Karl Lauterbach: Nach Breitseite von Hansi Flick – SPD-Gesundheitsexperte schlägt zurück: „Soll einfach seine Argumente bringen“

Zwischen Karl Lauterbach und FCB-Trainer Hansi Flick krachte es gewaltig.
Zwischen Karl Lauterbach und FCB-Trainer Hansi Flick krachte es gewaltig.
Foto: IMAGO / Christian Spicker; IMAGO / ActionPictures

Ding-Dong! Der Schlagabtausch zwischen den Verantwortlichen des FC Bayern München und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) geht in die nächste Runde.

Karl Lauterbach hatte die Teilnahme der Bayern an der Club-WM sowie vermeintliche Sonderbehandlungen für Bundesliga-Spieler kritisiert. FCB-Trainer Hani Flick sagt darauf flapsig, man könne „die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören“. Nun schoss Lauterbach auf Twitter zurück.

Karl Lauterbach: Nächste Runde im Streit mit Hansi Flick

Auf Lauterbachs Lieblings-Medium Twitter schoss der SPD-Politiker nun gegen den Bayern Trainer zurück: „‘Sogenannte Experten‘ äussern sich, weil Journalisten sie um Einschätzung bitten. Wenn Hansi Flick anderer Meinung ist, soll er einfach seine Argumente bringen. Dafür muss er nicht Experte sein. Auch andere Argumente zählen. Aber als Amateur Sportler sage ich: nicht unfair sein!“

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Lauterbach ist dabei nicht der einzige, der Kritik am Gebaren des FC Bayern äußerte. Der Haushaltspolitische Sprecher der SPD, Dennis Rohde, schrieb zustimmen auf Twitter: „Sprechen wir es aus: Der FC Bayern ist ein miserables Vorbild in dieser Pandemie.“ Vielleicht, so Rohde, solle man den Fußballverein auch „mal wieder in den Lockdown schicken“.

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Fakten über Karl Lauterbach (SPD):

  • Vor der Corona-Krise war die Fliege sein Markenzeichen.
  • Nach der Grundschule besuchte er zunächst eine Hauptschule, startete dann aber voll durch und wurde Professor.
  • Lauterbach war früher Mitglied der CDU, trat aber 2001 der SPD bei.
  • Allein 2020 war Lauterbach 17-mal zu Gast in der ZDF-Talkshow Markus Lanz.
  • Er ist für ein Verbot von Tabakwerbung, aber für eine Legalisierung von Marihuana.

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Gegenüber „Bericht aus Berlin“ (ARD) äußerte auch Kevin Kühnert wenig Verständnis. Er nannte den Turner Marcel Nguyen als Positivbeispiel. Nguyen hatte erklärt, lieber auf eine Olympiateilnahme verzichten zu wollen, als sich beim Impfen vorzudrängen.

„Das ist für mich Sportsgeist. Und da frage ich mich auch wirklich bei Karl-Heinz Rummenigge, wo der geblieben ist. Gerne heißt es im Sport immer ‚Einer für alle, alle für einen‘ und was ich von Karl-Heinz Rummenigge im Moment höre ist: ‚Ich, ich, ich!‘“, so Kühnert.

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Die Chronologie des Streites

In der Corona-Pandemie fielen die Bayern-Bosse immer wieder mit verschiedenen Vorstößen auf, beispielsweise in der Diskussion, wann Bundesliga-Spieler geimpft werden sollten. Als es dann zur Klub-WM nach Katar ging, regten sich die Vereinsverantwortlichen öffentlich über einen verzögerten Abflug aufregten. Vor Ort wurde Thomas Müller dann positiv auf das Virus getestet und zurückgeflogen.

Lauterbach damals gegenüber „Sport1“: „Normalerweise wäre eine Reise mit bekannter Infektion natürlich undenkbar.“ Auch die Verlegung von Spielen in der Champions-League um Einreiseverbote zu umgehen, sei kritisch zu betrachten: „Den Bürgern raten wir zu Recht von jeder unnötigen Reise ins Ausland ab, und der internationale Fußball setzt sich über diese Regeln einfach hinweg. Die Bürger wollen nicht, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, nur weil es um Millioneneinnahmen durch Fernsehübertragungen geht.“

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Flick erklärte daraufhin in einer Pressekonferenz vor dem Spiel der Bayern gegen Arminia Bielefeld: „Der Herr Lauterbach hat zu irgendwas immer einen Kommentar abzugeben. Wenn man nicht in der Verantwortung steht, kann ich das immer leicht bewerten.“

Er könne „in der Diskussion um Corona kann man die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören. Die Politik soll sich zusammensetzen und dafür sorgen, dass man endlich wieder Licht am Ende des Tunnels sieht, dass man auch mal was Positives verkünden kann.“ Nun hat Lauterbach den Bayern-Trainer aufgefordert, Argumente statt platter Anschuldigungen zu bringen. Es bleibt also spannend, wer den Zweikampf am Ende für sich entscheidet. (dav)