Kenema dankt der Hilfe aus Deutschland

Kevelaer/Kenema.  Es war kein leichter Auftrag, den sich Sidik Turay aus Kevelaer da selbst gegeben hatte: Der Mann, der im Teenageralter als Bürgerkriegsflüchtling aus Sierra Leone an den Niederrhein kam, hatte sich fest vorgenommen, seinen Landsleuten in seiner alten Heimatstadt Kenema zu helfen im Kampf gegen Ebola, die Krankheit, die seine Heimat plagt. Gesund und fieberfrei ist der junge Mann nun in Kevelaer zurück – voller tiefer Eindrücke und mit einer sehr guten Nachricht: Eine Tonne Ebola-Hilfsgüter hat er im Krankenhaus in Kenema höchstpersönlich abliefern können.

Mehr als 15 000 Euro Spenden

Mehr als 15 000 Euro hatte die Kevelaerer Hilfsorganisation „Aktion pro Humanität“ an Spenden sammeln können, so dass mit der action medeor (Tönisvorst) u.a. 1000 Schutzanzüge und Medikamente an Hilfsgütern gepackt werden konnten. Im Krankenhaus von Kenema wurde der Kevelaerer sehnsüchtig erwartet, und das gesamte medizinische Team war sehr bewegt und erleichtert, dass die Hilfe vom Niederrhein angekommen ist, so Sidik Turay. Der Chefarzt, Dr. Mohamed A Vandi, bedankte sich in einem Telefonat mit Dr. Elke Kleuren-Schryvers, der Präsidentin der Hilfsorganisation Aktion pro Humanität, die diese Hilfsmission mit auf den Weg gebracht hatte. „Bitte richten Sie allen Spendern unseren großen Dank aus“, so Dr. A Vandi. „Wir sind sehr glücklich mit dieser Hilfe!“ Vor allem die schnelle Bereitstellung der Hilfsgüter und auch die qualitativ exzellenten Materialien und Medikamente haben die Westafrikaner beeindruckt.

Menschen halten Abstand

Das Leben in Kenema und in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, ist in vielen Bereichen fast völlig normal, so Sidik Turay. Doch es gibt strikt abgesperrte Straßenzüge, bewachte Quarantäne-Zonen ohne das pulsierende afrikanische Leben in den Straßen. Und es haben sich besondere Begrüßungsrituale eingebürgert: Man hält Abstand, das typische herzliche Umarmen sieht man nicht mehr.

„Ich bin überglücklich, dass ich diesen Dienst für die Menschen in meiner Heimatstadt und -Region übernehmen konnte”, sagt Sidik Turay sichtlich erleichtert.

 
 

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