Joe Biden: ARD schmeißt wegen ihm das Programm um 20.15 Uhr über den Haufen

Joe Biden kriegt ein ARD-Extra am Freitagabend.
Joe Biden kriegt ein ARD-Extra am Freitagabend.
Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Evan Vucci, ARD

Nach seiner Vereidigung als neuer US-Präsident wurde es zumindest aus europäischer Perspektive ruhiger um Joe Biden. Nach den turbulenten Trump-Jahren war die eher stille Arbeit der neuen US-Regierung angenehm.

Nun aber rückt Joe Biden wieder voll ins Blickfeld der Europäer. Deswegen schmeißt die ARD sogar ihr Programm für Freitagabend über den Haufen!

Joe Biden: ARD wirft Programm am Freitagabend um

Hintergrund ist der Auftritt des neuen US-Präsidenten auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Seine Grundsatzrede wird mit Spannung erwartet.

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Mehr zur Münchner Sicherheitskonferenz:

  • Die Sicherheitskonferenz gilt als das wichtigste und weltweit größte Forum für internationale Sicherheitspolitik.
  • Erstmals fand sie 1963 statt.
  • Hier können Politiker, Militär- und Wirtschaftsvertreter abseits diplomatischer Vorgaben Gespräche führen.
  • Friedensinitiativen, Rüstungsgegner und Globalisierungskritiker protestieren alljährlich gegen die angeblich militärische Ausrichtung der Konferenz.
  • Den Vorsitz der Konferenz hat der ehemalige Botschafter Wolfgang Ischinger.

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Um 17.15 Uhr deutscher Zeit wird Joe Biden auf der Online-Veranstaltung seine Rede halten. Alle Beiträge werden wegen der Corona-Pandemie über eine Videokonferenz stattfinden - nicht wie sonst üblich im Nobel-Hotel „Bayerischer Hof“. Direkt nach Biden wird Angela Merkel mit einer eigenen Ansprache reagieren, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron folgt im Anschluss. Alle Redner kriegen jeweils eine Viertelstunde.

ARD-Extra um 20.15 Uhr wegen Rede von Joe Biden

Mit Bidens Präsidentschaft wird die Hoffnung auf einen Neustart der transatlantischen Beziehungen verknüpft, also einer Neubelebung der Beziehungen zwischen den USA und den europäischen Staaten.

Die ARD wird deshalb sogar ein eine Extra-Sendung nach der Tagesschau senden. BR-Chefredakteur Christian Nitsche wird die Rede von Joe Biden mit dem Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, analysieren. Die nachfolgenden Sendungen werden sich somit um 15 Minuten verschieben, so auch die TV-Komödie: „Väter allein zu Haus: Timo“.

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Mehr Artikel über US-Präsident Joe Biden:

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US-Präsident Joe Biden: Neuer Kurs in der Politik mit China und Indien?

Ischinger rechnet nicht mit einer deutlichen Änderung der China-Politik der USA unter Präsident Joe Biden. „Wir dürfen nicht erwarten, dass jetzt so eine Art amerikanischer Schmusekurs gegenüber China stattfindet“, sagte der ehemalige Botschafter im Vorfeld der Konferenz dem Deutschlandfunk. Er begründete dies damit, dass beide Kammern des US-Kongresses parteiunabhängig seit längerem einen härteren Kurs gegenüber China forderten.

Mit Blick auf einen Truppenabzug aus Afghanistan erklärte der Sicherheitsexperte, er rechne mit einem langsamen Vorgehen der USA. Mit dem noch von Ex-Präsident Donald Trump angekündigten „kategorischen kompletten Abzug“ würden die USA riskieren, die Arbeit der letzten 20 Jahre „komplett aufs Spiel zu setzen“, sagte er. Wahrscheinlicher sei ein graduelles, gestaffeltes Vorgehen in Abstimmung mit den Verbündeten, vor allem auch der Bundesregierung.

In der Nacht zu Freitag hatte die US-Regierung nach Gesprächen mit den Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens die Rückkehr zum Atomabkommen mit den Iran angekündigt, sofern das Land seinen Verpflichtungen wieder uneingeschränkt nachkomme. Der Iran hat seinerseits bekräftigt, seine Verstöße gegen das Atomabkommen zurückzunehmen, sobald die USA die Sanktionen gegen das Land aufhebt. Die USA waren 2018 unter US-Präsident Donald Trump einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen.

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(mag mit AFP)

 
 

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