Das sagt Angela Merkel zum Jamaika-Beben

Geschlagene Kanzlerin: Angela Merkel trat in der Nacht mit CSU-Chef Horst Seehofer (li.) vor die Presse.
Geschlagene Kanzlerin: Angela Merkel trat in der Nacht mit CSU-Chef Horst Seehofer (li.) vor die Presse.
Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS
Kanzlerin Merkel hat das Aus für die Sondierung bedauert. Sie beteuerte, eine Einigung zwischen den Parteien sei möglich gewesen.

Berlin.  Um ein Uhr nachts trat Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin vor die Presse. Sie sprach in der Stunde, die auch für sie eine Niederlage darstellte, von einem „historischen Tag“ und von einem „Tag des tiefen Nachdenkens“.

Sie bedauere es, „bei allem Respekt für die FDP, dass wir keine gemeinsame Lösung finden konnten“, sagte Merkel.

„Ich glaube, ich kann für CDU und CSU sagen, dass wir nichts unversucht gelassen haben, um doch eine Lösung zu finden“, erklärte Merkel. Die Unterhändler seien ihrer Meinung nach „auf einem Pfad gewesen, auf dem wir hätten eine Einigung erreichen können“. Sie hätten vieles erlebt, „sehr unterschiedliche Kulturen von Verhandlungsstilen, und bei den Grünen durchaus bei allen Sympathien manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, bei der FDP sehr entschieden“.

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Aus der Perspektive der Union habe man sehr vieles erreicht in diesen Verhandlungen, „was die Stabilität des Landes gestärkt hätte“. Auch in dem Streitpunkt Migration sei eine Lösung möglich gewesen. Sie bedauere, dass dies nicht gelungen sei. „Jetzt müssen wir mit den Tatsachen umgehen.“

Am Montag werde sie in Berlin den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier „über den Stand der Dinge informieren“, so Merkel weiter. Dann werde sie „schauen, wie sich die Dinge weiterentwickeln“. Sie selbst werde als geschäftsführende Bundeskanzlerin alles tun, „ dass das Land auch durch diese schweren Wochen gut geführt wird“, sagte sie.

„Wir, CDU und CSU gemeinsam, ich sage das ausdrücklich, werden Verantwortung für dieses Land auch in schwierigen Stunden übernehmen und auch weiter sehr verantwortungsvoll handeln“. Die Menschen in Deutschland hätten sich mehrheitlich gewünscht, „dass wir zusammenfinden.“

CSU-Chef Horst Seehofer hat nach eigenen Worten mit einem positiven Sondierungsergebnis gerechnet. „Es ist schade, dass es am Ende nicht gelungen ist, dies zum Ende zu führen, was zum Greifen nahe war“, sagte er in der Nacht in Berlin. (W.B./dpa)

 
 

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