Kampf gegen Raser: Was sich eine deutsche Stadt überlegt hat, ist radikal

Foto: dpa

Diese neue Maßnahme gegen Raser und Auto-Poser ist wirklich knallhart: Die Stadt Hanau will notorische Schnellfahrer jetzt mit einem Schlagloch stoppen.

Ein Radarmessgerät misst die Geschwindigkeit - ist ein Auto zu schnell unterwegs, werden Stahlplatten im Straßenbelag schnell um vier Zentimeter im Boden versenkt - fertig ist das künstliche Schlagloch.

Der Fahrer wird dann äußerst unsanft in seinem Wagen durchgeschüttelt.

Raserfalle kostet 50.000 Euro

Das sogenannte Actibump-System wird von einer schwedischen Firma produziert und kostet 50.000 Euro. Die Technik sei bereits bestellt und soll nach Plänen der Stadt im Spätsommer eingebaut werden, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte.

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Ähnliche Geräte hätten sich bereits in Schweden und Tschechien bewährt. Auf einer Straße in einer Tempo-20-Zone soll ein solches System nun installiert werden, berichtete die Stadt: Bei der Straße handelt es sich um eine Strecke, auf der besonders oft Raer unterwegs sind.

Doch ob die absenkbaren Stahlplatten tatsächlich eingebaut werden dürfen, muss noch abschließend geklärt werden, wie der Stadtsprecher einräumte. Das hessische Verkehrsministerium sehe noch Klärungsbedarf, ob das System ohne Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen in Eigenregie in Betrieb genommen werden dürfe.

Kritik vom ADAC

Kritik gibt es vom ADAC: „Plötzliche Bremsmanöver beim Überfahren des Hindernisses könnten den nachfolgenden Verkehr gefährden. Zudem könnten sich Anwohner durch den Lärm, der beim Überfahren entsteht, gestört fühlen“, so ein Sprecher. Sinnvoller wären kostengünstigere Bremsschwellen, eine Fahrbahn-Verengung oder regelmäßige Tempokontrollen, befand er.

Die Stadt Hanau versicherte, dass Verkehrsteilnehmer mit erlaubter Geschwindigkeit nicht beeinträchtigt würden. Radfahrende könnten an den Stahlplatten vorbeifahren. Und Rettungskräfte, die in ihren Fahrzeugen im Notfall auch mal eilig unterwegs sind, sollen Transponder erhalten. Mit den Geräten können sie das System vorübergehend abschalten.

Superblitzer sorgen für Gesprächsstoff

Hanau dürfte die erste deutsche Stadt mit einer solchen Raserfalle sein: In Deutschland gebe es solche Tempofallen bislang nicht, sagte der Stadtsprecher. In anderen Städten sorgten sogenannte "Super-Blitzer" in jüngerer Vergangenheit immer wieder für Gesprächsstoff. Die sogenannten "Enforcement Trailer" können mobil aufgestellt werden.

Sicherheitsbehörden fahren seit einiger Zeit einen härteren Kurs gegen Raser. Immer wieder war es in den vergangenen Jahren zu teils schweren und tödlichen Unfällen etwa bei illegalen Straßenrennen gekommen. (pen, dpa)

 
 

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