Klimagipfel: Greta Thunberg hält beispiellose Standpauke – und verklagt Deutschland!

Das ist Greta Thunberg

Anfang 2018 war sie noch eine einfache Schülerin. 2019 ist sie das Gesicht einer globalen Umwelt-Bewegung: Greta Thunberg.

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New York. Es war eine beeindruckende Rede, die Klimaaktivistin Greta Thunberg zum Auftakt des UN-Klimagipfels in New York gehalten hat. Mit einer Mischung aus Wut und Trauer hielt die 16-Jährige eine dramatische Ansprache.

„Ich sollte gar nicht hier sein“, so die 16-Jährige: „Ich sollte in der Schule sein.“ Aber die Politiker hätten bei ihrer Aufgabe das Klima zu schützen, versagt: „Schämt euch. Menschen leiden. Sie leiden und sterben.“

Klimagipfel: Thunberg erhebt schwere Vorwürfe

„Wir sind am Beginn eines Massensterbens. Und ihr redet nur über Wirtschaftswachstum“, so Thunberg. Die Wissenschaft habe seit Jahrzehnten klar gemacht, dass der Klimawandel kommen werde und dass er dramatische Folgen haben werden. Das habe aber niemanden interessiert. Dann folgt ein krasser Vorwurf.

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„Ihr sagt, dass ihr die Dringlichkeit versteht. Aber ich glaube euch nicht. Denn dann würdet ihr absichtlich nicht handeln. Aber das würde heißen, dass ihr böse seid. Und das will ich nicht glauben.“

Greta Thunberg: „Ihr seid nicht erwachsen genug“

Die Mächtigen der Welt würden vortäuschen, dass alles nur „Business as usual“ sei: „Ihr seid nicht erwachsen genug, die Wahrheit zu sagen.“ Sie warf den Politikerin Verrat vor.

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Das ist Greta Thunberg:

  • Geboren im Januar 2003 in Schweden
  • Die Klimaaktivistin lebt mit dem Asperger-Syndrom
  • Ihr Aktivismus begann damit, dass Thunberg daheim umweltbewusster lebte, etwa durch den Verzicht auf Fleisch oder Flugreisen
  • Im August 2018 rief sie die Idee von Klimastreiks ins Leben - damals noch ganz allein
  • Aktuell hat Greta Thunberg ihre Schulausbildung unterbrochen, um sich ganz dem Engagement als Klimaschützerin zu widmen. 2020 will sie wieder die Schule besuchen

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Ihre Rede schloss Thunberg mit einer deutlichen Ansage: „Die jungen Menschen erkennen euren Verrat. Wenn ihr uns im Stich lasst, werden wir euch nie vergeben. Genau hier und jetzt ziehen wir die Linie.“

Zum Schluss machte Thunberg dann unmissverständlich klar: „Die Welt wacht auf. Der Wandel kommt, ob ihr wollt oder nicht.“

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Kurz nach der Rede wurde öffentlich, dass Thunberg und 15 weitere Kinder bei den Vereinten Nationen eine Klage eingereicht haben. Darin heißt es, dass mehrere Länder ihre Menschrechte durch mangelnde Maßnahmen gegen den Klimawandel verletzt hätten. In der Petiton werden namentlich fünf Länder genannt:

  • Argentinien
  • Brasilien
  • Deutschland
  • Frankreich
  • Türkei

Die Länder hätten durch ihr Nicht-Handeln die 1989 in Kraft getretene UN-Kinderrechtskonvention verletzt. Die klagenden Kinder kommen aus 12 Ländern, auch aus Deutschland. Sie verlangen von den Ländern unverzügliche Maßnahmen gegen den Klimawandel.

Andere Top-Klimasünder, wie die USA oder China, werden nicht genannt. Die USA haben das Abkommen allerdings auch nie ratifiziert. Wenn der Klage stattgegeben wird, würde die UN die Klimakrise als Kinderrechtsverletzung einstufen.

Thunberg hatte die Bewegung „Fridays for Future“ quasi aus dem Nichts geschaffen. Nun handelt es sich um eine weltweite Bewegung.

Die 16-jährige Aktivistin teilte anschließend auf Twitter zahlreiche Berichte zu ihrer Rede.

Angela Merkels Reaktion auf Greta Thunberg enttäuscht

Wenige Minuten nach Thunberg sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch wer sich neue Einblicke in die Klimapolitik der Bundesregierung erhoffte, wurde enttäuscht. Auch ihre Reaktion auf Thunbergs Rede fiel eher pflichtgemäß aus.

„Wir haben den Weckruf der Jugend gehört“, so Merkel in Richtung Thunberg. Ansonsten spulte sie die vor wenigen Tagen getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung herunter. Schon nach wenigen Minuten verließ Merkel die Bühne wieder.

Die Rede von Angela Merkel stieß auf Kritik und wurde insgesamt als „mutlos“ aufgenommen. So sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Angela Merkel war in New York erneut mutlos – sie hat es versäumt, eine Erhöhung der ungenügenden deutschen sowie europäischen Klimaziele anzukündigen“

Greta Thunberg und Angela Merkel trafen sich vorher

Von Umweltverbänden wie dem BUND war schon im Vorfeld viel Kritik am Klimapaket der Regierung laut geworden. Vor allem den CO2-Preis von 10 Euro pro Tonne halten viele Experten für viel zu gering, um einen wirklichen Effekt erzielen zu können. Sie führen oft diesen Vergleich an: In Schweden gibt es seit Jahrzehnten eine CO2-Steuer, derzeit liegt sie bei etwa 100 Euro pro Tonne CO2.

Die Kanzlerin hatte sich schon kurz vor dem Auftritt mit Greta Thunberg getroffen. Ihr Sprecher Steffen Seibert postete auf Twitter ein entsprechendes Foto. Worum es in dem Gespräch ging, erläuterte er nicht.

Die deutsche „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer nahm das Foto zum Anlass für deutliche Kritik an Merkel: „Zwei Frauen mit der Macht, Klimageschichte zu schreiben. Eine von ihnen stellt sich genau jetzt der Herausforderung. Die andere hat soeben ein Klimaschutzpaket verabschiedet, das Wissenschaftler „eine Katastrophe nennen.“

+++ „Brennpunkt“ in der ARD sorgt für Wut bei Zuschauern: „Ich glaub's nicht“ +++

Auf Twitter kam wenige Stunden nach Thunbergs Rede Kritik an der ARD auf, weil sie keinen Brennpunkt zum Klimagipfel sendete, sondern zur Pleite des Touristik-Konzerns Thomas Cook. (mit pen)

 
 

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