Kevin Kühnert: Schreckliches Bild sorgt für Aufregung - nun geht er diesen drastischen Schritt

SPD-Politiker Kevin Kühnert hat eine Morddrohung erhalten.
SPD-Politiker Kevin Kühnert hat eine Morddrohung erhalten.
Foto: dpa
  • Kevin Kühnert hat via Facebook eine Morddrohung erhalten
  • Er ist nicht der erste Politiker, dem das passiert
  • Seine Reaktion ist bemerkenswert

Kevin Kühnert hat es jetzt auch erwischt.

Zuletzt hatten Morddrohungen gegen die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth für Aufsehen gesorgt. Jetzt hat auch der Juso-Chef und SPD-Vize Kevin Kühnert eine Morddrohung erhalten - via Facebook.

Kevin Kühnert nach Morddrohung: „Zwei Fragen hätte ich noch“

Der Facebook-Nutzer hatte ein Bild gepostet. Darauf zu sehen: eine Pistole, aus der ein Projektil abgefeuert wird. Dazu der Spruch: „Das ist die einzige Antwort auf solche Typen!“

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Kevin Kühnert konterte die perfide Drohung und das perspektivisch nicht ganz einwandfrei gelungene Bild mit Humor. Er kommentierte den Post: „Zwei Fragen hätte ich tatsächlich noch: 1. Warum fliegt das Projektil an der Knarre vorbei? 2. Haben Sie in den kommenden Wochen auch wirklich genügend Zeit, sich um das zu kümmern, was meine Anzeige in Reaktion auf Ihren Beitrag so alles nach sich ziehen wird? Wenn nicht: Räumen Sie sich im Kalender lieber was frei. GaLiGrü!“

Kevin Kühnert: „Macht keinen Spaß“

So locker die Reaktion wirkt: Gänzlich spurlos wird eine solche Todesdrohung nicht an dem 30-Jährigen vorübergegangen sein. So schreibt Kühnert bei Twitter zu dem Vorfall: „Fanpost auf Facebook. In meine Richtung erstmalig derart explizit. Macht keinen Spaß.“

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Doch er wolle eine „Gegenöffentlichkeit“ schaffen - auf Twitter, wo er die höchste Reichweite habe, wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte.

Mindestens so wichtig wie eine Verurteilung des Facebook-Nutzers sei ihm, eine Debatte und „Solidarität zu organisieren“.

Bei Twitter schrieb Kühnert später zu dem Vorfall: „Ich darf seit gestern gelegentlich lesen, ich solle mich nicht so haben, ein Post auf Facebook sei ja gar keine "richtige Morddrohung". Überhaupt komme sowas selten vor, eigentlich nie. Na dann. Darfs ein bisschen mehr sein?“. Dazu ein Verweis auf einen Bericht über Arnd Focke: Der SPD-Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde Estorf hatte sein Amt wegen rechter Hetze nun niedergelegt.

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Kevin Kühnert

  • Er wurde 1989 in Berlin (West) geboren
  • 2005 trat er in die SPD ein
  • Seit 2017: Bundesvorsitzender der Jusos
  • Beim SPD-Parteitag 2019 wurde Kevin Kühnert zum stellvertretenden SPD-Vorsitzenden gewählt

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Steigende Zahl von Morddrohungen und Hassbotschaften

Angesichts „massivster persönlicher rechter Anfeindungen, Bedrohungen und Diffamierungen“ nehme er seinen Hut, schrieb der Politiker auf Facebook. Nur so könne er sich und sein „ganz privates Umfeld zu schützen - diese Entscheidung war und ist absolut alternativlos".

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Die Bundesregierung hatte bereits vergangene Woche ein „Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ beschlossen. Das Paket sieht schärfere Strafen und erweiterte Kompetenzen der Behörden vor - und ist auch eine Reaktion auf die steigende Zahl schwerwiegender Morddrohungen und Hassbotschaften im Internet.

 
 

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