Fritten-Krieg! Darum verbietet die EU jetzt braune Pommes - und noch mehr

Das sind die umstrittensten EU-Regeln

Die EU regelt unseren Alltag mit teils umstrittenen Verordnungen. Von Pommes über Pizza bis Bananen stellen wir diese vor.

Die EU regelt unseren Alltag mit teils umstrittenen Verordnungen. Von Pommes über Pizza bis Bananen stellen wir diese vor.

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Trotz Widerstands eines Ministers hat die EU knusprig-braune Pommes verboten. Es sind nicht die einzigen Opfer des Fritten-Krieges.

Brüssel.  Die Geister scheiden sich darüber, wie Pommes beschaffen sein müssen. Die einen mögen es knusprig-braun, die anderen weich-gelb. Ab nächstem Jahr wird sich diese Frage wohl seltener stellen: Am Montag hat die EU jetzt eine Verordnung beschlossen, die knusprig-braune Pommes verbietet . Damit sagt Brüssel Acrylamid den Kampf an, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen. Österreichs Landwirtschaftsminister wollte das Vorhaben in letzter Minute stoppen.

Über die Beschaffenheit der Pommes entscheidet künftig also nicht mehr der Geschmack, sondern eine Farbtabelle, mit der Lebensmittelhersteller und Restaurants künftig gesündere Pommes backen sollen, heißt es aus Brüssel.

Acrylamid entsteht beim Erhitzen und Rösten

Acrylamid entsteht beim Grillen, Backen, Braten oder Frittieren vor allem bei besonders stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Mehl. Die Verordnung, die bereits Ende September das EU-Parlament passierte, hat am Montagabend auch den Ministerrat passiert. Sie soll im Frühling 2018 in Kraft treten.

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Da half es auch nicht, dass der österreichische Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) als einziger in dem Gremium gegen die neue Verordnung gestimmt hatte, was für reichlich Unbehagen im Nachbarland sorgte. Schließlich hatte Österreich noch im Juli für die umstrittene Verordnung gestimmt.

Pommes-Streit erhitzt die Gemüter

„Das war seine Privatmeinung“, hieß es prompt von einer Sprecherin aus dem von der SPÖ geführten Gesundheitsministerium zur „Kleinen Zeitung“. Vor der Abstimmung habe es schließlich eine gemeinsame österreichische Position gegeben, die der ÖVP-Landwirtschaftsminister einfach ignoriert habe.

Der Widerstand Rupprechter lässt sich wohl damit erklären, dass in Österreich am kommenden Wochenende Nationalratswahlen anstehen. Und bei den Wählern kommt es nur selten gut an, wenn Technokraten aus Brüssel den Bräunungsgrad von Pommes oder den Krümmungsgrad von Bananen diktieren.

Wohl auch deshalb hat er von seinem Vortrag bei der Ratssitzung ein Video drehen lassen, das Rupprechter öffentlichkeitswirksam auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat. Es wirkt: In den Kommentaren bekommt er viel Beifall.

Diese Lebensmittel dürfen auch nicht zu dunkel sein

Der rebellische Rupprechter hat jedenfalls bereits angekündigt, dass Österreich sich nicht an die neue Verordnung halten wolle – auch wenn dem Land dann kostspielige Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission drohen könnten.

Dabei sind Pommes wahrlich nicht die einzigen Opfer des Fritten-Krieges: Auch Chips, Kekse, Zwieback, Lebkuchen oder Kaffee sollen so wenig wie möglich erhitzt beziehungsweise geröstet werden. Ob sie dann noch schmecken, ist eine andere Frage.

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