Kita-Streik könnte Anfang kommender Woche enden

Der Kita-Streik hat nach über drei Wochen längst die Grenze der Belastbarkeit bei den betroffenen Eltern und Kindern überschritten.
Der Kita-Streik hat nach über drei Wochen längst die Grenze der Belastbarkeit bei den betroffenen Eltern und Kindern überschritten.
Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services
Der Kita-Streik geht zwar vorerst weiter, aber im Tarifkonflikt der Erzieher kommen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften etwas näher.

Berlin.. Für die seit mehr als drei Wochen vom Kita-Streik betroffenen Eltern gibt es noch keine Entwarnung - aber Verdi Chef Frank Bsirske macht erneut leise Hoffnungen. So könnte der Streik an den kommunalen Kitas in Deutschland nach Gewerkschaftsangaben Anfang kommender Woche enden. Dazu müssten sich die Arbeitnehmerseite und die kommunalen Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen aber noch deutlich aufeinander zubewegen, sagte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, am Dienstag in Berlin.

"Jetzt muss es darum gehen, hier in Berlin heute und morgen eine Lösung zusammen zu entwickeln." Beide Seiten haben sich bereits den Mittwoch für eine Fortsetzung der Gespräche freigehalten. Am Donnerstag kommt dann die Streikdelegiertenversammlung von Verdi in Frankfurt/Main zusammen.

Fortsetzung des Kita-Streiks ist noch nicht vom Tisch

Nach drei Wochen Kita-Streik hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am Montag erstmals wieder an den Verhandlungstisch gesetzt. Die Gespräche dauerten bis zum späten Abend. Beide Seiten betonten ihren grundsätzlichen Einigungswillen, im Kernpunkt einer Verbesserung für alle Erzieher und Sozialarbeiter lagen sie aber noch weit auseinander.

Eine Fortsetzung der Kita-Streiks sei nicht vom Tisch, sagte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, der Deutschen Presse-Agentur. Bsirske sagte, beide Seiten gingen die weiteren Verhandlungen ernsthaft an. "Dass das nicht ganz einfach wird, ist angesichts des Vorlaufes völlig klar." Seit dem 8. Mai läuft ein unbefristeter Streik. "Am Ende werden sich beide Seiten aufeinander zubewegen müssen, um eine Lösung zu finden." Nötig sei eine Aufwertung der sozialen Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst für alle Beteiligten.

VKA-Präsident Thomas Böhle sagte hingegen: "Da, wo sich wirklich etwas geändert hat im Bild des Erziehers, der Erzieherin, bei der Sozialpädagogen - da wird man etwas tun können." Pauschale Erhöhungen lehnte Böhle aber ab. Die Gewerkschaften wollen den Arbeitskampf daher zunächst fortsetzen.

Gewerkschaften fordern im Schnitt mehr als zehn Prozent Lohn für Erzieher

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter. Das würde laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von im Schnitt zehn Prozent führen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hatte nach Darstellung seines Präsidenten Thomas Böhle Verbesserungen für rund die Hälfte der Beschäftigten vorgeschlagen: Erzieher mit besonderen Aufgaben bekämen demnach bis zu 443 Euro mehr im Monat, Leiter von Kitas 448 Euro.

Verdi hat mehr als 10 000 Kita-Erzieherinnen und Sozialarbeiter zu einer Demonstration in Düsseldorf aufgerufen. Mit der am Dienstag um 10.30 Uhr startenden Aktion will die Gewerkschaft im Tarifkonflikt mit den kommunalen Arbeitgebern den Druck erhöhen. Dabei ist um 11.15 Uhr auch eine Kundgebung vor dem Landtag geplant. Die rot-grüne Landesregierung hat nach Ansicht von Verdi eine Mitverantwortung bei der Lösung des Tarifkonflikts. Als Redner werden Verdi-Landeschefin Gabriele Schmidt und die nordrhein-westfälische Familienministerin Ute Schäfer (SPD) erwartet. (dpa)

 
 

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