt das Handelsdefizit der USA mit anderen Ländern angeprangert und Gegenmaßnahmen gefordert, vor allem von Deutschland. (FMG)

 
 

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