Kleinere Klassen ab Sommer

Düsseldorf..  Vom kommenden Schuljahr an sollen in NRW auch die Sechstklässler in kleineren Klassen unterrichtet werden. Das geht aus einer neuen Verordnung hervor, die Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) gestern dem Landtag zuleitete. Demnach soll in der Jahrgangsstufe 6 an Gymnasien, Real- und Gesamtschulen der sogenannte Klassenfrequenzwert von 28 auf 27 sinken.

In der Regel dürfen damit nur noch maximal 25 bis 29 Schüler in einer Klasse sitzen. In begründeten Ausnahmefällen bleiben aber auch mehr als 30 Schüler möglich. Löhrmann will dafür 250 Lehrerstellen einsetzen, die sonst wegen des demografischen Schülerrückgangs weggefallen wären.

250 Lehrerstellen

Zum Schuljahr 2014/15 war der Klassenfrequenzwert bereits in der Jahrgangsstufe 5 auf 27 abgesenkt worden. Im Schulkonsens von 2011 zwischen Rot-Grün und der CDU-Opposition war verabredet worden, dass dieser Wert perspektivisch in allen Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen auf 26 sinken soll. Einen genauen Zeitplan gibt es dafür jedoch nicht. In Klassen des gemeinsamen Lernens von leistungsstarken und –schwachen Kindern oder bei der Integration von Behinderten in den Regelschulbetrieb erlaubt Löhrmanns Verordnung noch kleinere Schülergruppen.

In den Grundschulen wurden seit 2012 bereits 1700 Lehrerstellen aus sogenannten Demografiegewinnen umgewidmet, um eine Absenkung des Klassenfrequenzwertes von 24 auf 22,5 zu erreichen. Auch dies hatte Rot-Grün mit der CDU im Schulkonsens fixiert. Die Lehrergewerkschaften in NRW fordern dagegen noch schneller sinkende Klassenstärken und vor allem eine Lehrer-Doppelbesetzung in jedem Regelschulunterricht, in den behinderte Kinder neuerdings auf Elternwunsch integriert werden müssen (Inklusionsgesetz). Nur ein alltägliches Doppel aus Fachlehrern und Sozialpädagogen sowie die Einstellung von weiteren Schulpsychologen und Integrationshelfern lasse eine geordnete Bildungsarbeit zu.

Grundschulleiterentlasten

Laut Löhrmanns Verordnung werden nach den Sommerferien 357 Lehrerstellen eingesetzt, um an weiterführenden Schulen mehr Freiräume für Leitungsaufgaben zu schaffen. Das Wochenstundenkontingent für Rektoren soll ausgeweitet werden. In einem ersten Schritt waren Grundschulleiter von Unterrichtsverpflichtungen entlastet worden.

„Auch mit dem Haushalt 2015 nutzen wir die demografische Rendite wie versprochen vollständig für systematische Qualitätsverbesserungen in unseren Schulen“, erklärte Löhrmann. Mit fast 16 Milliarden Euro seien die Schulausgaben der größte Einzeletat des Landes.

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