Katharina Nocun soll die Piraten aus der Krise führen

Die Neue an der Spitze der Piratenpartei: Katharina Nocun spricht  beim Bundesparteitag der Piraten in Neumarkt in der Oberpfalz (Bayern) zu den Delegierten.
Die Neue an der Spitze der Piratenpartei: Katharina Nocun spricht beim Bundesparteitag der Piraten in Neumarkt in der Oberpfalz (Bayern) zu den Delegierten.
Foto: dpa
Zum Start des dreitätigen Parteitags im bayerischen Neumarkt haben die Piraten die 26-Jährige zur neuen politischen Bundesgeschäftsführerin gewählt. Die Datenschutzaktivistin aus Niedersachsen tritt die Nachfolge von Johannes Ponader an.

Berlin.. Eigentlich wollte sie ja ihre Masterarbeit schreiben. Dann kam die Bundestagswahl dazwischen. Nun wartet auf Katharina Nocun noch mehr Arbeit. Zum Start des dreitätigen Parteitags im bayerischen Neumarkt ­haben die Piraten die 26-Jährige zur neuen politischen Bundesgeschäftsführerin gewählt. Die Datenschutzaktivistin aus Niedersachsen tritt die Nachfolge von Johannes Ponader an, der nach dem Dauerzoff im Vorstand das Handtuch geworfen hat.

„Ich bin Johannes Ponader, ich bin Basispirat“, verabschiedete sich der 35-Jährige etwas theatralisch. Tatsächlich machen die Parteifreunde den Lebenskünstler mit dem 1,0-Abitur für den Niedergang der ­jungen Partei mitverantwortlich. „Er hat uns mit in die Scheiße geritten“, sagte NRW-Pirat und Bundestagskandidat Udo Vetter dieser Zeitung. „Wo ich etwas falsch gemacht habe, möchte ich euch um Entschuldigung bitten“, sagte Ponader.

„Ich möchte, dass wir uns verdammt noch mal zusammenreißen“, forderte Nocun die Frei­beuter in einer leidenschaftlichen Bewerbungsrede auf.

Die einstigen Überflieger hängen in den Umfragen durch

Tatsächlich geht es bei den Piraten auch um ihre Zukunft. Seit Monaten ­liegen die einstigen Überflieger in Umfragen unter fünf Prozent.

Zu allem Überdruss wildert nun auch noch die Alternative für Deutschland im Wählerbecken der Freibeuter – bei den Protestwählern. So gab Christian Jacken, ein Kandidat für den Geschäftsführerposten, auf offener Bühne seinen Wechsel zur AfD bekannt. Er müsse dies tun, damit das „Euro-Betrugssystem“ ­beendet werde.

„Lasst uns die Grundlage legen für einen Neuanfang dieser Partei“, ­sagte der bayerische Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Bruno Kramm. Dazu möchten die Frei­beuter am Samstag und Sonntag zahlreiche Lücken in ihrem Wahlprogramm stopfen. Die Basis will unter anderem über Themen wie Bürgerrechte im Internet, mehr Transparenz und Demokratie, aber auch über Innen-, Rechts- und Außenpolitik diskutieren.

 
 

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