Katarina Barley (SPD) macht Nationalisten eine klare Ansage – und findet den Mindestlohn „verdammt niedrig“

Katarina Barley (SPD) ist Europawahl-Spitzenkandidatin.
Katarina Barley (SPD) ist Europawahl-Spitzenkandidatin.
Foto: dpa

Berlin. Justizministerin Katarina Barley (SPD) ist von ihrer Partei mit einer Zustimmung von 99 Prozent zur nationalen Spitzenkandidatin für die Europawahl am 26. Mai bestimmt worden. Von 194 gültigen Stimmen votierten 192 Mitglieder bei einer Delegiertenkonferenz am Sonntag in Berlin für Barley. Sie will nach der Europawahl nach Brüssel wechseln.

------------------------------------

• Mehr Themen:

CDU-Parteitag: Wahl von Ziemiak „Griff ins Klo von AKK“ – auch Altkanzler Schröder ätzt

Flüchtlingskrise: Diese SMS schrieb Horst Seehofer an Merkel – mitten in der Nacht

• Top-News des Tages:

„Schlag den Star“ auf ProSieben: Zuschauer rasten wegen dieser Neuerung aus – „Man rotzt auf das Grab von Raab“

Stefanie Tücking verstorben: Wurde ihr diese Angewohnheit zum Verhängnis?

-------------------------------------

Katarina Barley will gegen Nationalisten kämpfen

Barley hat ihre Partei angesichts des Erstarkens nationalistischer Bewegungen in Europa zu einem energischen Wahlkampf aufgerufen: „Wir müssen alles dafür tun, dass diese Menschen niemals das Sagen bekommen“, sagte Barley auf der Europadelegiertenkonferenz am Sonntag in Berlin, bei der die SPD-Kandidaten für die Wahl am 26. Mai bestimmt werden sollten.

Barley: „Lasst uns einen geilen Wahlkampf auf die Beine stellen“

Das europäische Einigungsprojekt stehe am Scheideweg; Europa sei sehr zerbrechlich geworden. „Wir müssen alle raus aus der Komfortzone“, rief die Justizministerin ihre Partei auf. „Lasst uns einen geilen Wahlkampf auf die Beine stellen.“

Angesichts des Umfrageabsturzes auf 14 Prozent sagte sie: „Wir sind eine großartige, schlagkräftige Partei. Ich finde, das sollten wir viel öfter nach vorne stellen.“ Alle die schon das Totenglöckchen läuteten, sollten nicht vergessen, dass die SPD immer noch die Partei in Deutschland mit den meisten Mitgliedern sei.

„Ich trage Europa im Herzen“

„Ich trage Europa bei mir in jeder Form, in meinem Herzen sowieso, aber auch in meiner Handtasche“, sagte sie mit Blick auf ihre zwei Pässe. Die Mutter ist Deutsche, der Vater Brite. Den Vater ihrer Kinder habe sie im Erasmusstudium in Paris kennengelernt. Zur Zurückdrängung nationaler Bewegungen, auch der AfD in Deutschland, müsse Europa wieder mehr die Menschen in den Blick nehmen. Wir brauchen ein soziales Europa.“

Mindestlohn in Deutschland laut Barley „verdammt niedrig“

Sie forderte einen europäischen Mindestlohn und eine europäische Arbeitslosenversicherung. Den deutschen Mindestlohn von 8,84 Euro bezeichnete sie als „verdammt niedrig“.

Auf Platz zwei der Liste wurde der Fraktionschef der europäischen Sozialdemokraten im Europaparlament, Udo Bullmann, mit 97,4 Prozent gewählt. Bei der letzten Europawahl 2014 landete die SPD mit Spitzenkandidat Martin Schulz bei 27,3 Prozent - in Umfragen liegt die SPD bundesweit derzeit nur noch bei knapp 15 Prozent.

Der europäische Spitzenkandidat der sozialdemokratischen Parteien ist der Vizepräsident der EU-Kommission, der Niederländer Frans Timmermans. Der 57-Jährige wird im Wahlkampf der große Rivale des konservativen Kandidaten Manfred Weber (CSU). Beide wollen Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werden und konkurrieren damit um einen der mächtigsten Posten in Brüssel. Barley könnte als nationale Spitzenkandidatin womöglich eine führende Rolle im Europaparlament in der sozialdemokratischen Fraktion übernehmen. (dpa/lin)

 
 

EURE FAVORITEN