Juristische Niederlage für Holocaust-Leugner Williamson

Nürnberg. Der umstrittene Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson wollte die weitere Ausstrahlung seines NS-Interviews stoppen. Doch das Landgericht Nürnberg-Fürth wies den Antrag auf einstweilige Verfügung zurück.

Der umstrittene Bischof Richard Williamson hat versucht, die weitere Ausstrahlung seines Interviews mit Aussagen über den Holocaust zu stoppen. Einen entsprechenden Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung wies das Landgericht Nürnberg-Fürth aber zurück, wie ein Gerichtssprecher am Montag mitteilte. Demnach wollte Williamson erreichen, dass der Fernsehsender Sveriges Television AB das Interview von seiner Homepage nimmt und es außerdem lediglich im schwedischen Fernsehen zeigen darf. Das Interview war bei Regensburg geführt worden, weshalb das Nürnberger Landgericht zuständig ist.

Williamson begründete seinen Antrag damit, nicht gewusst zu haben, dass das Interview im Internet und auch außerhalb Schwedens veröffentlicht werden sollte. Er habe nur seine Einwilligung zur Ausstrahlung in Schweden gegeben. Dem Bischof war demnach die Brisanz seiner Aussagen, in denen er die Existenz von Gaskammern im Zweiten Weltkrieg bestritt und das Ausmaß der Judenvernichtung durch die Deutschen anzweifelte, bewusst: Er habe das Filmteam nach eigenen Angaben darauf hingewiesen, dass in Deutschland wegen der Aussagen Strafverfolgung drohe.

Nach Auffassung der Zivilkammer des Landgerichts liegt keine Rechtsverletzung vor. Williamson hätte der Ausstrahlung im Internet ausdrücklich widersprechen müssen, urteilten die Richter. Ohne diesen Widerspruch habe der Sender davon ausgehen dürfen, dass der Bischof auch mit einer Verbreitung über andere Medien einverstanden gewesen sei. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. (afp)

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