Klima? Terror? Jobs? Das sind die größten Ängste der Deutschen vor der Bundestagswahl

Darum geht es beim Pariser Klima-Abkommen wirklich

Klima-Abkommen: Trump kämpft gegen den Pariser Vertrag. Warum eigentlich? Das sind die sechs wichtigsten Punkte.

Klima-Abkommen: Trump kämpft gegen den Pariser Vertrag. Warum eigentlich? Das sind die sechs wichtigsten Punkte.

Beschreibung anzeigen
  • Wir haben uns unter den Deutschen umgehört: Was sind die größten Ängste vor der Bundestagswahl
  • Nicht etwa Terror oder Arbeitslosigkeit bereiten den Bürgern die meisten Sorgen
  • Das Top-Thema der Deutschen überrascht

Berlin.  Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl nennen die Deutschen als ihre größte Sorge den Klimawandel. Das ergab eine Umfrage des Instituts Kantar Emnid im Auftrag unserer Redaktion.

Danach geben 71 Prozent der Befragten an, die Veränderung des Weltklimas mache ihnen persönlich besonders große Sorgen. 65 Prozent führen neue Kriege als beherrschende Furcht an. Bei 63 Prozent sind es Terroranschläge, 62 Prozent nennen Kriminalität, und 59 Prozent ängstigen sich vor Altersarmut. Mit einigem Abstand folgt die Zuwanderung von Flüchtlingen (45 Prozent). Arbeitslosigkeit ist mit 33 Prozent die geringste der genannten Sorgen. Die Umfrage fand am 26. und 27. Juli unter 1000 repräsentativ ausgewählten Bürgern statt, die mit sieben möglichen Ängsten konfrontiert wurden. Mehrfachnennungen waren möglich.

Frauen haben größere Sorgen als Männer

Bei Frauen sind die Ängste stärker ausgeprägt als bei Männern: 76 Prozent heben den Klimawandel hervor, es folgen neue Kriege (73 Prozent), Terroranschläge (70 Prozent), Kriminalität (65 Prozent), Altersarmut (64 Prozent), Zuwanderung von Flüchtlingen (49 Prozent) und Arbeitslosigkeit (40 Prozent). Auch in den neuen Bundesländern sind die meisten Sorgen überdurchschnittlich groß, mit einer bemerkenswerten Ausnahme: der Zuwanderung von Flüchtlingen. An der Spitze liegt im Osten Deutschlands ebenfalls der Klimawandel (76 Prozent) – vor Terroranschlägen (72 Prozent), Kriminalität (68 Prozent), neuen Kriegen (65 Prozent), Altersarmut (57 Prozent), Zuwanderung von Flüchtlingen (43 Prozent) und Arbeitslosigkeit (37 Prozent).

------------------------------------------------

• Mehr zum Thema:

Klima-Studie: Warum Babys die größten Klima-Killer sind

AfD-Landesliste wird zur Bundestagswahl zugelassen

Martin Schulz wirbt in Italien für eigene Flüchtlingspolitik

Kritik an AfD-Wahlplakaten: Missbraucht Frauke Petry ihr eigenes Baby für Partei-Werbung?

------------------------------------------------

Ein deutlich abweichendes Votum geben die Wähler am rechten und linken Rand des Parteienspektrums ab. Bei der AfD überwiegt die Sorge vor dem Flüchtlingszustrom (90 Prozent), gefolgt von Kriminalität (84 Prozent) und Terroranschlägen (72 Prozent). Im Lager der Linkspartei wird die Furcht vor Altersarmut am häufigsten genannt (71 Prozent). 69 Prozent der Linke-Anhänger führen neue Kriege an, 58 Prozent den Klimawandel.

Union kann mit Sicherheitsthemen punkten

„Sicherheitsthemen spielen eine große Rolle. Das betrifft die äußere, die innere wie auch die soziale Sicherheit“, sagte Torsten Schneider-Haase, Leiter Politikforschung bei Kantar Emnid, unserer Redaktion. „Eine Partei wie die Union, die in Fragen der Sicherheit für kompetent gehalten wird, ist vor dieser Bundestagswahl gut aufgestellt.“

Schneider-Haase sieht daher Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Wahl am 24. September im Vorteil gegenüber ihrem sozialdemokratischen Herausforderer. „Wenn Martin Schulz zentral auf Arbeitsmarktthemen wie die Verlängerung des Arbeitslosengeldes I setzt, erreicht er einen größeren Teil der Bevölkerung nicht“, so der Meinungsforscher. „Mit den klassischen Themen sozialer Gerechtigkeit gewinnt man zurzeit keine Wahlen.“

Grüne schwächeln trotz Umwelt-Schwerpunkt

Dass die Grünen nicht stärker von dem überragenden Thema Klimawandel profitierten, überrascht Schneider-Haase nicht. „Umwelt- und Klimaschutz beschäftigen die Menschen in Deutschland schon seit Jahren stark“, sagt er. „Der Kampf gegen den Klimawandel wird als parteiübergreifende Anstrengung begriffen – und nicht allein den Grünen zugeordnet.“ Kanzlerin Merkel wirke glaubhaft, wenn sie US-Präsident Donald Trump für die Kündigung des Klimaabkommens von Paris kritisiere. (gau)

EURE FAVORITEN